11. Mai 2016   Recht Tech

Eisenberger-Hilfe für Frutura und Spar beim Anpflanzen

Panzl, Hohensinner, Eisenberger, Drexel, Poppmeier ©Eisenberger & Herzog
Panzl, Hohensinner, Eisenberger, Drexel, Poppmeier ©Eisenberger & Herzog

Blumau. In der Steiermark ist das erste Gewächshaus Europas in Betrieb gegangen, das mit Energie aus natürlicher Geothermie beheizt wird: Frutura will mit dem anfangs sehr umstrittenen Großprojekt Gemüse für den Handelsriesen Spar erzeugen und damit dessen Anteil regionaler Produkte deutlich erhöhen. Dafür brauchte es jahrelange bau-, wasser- und bergrechtliche Bewilligungsverfahren, so die Kanzlei Eisenberger & Herzog, die sich als Spezialist für schwierige Fälle positioniert.

Nach den über drei Jahre langen – von der öffentlich-rechtlichen Abteilung der Kanzlei betreuten – bau-, Bewilligungsverfahren konnte nun Anfang Mai das Anpflanzfest für die Thermal-Gemüsewelt von Frutura und Spar Warenhaus AG im oststeirischen Bad Blumau gefeiert werden, heiß es weiter.

Mit Energie aus der Tiefe

Das Projekt sei Europas erstes Gewächshaus, das mit Energie aus natürlicher Geothermie beheizt wird. Im Endausbau sollen 28.000 Tonnen CO2 pro Jahr im Vergleich zu herkömmlich beheizten Gewächshäusern eingespart werden. Die Anlage werde ganzjährig Biogemüse für die Spar Gruppe in Österreich erzeugen und den Anteil an heimischem Gemüse bei Spar von 50% auf 70% erhöhen.

Die Firma Frutura, ein steirischer Obst- und Gemüseproduzent und -vermarkter, investierte dabei den Angaben zufolge 1,3 Mio. Euro für ökologische Begleitmaßnahmen, die in Abstimmung mit steirischen Wasserökologen und Naturschutzbeauftragten umgesetzt worden seien. Am Verfahren beteiligt sind seitens der Kanzlei Partner Georg Eisenberger (Lead), Anwältin Christina Hofmann und Associate Jasmin Schönfelder.

Spezialist für schwierige Fälle

Eisenberger positioniert sich mit dem Projekt erneut als Spezialist für schwierige Fälle: So seien einige der umstrittensten Projekte der letzten Jahre betreut worden – wie z.B. das erste Wasserkraftwerksprojekt Europas in einem Natura 2000-Gebiet, das erste österreichische UVP-Verfahren für ein Windkraftwerk im Voralpengebiet, den ersten ausschließlich mit Geothermie beheizten europäischen Glashauskomplex oder Weltkulturerbeverfahren in Wien, Graz und Salzburg.

Auch das aktuelle Spar-Projekt stieß beim Start der ersten Grundstückskäufe 2013 nicht gerade auf ungetrübte Zustimmung. Damit unterstütze Handelsriese Spar „ein geplantes Riesen-Gewächshaus seines Agrarpartners Futura“, hieß es seinerzeit in einem ORF-Bericht: Das Projekt solle „einen Kilometer lang und 300 Meter breit werden – Dimensionen, die man eher aus Anlagen in Südspanien kennt“. Allein die Bewässerung der Anlage würde „mehr Wasser verbrauchen als alle steirischen Thermen zusammen“, sowohl Touristiker wie Landwirte seien besorgt um das Image der Region, hieß es damals.

Heute heißt es: Alles von der Anlage verbrauchte Thermalwasser wird wieder zurückgeführt, d.h. geht der Region nicht verloren. Außerdem wurden 25.000 m2 Fläche für die Renaturierung des angrenzenden Safenbachs zur Verfügung gestellt, der Bach auf einer Länge von 1,2 km neu belebt und ein Retentionsbecken errichtet; schließlich seien 40.000 m2 an Flächen für die biologische Arbeitsgemeinschaft angekauft worden. Und die Gewächshäuser würden mit Ökostrom nach der österreichischen Umweltzeichen-Richtlinie 46 versorgt.

Die weitere Planung

In dem jetzt eröffneten Bio-Gewächshaus sollen pro Jahr zukünftig bis zu 1.200 Tonnen Bio-Fruchtgemüse auf einer Fläche von 43.000 m2 produziert werden. Eine 2. Ausbaustufe für konventionelle Fruchtgemüseproduktion durchläuft derzeit die Genehmigungsverfahren, so Frutura. Alles in allem soll die Gemüsewelt in etwa 50 Millionen Euro kosten.

Man wolle nach den höchsten in Europa vorherrschenden Qualitätsstandards produzieren, so die drei Frutura-Eigentümer und Landwirte Manfred Hohensinner, Hans Schwarzenhofer und Franz Städtler zur weiteren Entwicklung. Es sei auch an eine gläserne Produktion und Gemüseschauwelten als zusätzliche touristische Attraktion des steirischen Thermenlandes gedacht.

Link: Frutura

Link: Eisenberger & Herzog

Link: Spar

 

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