27. Okt 2016   Business

Wiener Stadtwerke halbiert die Zahl der Vorstände

Wien. Beim kommunalen Unternehmensriesen Wiener Stadtwerke steht ein umfassender Umbau der Management-Ebene ins Haus.

Der Aufsichtsrat der Wiener Stadtwerke Holding AG hat laut den Angaben weitere „Strukturierungsmaßnahmen“ in die Wege geleitet. Als größter kommunaler Infrastrukturdienstleister mit 16.000 Mitarbeitern leiste der Konzern einen wesentlichen Beitrag zum Funktionieren der Stadt Wien. Die Wiener Stadtwerke Holding AG steht zu 100 Prozent im Eigentum der Stadt Wien und agiert als strategische und organisatorische Dachgesellschaft des Konzerns.

Auf Vorstandsebene werde es Veränderungen in zwei Etappen geben, die zu einer Halbierung des bisherigen Vorstands führen:

  • Das Vorstands-Mandat von Robert Grüneis läuft mit Februar 2017 aus. Der Energieexperte verlasse auf eigenen Wunsch den Vorstand und widme sich künftig dem Bereich Innovationen und Forschung im Rahmen des Konzerns.
  • Das Vorstandsmandat von Gabriele Domschitz laufe mit ihrem Pensionsantritt Ende 2018 ohne Nachfolge aus.
  • Vorstand Peter Weinelt übernehme zusätzlich zu seinem Ressort auch die Energieagenden.
  • Die Agenden von Generaldirektor Martin Krajcsir bleiben unverändert.

Der Vorstand werde sich künftig noch stärker auf seine Kernaufgaben konzentrieren (Strategische Ausrichtung, Finanzen, Personal, Lehrlingsmanagement, Forschung, Innovation). Operative Aufgaben leiten die GeschäftsführerInnen der nachgereihten Unternehmen. Als Umsetzungszeitraum der genannten Maßnahmen sei Ende 2018 in Aussicht genommen.

Die Begründung für den Umbau

Die letzten Jahre haben auch für Infrastrukturdienstleister dramatische Veränderungen herbeigeführt, heißt es weiter. Das Spannungsverhältnis zwischen Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit, Aufrechterhaltung der Qualität, zuverlässiger Arbeitgeber und nachhaltigem Handeln werde immer größer. Daher seien Effizienzsteigerungen und Strukturänderungen unerlässlich. Angesichts verschärfter Rahmenbedingungen und einer angespannten Wirtschaftslage werden künftig mehr Flexibilität und innovative Prozesse ermöglicht.

Neben den laufenden Effizienzsteigerungen im gesamten Unternehmen seien auch Maßnahmen auf der Management-Ebene nötig. Dazu zähle die detaillierte Analyse der historisch gewachsenen Strukturen der vielen Unternehmen im Konzern. Bei Wien Energie, den Wiener Netzen und den Wiener Linien werden die bereits gestarteten Effizienzprogramme weitergeführt.

Bei den restlichen folge die Untersuchung der Zweckmäßigkeit und Sinnhaftigkeit der einzelnen Geschäftsfelder. Ziel sei das tabulose Abstellen von Doppelgleisigkeiten, die Reduktion von Komplexitäten, die Schaffung flacher Hierarchien, schnelle Entscheidungswege und optimierte Organisationsstrukturen. Damit einher gehe die Straffung von Führungsstrukturen.

Die Wiener Stadtwerke sind einer der großen Infrastrukturdienstleister in Zentraleuropa, mit knapp drei Milliarden Euro Umsatz und 16.100 Mitarbeitern. Zum Konzern gehören Wien Energie, Wiener Netze, Wiener Linien, Wiener Lokalbahnen, Wipark sowie Bestattung und Friedhöfe Wien.

Link: Wiener Stadtwerke

 

    Weitere Meldungen:

  1. Führung in der Krise: Eigenverantwortung oder Vorschriften?
  2. Ein neuer CEO und ein neuer Vorstand bei der ARA
  3. Jörg Schuschnig wird neuer CFO von Coveris
  4. Ex-Minister und Ex-Konkurrent: Hartwig Löger wird CEO der VIG