07. Okt 2016   Business Tech

Digitalisierungsstrategie hilft Mitarbeiter an Bord halten

Wien. Wenn eine glaubwürdige Digitalisierungsstrategie fehlt, kann das zum Abwandern wertvoller Mitarbeiter führen, so eine Deloitte-Studie.

Vielen Unternehmen fehle noch immer eine adäquate Digitalisierungsstrategie. Dies hat laut dem aktuellen „Digital Business Report“ des Beratungsmultis Deloitte negative Auswirkungen auf die Mitarbeiterfluktuation: Mehr als die Hälfte der Angestellten von Unternehmen mit niedrigem Digitalisierungsgrad will in den nächsten drei Jahren kündigen.

Bei den Führungspositionen zeige sich ein ähnliches Bild: Ein Drittel der befragten Führungskräfte plant den Arbeitgeber im nächsten Jahr zu verlassen, sollten nicht ausreichend Ressourcen und Möglichkeiten zum digitalen Wandel geschaffen werden.

„Viele Mitarbeiter und Führungskräfte sind bereit ihr Unternehmen zu verlassen, wenn dieses den digitalen Anschluss verpasst“, warnt Julian Mauhart, Partner bei Deloitte Österreich. „Dieser globale Trend kommt auch immer mehr in Österreich an. Die Notwendigkeit zum digitalen Fortschritt hat sich in den Köpfen verfestigt, jetzt müssen in den Unternehmen Taten folgen – denn die Mitarbeitermobilität nimmt stetig zu.“

Nur die Hälfte der Unternehmen hat eine Digitalstrategie

Ein Blick auf den Digitalisierungsgrad der Unternehmen zeige, dass viele noch nicht bereit für die digitale Transformation sind. Nur 52% der Unternehmen haben eine klare und kohärente Digitalisierungsstrategie. 29% geben an, überhaupt keine digitale Strategie zu haben. Weitere 19% konnten keine klare Aussage dazu machen.

Gut auf die Digitalisierung vorbereitete Unternehmen haben deutlich bessere Chancen, neue qualifizierte Mitarbeiter zu finden, heißt es weiter: 71% der Unternehmen mit klarer Digitalisierungsstrategie schaffen es, damit die Aufmerksamkeit von Bewerbern auf sich zu ziehen. Unternehmen im digitalen Anfangsstadium fällt dies bedeutend schwerer (10%). „Den Kampf um die besten Talente entscheiden Arbeitgeber für sich, die technologisch am Puls der Zeit sind“, betont Julian Mauhart.

Um im Digitalisierungswettlauf mithalten zu können, müssen Unternehmen ihre Prozesse auf allen Ebenen entsprechend adaptieren. Der Report identifiziert fünf entscheidende Faktoren: Strategie, Aufgaben und Erwartungen, Kultur, Personalentwicklung und Struktur müssen im Prozess der digitalen Transformation ineinander greifen.

So müsse die digitale Strategie in die gesamte Unternehmensstrategie eingebunden werden, die Aufgaben in gemeinsamen Projekten und nicht in abgeschotteten Silos abgewickelt werden, die Kultur offen für Fehler und Risiken sein, die Soft Skills der Mitarbeiter aufgewertet und die Strukturen flexibler werden.

„Entscheidend für die erfolgreiche Arbeit an der digitalen Transformation ist auch der Fokus auf Aspekte der Unternehmenskultur und Personalentwicklung. Klarheit über den Umgang mit Risiken und Fehlern sowie Klarheit über Aufgaben und Erwartungen aller Beteiligten sind essenziell“, so Mauhart.

Der von Deloitte und MIT Sloan Management Review zum fünften Mal herausgegebene Report basiere auf den Ergebnissen der globalen Befragung von mehr als 3.700 Führungskräften und Angestellten (131 Länder, 27 Branchen).

Link: Deloitte

 

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