22. Nov 2016   Business Finanz

Digitalisierung bringt Chancen bei Kfz-Versicherungen

Mair @Deloitte
Mair @Deloitte

Wien. Bis zu 12 Prozent der Autoversicherungen in Österreich könnten bis 2020 digital gestützt sein, Datenschutz bleibt die größte Hürde.

Die Digitalisierung beschäftigt alle Branchen, auch die Versicherungen. Die Bedeutung für die Kfz-Versicherungen hat nun das Beratungsunternehmen Deloitte im Rahmen einer Studie untersucht.  Dabei wird für „digital gestützte“ Fahrzeugversicherungen für 2020 ein Marktpotenzial von 15 Milliarden Euro prognostiziert, in Österreich könnten bis zu zwölf Prozent aller Kfz-Versicherungen zu dieser Gruppe zählen.

Allerdings ist der Datenschutz die größte Hürde für Angebote in diesem Bereich: Nur 28 Prozent der Österreich sind laut Angaben von Deloitte bereit, ihre Daten weiterzugeben.

Doch selbst wenn Kunden um ihre Daten fürchten, so stehen sie gewissen Services dennoch aufgeschlossen gegenüber: Datenbasierte Services wie kostenloser Pannendienst, automatische Notfallhilfe oder Diebstahls- und Auffindungsmeldungen werden gerne in Anspruch genommen. Kritisch werden indes Dienstleistungen gesehen, die sich mit dem Fahrverhalten beschäftigen – da befürchten offenbar viele Kunden, dass es Nachteile für sie haben könnte.

Digitalisierung und Big Data

Was können digitale Kfz-Versicherungen überhaupt? Auf der Basis digitaler Kundendaten, etwa über das Fahrverhalten, bieten sie umfassendere Leistungen als klassische Kfz-Versicherungen. „Durch Digitalisierung und Big Data wird der Markt in eine ganz neue Dynamik versetzt“, meint Karin Mair, Partnerin und FSI Insurance Leader bei Deloitte Österreich.

Weitere Fakten aus der Studie von Deloitte:

  • Rund 15 Prozent der europaweit Befragten gab an, dass sie einen Wechsel der Kfz-Versicherung derzeit in Betracht ziehen.
  • 50 Prozent der Befragten sind prinzipiell bereit, für weitere Dienstleistungen ihre Fahrdaten weiterzugeben.
  • 17 Prozent aller Kfz-Versicherungen in Europa könnten bis 2020 digital gestützt sein.

Für die „Deloitte European Motor Insurance Studie“ wurden in elf europäischen Ländern rund 15.000 Kunden von Kfz-Versicherern befragt, rund tausend davon in Österreich. Die Rolle des Versicherers verändert sich nach Ansicht der Deloitte-Studie zu einem „Netzwerker“, der Dienstleitungen rund um das Auto und das Thema Mobilität koordiniert, etwa Fernwartung, Flottenmanagement oder  Zahlungssysteme.

Link: Studie von Deloitte zu Kfz-Versicherungen

Link: Deloitte Österreich

(rp)

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