25. Aug 2016   Bildung & Uni Business

Uni Salzburg: Erstes Data Science Masterstudium startet

Salzburg. Als erste österreichische Universität bietet die Uni Salzburg ab dem Wintersemester 2016/17 ein komplettes viersemestriges Masterstudium „Data Science“ an. Data Science bezeichnet die Extraktion von Wissen aus Daten, also Data Mining u.a. 

Absolventen und Absolventinnen des Studiums sollen laut den Programmleitern „exzellente Berufsaussichten“ haben: „Die Mischung aus traditioneller angewandter Statistik, Business Analytics, Business Intelligence, vielen Bereichen der Informatik sowie rechtlichen und ethischen Grundlagen ist auf dem Arbeitsmarkt sehr stark nachgefragt“, heißt es seitens der Uni Salzburg.

Unglaubliche Datenmengen

Jeden Tag werden mehr als 200 Milliarden Emails versandt. Jeder Flug produziert 20 Terabyte (TB) – 20 Billionen Datenbytes – pro Stunde. Jede Minute werden weltweit mehr als 10 Billiarden – 10 000 000 000 000 000 Datenbytes produziert. Die Datenmengen wachsen enorm: „Big Data“ wird als große Errungenschaft gefeiert, doch für die strategische Analyse der Datenberge – Stichwort „Data Mining“ – fehlen die Experten, heißt es.

Infolgedessen sei das neue Berufsbild des „Data Scientists“ oder des Datenanalysten, wie er auf Deutsch meist genannt wird, entstanden. Schon im Jahr 2012 haben über 90 Prozent der 500 weltgrößen Firmen („Fortune 500“) Data Science-Initiativen auf den Markt gebracht.

Start im Herbst

Die Uni Salzburg bietet nun ab Herbst 2016 das viersemestriges Masterstudium „Data Science“ an, zu dem man sich bereits voranmelden kann. Einer der Initiatoren ist der Salzburger Statistikprofessor Arne Bathke. „Ein derartiges Studium kann nur dann modernen Ansprüchen gerecht werden, wenn es wirklich interdisziplinär aufgestellt ist,“ ist Bathke überzeugt.

Dementsprechend haben in Salzburg Fachleute aus Statistik, Informatik, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Recht und Philosophie sowie Geoinformatik, Biologie und Psychologie das neue Masterstudium entwickelt.

„Sexiest“ Job

Das Datensammeln geht in vielen Technologiebereichen schon quasi automatisiert vor sich (Stichwort process mining) und stelle finanziell keine Herausforderung dar. Doch Experten, die in der Lage sind aus den gesammelten Daten sinnvolle unverfälschte Interpretatioen zu ziehen, sind rar.

Deswegen sei davon auszugehen, dass der Bedarf an Data Scientists laut der Uni Salzburg weiter steigen wird. Der Beruf des Data Scientist wurde vom Harvard Business Review 2012 als der „sexiest“ Job des 21. Jahrhunderts bezeichnet.

Experten gesucht

„Unsere Gesellschaft braucht dringend Fachleute, die Nutzen und Grenzen des Sammelns und Analysierens von Daten verstehen und in der Lage sind das positive Potential der in Daten latent enthaltenen Information fundiert einzuschätzen und dem Allgemeinwohl dienlich nutzbar zu machen“, sagt Wolfgang Trutschnig, Universitäts-Statistiker mit Industrie-Erfahrung und im Core Faculty-Team des neuen Studiengangs.

Große Datenmengen werden heute in allen Branchen ausgewertet:

  • Die Gesundheitsbranche etwa setzt darauf, aus genauen Analysen von Patientendaten individualisierte Behandlungen ableiten und Medikationspläne optimieren zu können.
  • In der Handelsbranche kann das Kaufverhalten der Kunden analysiert werden um beispielsweise im weiteren Verlauf die Ursachen für Retouren zu erfassen und so die Zahl der Warenrücksendungen zu reduzieren.

Mathematische Ausbildung erwünscht

Günstige Voraussetzungen für das neue Masterstudium Data Science in Salzburg sind ein abgeschlossenes Bachelorstudium der Mathematik oder der Informatik/Computerwissenschaft. Absolventen anderer Bachelor-Studiengänge müssen Grundlagen in Statistik und Informatik nachholen. Ein Industriepraktikum ist für angehende Data Scientists obligatorisch. Parallel zum Masterstudium startet das Doktoratskolleg „Statistics and Applied Data Science“.

Link: Uni Salzburg

    Weitere Meldungen:

  1. Führung in der Krise: Eigenverantwortung oder Vorschriften?
  2. Zwei neue Chefinnen für Amrop in Österreich
  3. „Wise Women of WU“ als Karriere-Boost für Frauen
  4. CBRE expandiert im Westen mit Christoph Ossberger