04. Okt 2016   Business Recht Steuer

Das sind Österreichs beste Geschäftsberichte laut APRA

Wien. Strabag vor Post und Palfinger: Das Industriemagazin hat die besten Geschäftsberichte mit dem Austrian Public Reporting Award (APRA) ausgezeichnet.

Der Industriemagazin Verlag vergab gemeinsam mit dem Controller Institut zum dritten Mal den Austrian Public Reporting Award (APRA). Sieger des APRA 2016 gibt es in drei Kategorien. Bei den börsennotierten Unternehmen punkteten

  1. Baukonzern Strabag SE
  2. Österreichische Post AG
  3. Kranhersteller Palfinger AG

Bei den nicht börsennotierten Unternehmen entschied die

  1. ÖBB Holding AG das Rennen für sich, vor
  2. WEB Windenergie AG und
  3. Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien (die fast gleich auf mit ihrer Mutter, der Raiffeisen Holding Niederösterreich-Wien lag).

In der dritten Kategorie, den Non-Profit-Organisationen (NPO), wurde nur der Sieger gekürt, die Universität Wien. Sie lag unter allen zehn Einreichungen bei den NPOs bei sämtlichen Kriterien weit voran.

Der Wettbewerb

Insgesamt wurden beim Bewerb laut den Angaben fast 150 Geschäftsberichte analysiert. In einem ersten Schritt prüfte das Controller Institut die Finanzinformationen auf Vollständigkeit und Aussagekraft. Erst wer dem kritischen Blick der Wissenschaftler standhielt, gelangte in Runde Zwei.

In dieser nahmen Juroren aus den Bereichen Kapitalmarkt, Anlegerschutz, integrierte Nachhaltigkeit, Corporate Governance, Infografik sowie Design & Publizistik die Rechnungsabschlüsse auseinander, darunter Alois Wögerbauer (3-Banken Generali), Paul Severin (Österr. Vereinigung für Finanzanalyse und Erste Asset Management), Stefan Maxian (Raiffeisen Centrobank), Thomas Neuhold (Kepler Cheuvreux), Wilhelm Rasinger (Präsident des Interessensverbands für Anleger, IVA), Christoph Eisl und Heimo Losbichler von der FH Oberösterreich sowie Corporate Governance-Expertin Viktoria Kickinger und Nachhaltigkeitsexperte Philipp Gaggl.

Qualität stagniert

Die ausgezeichneten Unternehmen haben den Juroren zufolge allesamt ein hohes Niveau im Unternehmensreporting erreicht. Betrachtet man alle eingereichten Geschäftsberichte, dann allerdings sei die Qualität stagnierend. Vor allem im Hinblick auf Nachhaltigkeit, also die glaubwürdige Integration von Umwelt-, Sozial- und Gesellschaftsaspekten in den Geschäftsbericht gebe es Defizite, kritisieren sowohl Rita Niedermayr-Kruse, Geschäftsführerin des Controller Instituts, als auch Nachhaltigkeitsexperte Philipp Gaggl.

Und dies, obwohl die EU-Richtlinie zur nicht-finanziellen Leistungsbeschreibung 2017 umgesetzt werden muss. Diese verpflichtet größere Unternehmen, die im öffentlichen Interesse stehen, nicht finanzielle Informationen in ihre Berichterstattung aufzunehmen, wobei sie es den Unternehmen frei stellt, ob sie dies im Geschäftsbericht oder einem seperaten Nachhaltigkeitsbericht tun. Während zwar viele einen eigenen Nachhaltigkeitsbericht haben, setzten erst eine Handvoll Unternehmen den nächsten Schritt, nämlich den einer glaubwürdigen Integration in den Geschäftsbericht, so Gaggl.

Eine positive Entwicklung gibt es hingegen in Sachen Corporate Governance. Hier sieht Expertin Viktoria Kickinger einen Sprung nach vorne erreicht. Vor allem Transparenz habe einen neuen Stellenwert bekommen.

Die Sonderpreise

Bei der Preisverleihung am 29. September 2016 im 25hours hotel in Wien vergab Industriemagazin-Geschäftsführer Florian Zangerl außerdem Sonderpreise für die besten Berichte in den einzelnen untersuchten Bereichen. Die Sonderpreisträger sind:

Basisanalyse :

  • börsennotierte Unternehmen: Flughafen Wien AG
  • nicht börsennotierte Unternehmen: ÖBB Holding

Finanzanalyse:

  • börsennotierte Unternehmen: Österreichische Post AG
  • nicht börsennotierte Unternehmen: WEB Windenergie AG

Integrierte Nachhaltigkeit:

  • börsennotierte Unternehmen: EVN AG
  • nicht börsennotierte Unternehmen: oekostrom AG

Design & Publizistik:

  • börsennotierte Unternehmen: Buwog AG
  • nicht börsennotierte Unternehmen: Österreichische Bundesforste AG

Infografik:

  • börsennotierte Unternehmen: AT&S AG
  • nicht börsennotierte Unternehmen: Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien

Anlegerschutz (nur börsenotierte Unternehmen):

  • Wienerberger AG

Corporate Governance (nur börsenotierte Unternehmen):

  • Verbund AG

Link: APRA

 

    Weitere Meldungen:

  1. Führung in der Krise: Eigenverantwortung oder Vorschriften?
  2. Die meisten Skandal-CEOs sind nur ein bisschen verrückt
  3. Zwei neue Chefinnen für Amrop in Österreich
  4. „Wise Women of WU“ als Karriere-Boost für Frauen