Mit TPA Horwath die Energie-Zukunft suchen

Wien. Die Fachkonferenz „Energy Tomorrow 2016“ fand unter dem Titel „Energiewende – Quo vadis?“ in der „Wolke 19“ im Wiener Ares-Tower statt. Es ging um wirtschaftliche und rechtliche Rahmenbedingungen für Erneuerbare Energie in Europa.

Mehr als 120 Personen waren den Angaben zufolge am 11. April 2016 der Einladung gefolgt. „Wir freuen uns, dass sich Energy Tomorrow als Fixpunkt zum Ideenaustausch und Netzwerken etabliert hat“, so Karin Fuhrmann, Steuerberaterin und Partnerin bei TPA Horwath und Initiatorin des Events.

Univ.-Prof. Karl Rose, Energieexperte und Director des World Energy Council, hielt die Keynote Speech „UN-Klimagipfel in Paris und seine Auswirkungen auf die Energiepolitik und –märkte der EU“: 27 % der Energieeinsparung will die EU durch mehr Effizienz am Energiemarkt erreichen und lege gleichzeitig größten Wert auf die Erhöhung der Sicherheit in der Energieversorgung.

Dazu gehören der weitere Ausbau von Erneuerbaren Energien, nachhaltige Produktion aus fossilen Brennstoffen und auch Kernkraft, wo diese Option gewählt wird. Es umfasse die effektivere Zusammenarbeit mit den aktuellen Partnern sowie die Entwicklung von neuen Partnern wie den Ländern der Kaspischen Region. „Die Entscheidung über die Zukunft der globalen Energiepolitik liegt jedoch in Asien, denn bis 2040 schließt Indiens Energiebedarf zu dem der Vereinigten Staaten auf“, so Rose.

Ziele bei Energieeffizienz und Energiesparen in Gefahr?

Rose zählt kritische und wichtige nächste Schritte auf, die notwendig sind, damit die Energie- und Klimaziele der EU erreicht werden können. Es brauche unter anderem eine europäische Energieunion, um mit den Herausforderungen besser umgehen zu können, mehr Investitionen in Forschung und Entwicklung, da diese im Vergleich zu den Förderungen zu gering seien, und ein Umdenken in der Bevölkerung.

Ebenso sei Systemdenken gefragt, aber oft leider nicht vorhanden, führt Rose weiter aus. Auf eine kritische Frage aus dem Publikum, wie wir diese Ziele schaffen sollen, antwortete Rose so: „Wir werden das schaffen – das ist nicht die Frage! Die Frage wird sein: Wie sehr werden wir leiden auf dem Weg dorthin.“

Die wirtschaftliche und rechtliche Praxis verschiedener alternativer Energieformen in Österreich sowie in Mittel- und Südosteuropa wurden von Spezialisten von TPA Horwath und der Rechtsanwaltskanzlei Schönherr erklärt. Wojciech Sztuba, Partner bei TPA Horwath Polen, brachte die Besucher auf den neuesten Stand im Bereich der Windenergie-Förderungen in Polen. In seinem Vortrag ging Sztuba auf die Voraussetzungen für das Auktionsmodell und deren Hauptschwierigkeiten ein, wies auf die mögliche Überarbeitung des Auktionsmodells hin und erklärte das neue Windenergie-Investitionsgesetz, das noch im April 2016 beschlossen werden könnte. Ebenfalls behandelt wurde der Solarenergie-Sektor in Tschechien.

Bernd Rajal, Partner bei Schönherr, legte seinen Schwerpunkt im Vortrag vor allem auf die aktuellen EU-rechtlichen Rahmenbedingungen für Erneuerbare Energie und Energieeffizienz in Mittel- und Südosteuropa. Rajal gab einen Überblick über die unionsrechtlichen Energieeffizienzvorgaben und ging auf den Gebäudesektor ein. Dieser sei für 40% des Gesamtenergieverbrauchs verantwortlich, daher müsse es hier Mindesteffizienzanforderungen für Gebäude geben.

Schwierigkeiten sieht er in der Umsetzung des Energie-Effizienzgesetzes, da in der EU einige Länder (Rumänien, Slowakei, Tschechien und Ungarn) kein Verpflichtungssystem eingeführt haben.

Wie wichtig ist Energieeffizienz?

Unter dem Vortragstitel „Energieeffizienz – Notwendigkeit oder „nice to have“? betonte
Horst Dulle vom internationalen Consulting- und Engineering-Unternehmen Pöyry die Wichtigkeit, sich als Unternehmer, Investor und Privatperson  bei zukünftigen Projekten dieser kritischen Frage zu stellen. Energiepreisentwicklung und fehlende Planungssicherheit in der Industrie reduzieren Anreize zu Effizienzmaßnahmen, betont er. Förderungen werden oft nicht ausgeschöpft und „solange Energiepreise auf extrem niedrigem Niveau bleiben, fehlen die Anreize zu Investitionen in Energieeffizienzmaßnahmen und werden nur nach gesetzlicher Vorgabe umgesetzt“, so Dulle.

Best Practice Beispiele im Bereich der Mustersanierungen für Energieeffizienz in Österreich wurden durch Ingmar Höbarth, Geschäftsführer des Klima- und Energiefonds, präsentiert.

Link: TPA Horwath

 

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