09. Dez 2016   Finanz

Euribor-Skandal: Strafen für drei Großbanken

Brüssel. EU-Kommission brummt Crédit Agricole, HSBC und JP Morgan Chase insgesamt 485 Millionen Euro wegen des Zinsderivate-Kartells auf.

Bei der Festlegung von Preisteilen bei Euro-Zinsderivaten hatte sich drei Banken abgesprochen und damit gegen das Kartellrecht der EU verstoßen. Nun hat die Kommission verlautbart, dass über die drei Banken Crédit Agricole, HSBC und JPMorgan Chase Geldbußen in Höhe von insgesamt 485 Millionen Euro wegen der Teilnahme an diesem Kartell verhängt wurden.

Zuvor hatten die drei Geldinstitute beschlossen, einem Vergleich mit der Kommission im Kartellverfahren nicht zuzustimmen. Das hatten zuvor Barclays, Deutsche Bank, RBS und Société Générale getan: Mit ihnen wurde im Dezember 2013 in derselben Sache ein Vergleich geschlossen. Seitdem wurden die Untersuchungen im Rahmen des regulären Kartellverfahrens fortgesetzt, heißt es seitens der EU-Kommission. Der heutige Beschluss sei nun das Ende der Kartelluntersuchung.

Wie das Kartell funktionierte

Bei Zinsderivaten handelt es sich um Finanzprodukte wie Zinsswaps oder Zinsoptionen, die Unternehmen zur Handhabung der Zinsfluktuationen oder zu Spekulationszwecken nutzen. Ihr Wert wird unter anderem vom Stand eines Referenzzinssatzes wie dem Euribor abgeleitet. Der entsprechende Referenzzinssatz soll die Kosten der Interbank-Ausleihungen in Euro widerspiegeln und basiert auf Einzelnotierungen. Die Kommission kam bei ihrer Untersuchung zu dem Schluss, dass zwischen September 2005 und Mai 2008 ein Kartell aus insgesamt sieben Banken bestand (Barclays, Crédit Agricole, HSBC, JPMorgan Chase, Deutsche Bank, RBS und Société Générale). Die Händler der Banken standen in regelmäßigem Kontakt, um die normale Entwicklung der Preisbestandteile von Euro-Zinsderivaten zu verzerren. Sie informierten sich gegenseitig über ihre gewünschte oder geplante Einreichung von Euribor-Angeboten und tauschten Informationen über Handelspositionen oder ihre Handels- oder Preisfestsetzungsstrategien aus.

Konkret hatte das bedeutet, dass diese Banken auf dem Euro-Derivatemarkt Absprachen trafen anstatt miteinander zu konkurrieren.

Link: EU-Kommission

(rp)

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