27. Jan 2017   Business Finanz

Finanzjahr 2017: Zwischen Zins-Horror und Populismus

Donald Trump © Wikicommons Michael Vadon

Wien/Zürich. Die Zürcher Kantonalbank Österreich wagt einen Ausblick auf das Finanzjahr: Anzeichen für eine Normalisierung des Zinsniveaus gibt es nicht, die kommenden Wahlen sind ein Unsicherheitsfaktor.

Spielbestimmend auf dem weiten Feld der Geldanlage bleiben die Themen Brexit und Trump, wobei die US-Märkte eigentlich Anlass zur Zuversicht geben sollten: Die Stärke der amerikanischen Konjunktur sollte sich positiv auswirken und ist auch einer der Hauptgründe, weshalb ein globales Wachstum von drei Prozent erwartet wird. Tatsächlich wird aber viel davon abhängen, was Donald Trump wirklich umsetzt – die ersten Anzeichen sind zumindest politisch alles andere als beruhigend.

Zinsen: Auf und Ab

Wie sieht es mit den Zinsen aus, das ist die Kernfrage für 2017? „Wir rechnen damit, dass die Fed dieses Jahr zwei bis drei Leitzinserhöhungen vornehmen wird“, sagt Christian Nemeth, Chief Investment Officer der Zürcher Kantonalbank Österreich AG.

Vor diesem Hintergrund spreche viel für Aktien und überhaupt für Geldanlagen mit höherem Risiko. Ein Renditenvergleich von Dividenden und Staatsanleihen zeige ganz deutlich, dass sich in sämtlichen Regionen mit Aktien höhere Erträge erwirtschaften lassen. Die Ausnahme: In den USA schlägt die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihen die Dividendenrendite des MSCI Index.

Unsicherheit in Europa

Und die Zinsen in Europa? Hier sehen die Experten der Zürcher Kantonalbank keine Anzeichen für eine Normalisierung. Die EZB werde auch heuer expansiv bleiben, die britische Wirtschaft sollte den Anlegern ebenfalls keine große Freude bereiten. „Der britische Finanzminister geht davon aus, dass die Wirtschaft 2017 um ein Prozent und bis 2020 um 2,5 Prozent weniger wächst“, sagt Nemeth. Berechnungen zufolge könnte das reale BIP der Briten im Jahre 2030 um 14 Prozent niedriger sein als wenn sie in der EU geblieben werden; außerdem wackelt die Stellung des Finanzplatzes London.

Ein weiterer Faktor für Anleger sind die Wahlen, die heuer stattfinden werden; unter anderem wird in den Niederlanden, in Deutschland und in Frankreich gewählt. Populistische Parteien sind – abgesehen von den Folgen für die Gesellschaft – auch eine Unsicherheit für die Finanzmärkte. Für Anleger gelte es mehr denn je, das Portfolio zu diversifizieren und auf sich abzeichnende Trends zu reagieren.

Die Zürcher Kantonalbank Österreich AG ist ein auf Private Banking in Österreich und Süddeutschland spezialisiertes Institut.

Link: Zürcher Kantonalbank Österreich

(rp)

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