Uni Wien bietet akademischen Katastrophenschutz

Wien. Die Nuklearkatastrophe von Fukushima fand vor fünf Jahren statt – mit verheerenden Auswirkungen für Mensch, Natur und Wirtschaft. Aber es gibt auch weniger spektakuläre Katastrophen wie Überflutungen, von denen auch Österreich immer wieder betroffen ist. Die Uni Wien startet im Oktober 2016 in Kooperation mit dem BMI das Masterprogramm „Risikoprävention und Katastrophenmanagement“ in 2. Auflage. Eine Infoveranstaltung findet am 4. April statt.

Die Auswirkungen und Schadenspotenziale durch natürliche oder technologische Gefahren wachsen seit Jahrzehnten weltweit kontinuierlich an. Entscheidungsträger sollten auf diese Risiken vorbereitet sein, so die Uni Wien.

Der berufsbegleitende Universitätslehrgang „Risikoprävention und Katastrophenmanagement“ (kurz „OeRISK“) sei die erste postgraduale Weiterbildung in Österreich, die das Thema in seiner theoretischen Breite und im konkreten Anwendungskontext ganzheitlich präsentiert.

Steigender Bedarf an Katastrophenmanagement

Internationale Organisationen raten Regierungen und Entscheidungsträgern immer wieder, sich interdisziplinär mit Risiken auseinanderzusetzen. Zudem schaffen Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft sowie der private Sektor (z.B. Versicherungswesen) zunehmend Stellen, die sich mit Katastrophenmanagement beschäftigen. Der Bedarf nach einem fachübergreifenden Verständnis steigt also stetig, so die Uni Wien.

Interdisziplinäre Ausbildung

Die TeilnehmerInnen des Masterprogramms OeRISK erwerben interdisziplinäres und praxisbezogenes Wissen über das System der Risikoprävention und des Katastrophenmanagements – dazu gehören u.a. Vorsorge und direkte Nachsorge inklusive Bewältigung, Wiederaufbau und Prävention sowie Training der erlernten Fähigkeiten in entsprechenden Übungseinheiten.

Das übergeordnete Ziel des Universitätslehrgangs ist es, den Teilnehmern jene Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen zu vermitteln, die sie für den aktuell ausgeübten Beruf oder eine spätere Erwerbstätigkeit in den einschlägigen Berufsfeldern benötigen. Der Universitätslehrgang richte sich folglich an Personen, die im Bereich des Bevölkerungsschutzes sowie in der Risikoprävention und dem Katastrophenmanagement tätig sind und an den jeweiligen Themen nachhaltiges Interesse haben.

Angesprochen sind Berufstätige von Einsatzorganisationen (Rettung, Polizei, Feuerwehr, Bundesheer), Personen in Forschung und Lehre, Mitglieder von NGOs und Mitarbeiter in Stadt- und Raumplanung.

Breites Tätigkeitsfeld

Den Absolventen des Masterstudiums steht laut der Uni Wien ein weites Tätigkeitsspektrum offen. Einige der relevanten Berufsfelder sind das Versicherungs- und Beratungswesen, das Gesundheitswesen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen, Unternehmen der Privatwirtschaft, Bundes-, Landes- oder Kommunalämter, verschiedene Hilfsorganisationen wie Berufsfeuerwehren, Österreichisches Rotes Kreuz, Caritasverband, Bergrettung, Polizei und Bundesheer.

Infoabend am 4. April 2016

Thomas Glade vom Institut für Geographie und Regionalforschung der Universität Wien ist wissenschaftlicher Leiter des Universitätslehrgangs. Im Zuge einer Veranstaltung am 4. April 2016 in der Campus Lounge des Postgraduate Center der Uni Wien informiert Glade über Inhalt und Organisation des Masterprogramms.

Link: Uni Wien