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Deloitte: Digitale Arbeitswelt birgt Herausforderungen

Julian Mauhart ©APA Fotoservice Hinterramskogler
Julian Mauhart ©APA Fotoservice Hinterramskogler

Wien. Der sich seit mehreren Jahren abzeichnende Trend zu einer radikalen Veränderung der Arbeitswelt kommt immer mehr im Unternehmensalltag an. Fast die Hälfte der Unternehmen befindet sich bereits mitten in einer Restrukturierung (39%) oder plant eine solche (6%). Das sind die Ergebnisse einer Human Capital-Studie von Deloitte, hier wurden über 7.000 Führungspersonen aus 130 Ländern befragt.

„Die Unternehmen sind gefordert mit der disruptiven Veränderung der Geschäftswelt Schritt zu halten“, erklärt Julian Mauhart, Partner bei Deloitte Österreich, in einer Aussendung. „Sie sollen ihre Organisationsstruktur verändern, Leadership-Modelle anpassen und neue Wege in der Mitarbeiterbindung gehen. Diese große Herausforderung muss nun mit Mut angegangen werden.“

Digitalisierung: Mangelhaft vorbereitet

Auf den Trend zur Digitalisierung fühlen sich die österreichischen Unternehmen am wenigsten vorbereitet. Daraus ergeben sich zwei Hauptaufgaben: Einerseits sollen sich Human Resource (HR)Führungskräfte  und Mitarbeiter auf die zunehmende Digitalisierung vorbereiten. Andererseits müssen die HR-Abteilungen ihre eigenen Prozesse und Abläufe viel stärker als bisher digitalisieren. „Im HR-Bereich dominieren starre, unflexible und wenig benutzerfreundliche Systeme. Der Trend geht aber eindeutig in Richtung mobiler, cloud-basierter Lösungen und Apps. Viele Unternehmen stellen hier gerade die richtigen Weichen“, betont Mauhart.

Die bisher geringe Automatisierung von HR-Prozessen bewirke, dass in Österreich weiterhin die operative HR-Arbeit im Vordergrund steht – die Strategie komme dabei zu kurz. Laut Deloitte HR-Benchmark steht den österreichischen HR-Abteilungen weniger als die Hälfte ihrer Zeit für strategische, wertschöpfende Themen zur Verfügung. Das sind 20% weniger als beim internationalen Durchschnitt.

Neue Formen der Führung

Die radikalen Veränderungen in der Arbeitswelt verlangen laut Deloitte neue Formen von Führung und innovative Führungskräfte. Die Führung fachübergreifender Teams setzt neue Qualifikationen voraus, die herausgebildet und gefördert werden müssen. Laut der aktuellen Studie können traditionelle Methoden der Führungskräfteentwicklung hier nicht mithalten. So geben 56% der Befragten an, den Bedarf an qualifiziertem Nachwuchs nicht decken zu können.

Die Zusammensetzung der Belegschaft wird auch stetig diverser. Millennials mit hohen Erwartungen an die persönliche Entwicklung arbeiten Seite an Seite mit Baby-Boomern, die sich im letzten Abschnitt ihres Berufslebens befinden. Die Zielgruppe der Millennials wird bis dato von der Führungskräfteentwicklung stark vernachlässigt. 22% der internationalen Führungskräfte geben an, überhaupt keine Leadership-Programme für Millennials anzubieten.

„Unerfreulicher Befund“

Auch in Österreich sind die Zahlen alarmierend: Keiner der Befragten fühlt sich für diese Zielgruppe sehr gut vorbereitet. Benchmark-Zahlen von Deloitte über den österreichischen HR-Markt bestätigen dies. In Österreich wird noch deutlich weniger in die Weiterentwicklung der Führungskräfte investiert als international üblich.

„Der aktuelle Befund ist nicht erfreulich. Aber die Beratungspraxis zeigt, dass die österreichischen Unternehmen die Relevanz des Themas Leadership ernst nehmen. Nun gilt es die richtigen Schritte zur Förderung der Talente zu setzen“, so Mauhart.

Fokus auf Mitarbeiterbindung

Der verstärkte Fokus auf Mitarbeiterbindung und -engagement bleibe ein wesentlicher HR-Trend. Fast jeder neunte Befragte sieht die Unternehmenskultur als wichtige bis sehr wichtige Herausforderung, um Top-Talente zu gewinnen und zu halten. Die Bedürfnisse und Erwartungen der immer diverseren und mobileren Belegschaft würden aber bisher zu wenig berücksichtigt. Aktuell wird nur von 64% der Unternehmen eine jährliche Mitarbeiterbefragung durchgeführt.

„Die meisten Unternehmen müssen öfter und regelmäßiger in Kontakt mit ihren Mitarbeitern treten. Impulsbefragungen, soziale Netzwerke und regelmäßiges Feedback sind dafür nützliche Instrumente“, meint Mauhart.

Link: Deloitte

 

 

 

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