20. Dez 2016   Business

Begnadet statt barbarisch: So klappen Meetings

Hamburg. Ein Drittel ihrer Arbeitszeit verbringen Führungskräfte im Durchschnitt in Besprechungen. Oft schaffen diese Besprechungen jedoch wenig Mehrwert und verlaufen im Sande. Eine neue Studie sucht Lösungen.

Fehlende Vorbereitung, mangelnde Einhaltung von Meetingregeln und zu viele Teilnehmer verhindern sinnvolle Ergebnisse und haben so einen negativen Einfluss auf die Performance des gesamten Unternehmens. Dies zeige jedenfalls die Befragung „Unternehmenssteuerung 2016“ der deutschen Unternehmensberatung Kampmann, Berg & Partner unter 250 Führungskräften bis hin zur CEO-Ebene. „Meetingkultur ist nicht nur eine Frage der Höflichkeit und des Anstands, sondern ein wesentlicher Treiber der Performance des gesamten Unternehmens“, so Managing Partner Torsten Lund.

Angesichts des hohen Zeitanteils von Führungskräften, der in Besprechungen eingesetzt wird, sei die Unzufriedenheit mit der Meetingkultur und -effizienz erstaunlich hoch: In jedem zweiten Unternehmen werden die Besprechungen oft ergebnislos vertagt.

  • Am häufigsten, in 47 Prozent der Fälle, gilt die schlechte Vorbereitung als Grund für das Scheitern.
  • In 42 Prozent ist es die zu große Teilnehmerzahl.
  • 40 Prozent der Befragten klagen darüber, dass die falschen Teilnehmer am Tisch waren.

Eine fehlerhafte Besetzung sei nicht nur bei Besprechungen, sondern auch bei Entscheidungsgremien ein Problem. Jeder dritte Manager gibt an, dass in seinem Unternehmen Personen mit Entscheidungen befasst sind, deren Auswirkungen sie überhaupt nicht berühren. In drei Vierteln der Unternehmen müssen mehrere Gremien zustimmen, bevor eine Initiative umgesetzt werden kann. In 68 Prozent der Fälle werden  Entscheidungsvorlagen mit Rückfragen und der Bitte um zusätzliche Informationen beantwortet.

Wovon der Erfolg abhängt

Für die Untersuchung hat die Unternehmensberatung den KB&P-Performance Score entwickelt, bei dem die teilnehmenden Unternehmen nach Kriterien wie Zielerreichung, Planeinhaltung und Veränderungsfähigkeit bewertet und vergleichbar gemacht wurden.

Vergleiche man das am besten bewertete Viertel der Teilnehmer mit dem schwächsten, so zeigen sich teilweise deutliche Unterschiede:

  • Bei High Performern werden in Abstimmungsschleifen und Besprechungen in der Regel nur Personen einbezogen, für deren Arbeit das zu entscheidende Thema tatsächlich relevant ist. Nur 16 Prozent des besten Viertels beklagen, dass Unbeteiligte in wichtigen Gremien sitzen. Bei schwach performenden Unternehmen bemängelt dagegen nahezu jeder zweite Befragte, dass Personen unnötig in Entscheidungen eingebunden werden.
  • High Performer zeichnen sich zudem durch eine ergebnisorientiertere Meetingkultur aus. Zwar wird auch bei 35 Prozent der starken Unternehmen die fehlende Vorbereitung als häufiges Problem genannt – immer noch ein hoher Wert. Bei den schwachen seien es jedoch 56 Prozent.
  • Noch deutlicher falle die Differenz bei Fragen der Gesprächsführung aus: Drei Viertel der Top Performer bestätigen, dass in ihrem Unternehmen Meetingregeln, die zu einer ergebnisorientierten Diskussion führen sollen, eingehalten werden. Demgegenüber sehen mehr als die Hälfte der Low Performer Defizite in deren Einhaltung.

Link: Kampmann, Berg & Partner

 

    Weitere Meldungen:

  1. Führung in der Krise: Eigenverantwortung oder Vorschriften?
  2. Zwei neue Chefinnen für Amrop in Österreich
  3. „Wise Women of WU“ als Karriere-Boost für Frauen
  4. Quality Austria richtet Kursprogramm 2023 neu aus