11. Nov 2016   Recht Veranstaltung

Binder Grösswang mit impulse-Diskussion zum Brexit

Wien. Die Auswirkungen des bevorstehenden britischen EU-Austritts standen nun auch bei einer Veranstaltung von Binder Grösswang auf dem Programm.

Die Wirtschaftskanzlei lud am 9.11.2016 im Rahmen ihrer Talkreihe „impulse“ zum Diskussionsabend.

Martin Eichtinger, Österreichischer Botschafter im Vereinigten Königreich von Großbritannien und Nordirland, betonte, dass die EU nach dem Brexit-Referendum nach vorne blicken und ihre Problemlösungskapazität unter Beweis stellen müsse: „Die Konsequenzen der Austrittsentscheidung sind noch mit viel Unsicherheit behaftet. Im Sinne der Wirtschaft wäre es wichtig, hier bald Klarheit zu schaffen. Die Beziehungen zwischen Österreich und Großbritannien werden auch weiterhin sehr eng sein, wobei mir die Zukunft der Österreicherinnen und Österreicher in Großbritannien besonders am Herzen liegt. “

Walter Schuster, ehem. Vice Chairman, Financial Institutions Group Europe, JP Morgan, London: „Brexit stellt ein höheres Risiko für den Fortbestand der EU dar, als die Griechenland Krise für den Euro. Die EU-Gründerväter wollten durch eine wirtschaftliche und politische Zusammenarbeit der Völker nationalstaatlich motivierte Konflikte vermeiden. Diese Prämisse gilt nach Brexit nicht mehr. Die Austrittsverhandlungen werden zeigen, wie tief gespalten die EU ist und wie sehr jedes Land um seine wirtschaftlichen Vorteile im zukünftig bilateralen Handel mit Großbritannien kämpfen wird.“

Die Gründe warum national-staatliches Denken wieder einen hohen Stellenwert in allen Länder Europas gewonnen hat, seien in mangelnden Leistungen aller Führenden zu suchen, den Wohlstand für die breite Bevölkerung insbesonders nach der Finanzkrise zu steigern. Die Flüchtlingskatastrophe und die Angst in Großbritannien vor einem weiteren ungebremsten Zuzug von EU-Arbeitskräften wirkten als Katalysator für populistische Bewegungen und den Brexit, so Schuster.

Zukunft liegt nicht im Nationalismus

Peter Schwab, Mitglied im Vorstand der voestalpine AG und Leiter der Metal Forming Division, betonte: „Europas Zukunft kann trotz des Brexits nicht in einem neuen Nationalismus liegen. Aus politischen und wirtschaftlichen Gründen wollen wir auch weiterhin ein vereintes Europa. Doch Europa muss es schaffen, auf Basis konsequent gelebter Prinzipien stringenter, klarer und transparenter zu werden.“

Leigh Turner, Britischer Botschafter in Österreich, betonte dass der Ausgang des Referendums nicht bedeuten wird, dass Großbritannien seinen Partnern den Rücken zukehrt. „Großbritannien verlässt die Europäische Union, aber nicht Europa. Unsere bilateralen Beziehungen mit Österreich sind und bleiben sehr stark. Wir werden daran arbeiten unsere enge Verbindungen in Wirtschaft, Tourismus und Kultur weiter auszubauen“, so Turner, der ankündigte, sich persönlich für einen guten Deal für beide Seiten einzusetzen. „Großbritannien war immer ein sehr businessfreundliches Land. Das wird es auch bleiben“, so der Botschafter.

Die Gästeliste

Unter den Gästen befanden sich laut den Angaben u.a. Robert Cerwinka (Vorstand Easybank), Burkhard Ernst (Vorstandsvorsitzender Rainer Kraftfahrzeughandel), Rainer Gunz (Borealis Wien), Kurt Kasperak (List Group), Andreas Khol (Präsident des österreichischen Nationalrates a.D.), Max Kindler (Geschäftsführer Rail Cargo Operator – Austria), Martina Lederer (Geschäftsführerin Raiffeisen Property Holding International GmbH) und Hannes Leitgeb (Mitglied des Vorstandes Masterinvest Kapitalanlage).

Auch Michael Perthold (‎Geschäftsführer Coface Austria), Herbert Pichler (Mitglied des Vorstandes Wüstenrot Landeszentrale Wien), Franz Pöltl (Geschäftsführer EHL Immobilien), Günther Brandstätter (Donau Versicherung) uvm. waren präsent.

Link: Binder Grösswang

 

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