19. Jan 2017   Business Finanz

Weltwirtschaft: Zahl der Insolvenzen wird heuer steigen

Marina Machan ©Prisma Versicherung

Wien. Kreditversicherer Prisma rechnet für heuer mit einem Anstieg der weltweiten Insolvenzen, vor allem wegen der Entwicklung in Lateinamerika und Afrika.

Den „ersten Anstieg der weltweiten Insolvenzen seit sieben Jahren“ sagt Marina Machan, Expertin der Prisma Kreditversicherung, für heuer voraus. Ihre Prognose beruht auf einer Studie, die von Prisma in Zusammenarbeit mit Euler Hermes durchgeführt wurde. Demnach werde die Zahl der weltweiten Insolvenzen 2017 um ein Prozent ansteigen. Das liegt vor allem an den negativen Prognosen für Lateinamerika (plus 12% Insolvenzen in 2017), Afrika (+9%), Asien-Pazifik (+6%) sowie Nordamerika (+1%).

Die Entwicklung habe sich in den letzten Jahren bereits abgezeichnet, meint Machan. „Der rückläufige Trend hat sich zunehmend abgeschwächt und dreht sich nun.“ Der moderate Anstieg von einem Prozent sei aber nur „die Spitze des Eisbergs“. Beunruhigend sind die voraussichtlich steigenden Schäden durch die bevorstehenden Pleiten jener Unternehmen, die bereits straucheln. „In den ersten drei Quartalen 2016 haben wir 45 Prozent mehr Großinsolvenzen verzeichnet als im Vorjahreszeitraum.“ Dies führe zu einem Schneeballeffekt, der sich heuer fortsetzen werde.

Die Trendwende bei Firmeninsolvenzen sei auch in Österreich festzustellen, meint Machan. für das Vorjahr wurde ein Plus von 1,5 % berechnet.

Die weiteren Trends für Österreich

  • Zu den gefährdeten Branchen zählen laut Prisma die Bauwirtschaft und die Maschinen- und Metallindustrie. Bedroht sind vor allem jene Firmen, die den Schritt in die Digitalisierung noch nicht begonnen haben.
  • Bonitätsmäßig angeschlagene Unternehmen würden in Österreich derzeit nicht die Finanzierung für notwendige Investitionen oder für die Entwicklung neuer Produkte aufbringen. Damit sind auch sie gefährdet. Das werde vor allem dann schlagend, sollten die Zinsen wieder steigen.
  • Immerhin: Die wichtigsten Handelspartner Österreichs haben eine rückläufige Insolvenzentwicklung in 2016, Deutschland beispielsweise mit minus zwei Prozent, Italien mit minus fünf Prozent.

Link: Prisma

(rp)

    Weitere Meldungen:

  1. Führung in der Krise: Eigenverantwortung oder Vorschriften?
  2. Zwei neue Chefinnen für Amrop in Österreich
  3. „Wise Women of WU“ als Karriere-Boost für Frauen
  4. Quality Austria richtet Kursprogramm 2023 neu aus