30. Jun 2016   Business Personalia Recht Steuer

Banken-Kapitalgeber FIMBAG schließt die Tore

Wien. Mission erfüllt, so die FIMBAG („Finanzmarktbeteiligung Aktiengesellschaft des Bundes“): Die in der Finanzkrise gestartete Treuhänderin des Bundes stellt heute ihre Tätigkeit offiziell ein. Liquidator ist Ex-KPMG-Wirtschaftsprüfer Walter Knirsch. Was noch in der FIMBAG ist, wandert ins Finanzministerium.

Die FIMBAG war 2008, am Höhepunkt der Finanzkrise, als Tochtergesellschaft der damaligen ÖIAG (heute ÖBIB) errichtet worden, um Österreichs Banken unter die Arme zu greifen. Nach nun getaner Arbeit wurde die Auflösung der Gesellschaft 2015 auf Vorschlag des FIMBAG Vorstands und Aufsichtsrats durch die Bundesregierung beschlossen. Die verbleibenden Aufgaben wurden an das Finanzministerium und die ABBAG (Abbaubeteiligungsaktiengesellschaft des Bundes) übertragen.

Hannes Androsch, Vorsitzender des Aufsichtsrates: „Die FIMBAG hat in ihrer Funktion als Treuhänderin des Bundes und im Rahmen ihrer Vollmachten maßgeblich zu einer Minimierung der Auswirkungen der internationalen Finanzkrise auf das österreichische Bankwesen beigetragen.“

Für die Kapitalstruktur der Banken

Aufgabe der FIMBAG war es, als Treuhänderin des Bundes für von der Republik Österreich übernommenes Partizipations- und Aktienkapital zu einer zweckentsprechenden und kontrollierten Rekapitalisierung heimischer Banken beizutragen.

  • Als Höchststand hatte die FIMBAG von fünf Banken begebene Partizipationsscheine mit einem Gesamt-Nennwert von EUR 5,4 Mrd. in ihrem Treuhandbestand.
  • Davon haben drei Institute (Bawag P.S.K., Erste Group, Raiffeisen Zentralbank/Raiffeisen Bank International) wie geplant insgesamt EUR 3,5 Mrd. zur Gänze an den Staat zurückgeführt und die vereinbarten Dividenden bezahlt.
  • In zwei Fällen (Hypo Alpe-Adria-Bank International AG, Österreichische Volksbanken-AG) musste das Partizipationskapital für Kapitalherabsetzungen zur Verlustabdeckung herangezogen werden.

Im Zuge ihrer Überwachungs- und Berichtspflichten sollte die FIMBAG insbesondere die Einhaltung der von der Republik Österreich definierten Auflagen für die Kapitalbereitstellung kontrollieren.

Zusätzlich zu den Treuhandfunktionen im Zusammenhang mit Partizipationskapital war die FIMBAG maßgeblich bei der Privatisierung der Hypo Group Alpe-Adria und federführend bei der erfolgreichen Privatisierung eines Teilbetriebs der Kommunalkredit Austria AG beteiligt, heißt es weiter.

Nach weitgehender Erfüllung der gestellten Aufgaben habe sich das Treuhandvermögen der FIMBAG bis Ende 2015 auf einige Sonderfälle mit einem Ausmaß von rd. EUR 670 Mio. verringert. Zum Liquidator ab 1. Juli wurde Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Walter Knirsch (früher u.a. KPMG) bestellt.

Was die verbleibenden Altlasten aus der Finanzkrise betrifft, so wird die Hypo-Bad-Bank Heta von der im Finanzministerium angesiedelten ABBAG (Abbaubeteiligungsaktiengesellschaft des Bundes) abgewickelt, die Staatsanteile der Immigon (Bad Bank der früheren ÖVAG) sowie KA Finanz (frühere Kommunalkredit) vom Finanzministerium gehalten.

Link: FIMBAG

 

    Weitere Meldungen:

  1. Führung in der Krise: Eigenverantwortung oder Vorschriften?
  2. Die meisten Skandal-CEOs sind nur ein bisschen verrückt
  3. Bezahl-Terminals: Österreich bei den 3 Schlusslichtern
  4. Neue Apps von BMD für Belege und Steuern am Smartphone