03. Feb 2017   Business Recht

M&A-Markt ist auf dem höchstem Stand seit 2013

Radivoje Petrikić ©CMS

Wien. Der Markt für Mergers & Acquisitions (M&A) weist in Zentral- und Osteuropa (CEE) den höchsten Wert seit dem Jahr 2013 auf, heißt es in einer aktuellen Analyse von CMS. Die Asiaten sind als Investoren im Vormarsch, Österreich weiterhin stark präsent. 

Laut dem Bericht „Emerging Europe M&A Report 2016/2017“, den CMS in Kooperation mit EMIS veröffentlicht hat, erreichte das Gesamtvolumen der M&A-Transaktionen in CEE 2016 einen Spitzenwert von 86,7 Mrd. Euro Bemerkenswert sei auch, dass Investoren aus Großbritannien und Asien verstärkt am CEE-Markt tätig sind. Dadurch eröffne sich für die Region eine interessante Perspektive für 2017.

Starkes Durchschnittsvolumen, Rückgang bei Ankündigungen

Der von CMS und EMIS gemeinsam verfasste Bericht zeige die Trends des Jahres 2016 in 15 CEE-Ländern auf und bietet Prognosen für 2017.

Der am M&A Markt in CEE erreichte Spitzenwert 86,7 Mrd. Euro stellt laut den Angaben das beste Ergebnis seit 2013 dar.

Mit nahezu 2.000 Transaktionen gab es zwar einen 7-prozentigen Rückgang im Volumen der angekündigten Deals in der Region, deren mittlerer Transaktionswert stieg jedoch um 2 Mio. auf 11,2 Mio. Euro.

Der Einfluss Chinas

Radivoje Petrikić, CMS CEE Corporate Practice Partner: „Was 2016 in CEE am stärksten auffiel, war der rapide wachsende Einfluss asiatischer Investitionen, insbesondere aus China. Das starke Interesse Chinas an der Region ist eine relativ neue Entwicklung und legt den Grundstein für einen Aufschwung bei zukünftigen Investitionen.“

Helen Rodwell, CMS CEE Corporate Practice Partner, meint: „Vor dem Hintergrund eines anhaltend schwachen Wirtschaftswachstums und unsicherer Wahl- und Abstimmungsausgänge blieben die Investoren vorsichtig. Gegen Jahresende 2016 erfuhr der Markt einen spürbaren Aufschwung, was den Boden für rege M&A-Aktivitäten im Jahr 2017 bereitete. Es gibt viele Gründe, mit Zuversicht in das vor uns liegende Jahr zu blicken, vor allem in Hinblick auf zahlreiche Transaktionen, die bereits kurz vor einem Abschluss stehen.“

CEE stark fragmentiert, Rising Stars sind Tschechien und Rumänien

CMS sieht sich bei der Anzahl der Transaktionen in CEE über die letzten fünf Jahre als Nr. 1 am Beratungsmarkt; die Region ist allerdings stark fragmentiert, die Unterschiede zwischen den Ländern groß. Trotz sinkender Anzahl von Transaktionen konnten Russland und Polen den ersten bzw. zweiten Platz bei den Transaktionsaktivitäten halten. Die aufstrebenden Stars der Region waren die Tschechische Republik und Rumänien, heißt es dazu.

Österreich unter den fünf größten Investoren in CEE

Großbritannien und China verdoppelten im Jahr 2016 ihre Investitionen in CEE auf 5,2 Mrd. bzw. 4,4 Mrd. Euro und wurden dadurch auf den zweiten und dritten Platz der wertmäßig wichtigsten Investoren in der Region katapultiert.

Obwohl der Wert der US-amerikanischen Investitionen in der Region um zwei Drittel fiel, blieben die USA der größte Investor in CEE gemessen an der Anzahl der Transaktionen (88), gefolgt von Großbritannien (75), Deutschland (66), Frankreich (46) und Österreich (37).

Immobilien, Bau und Banken zeigen auf

Stefan Stoyanov, Global Head der M&A-Datenbank von EMIS: „Für das Jahr 2017 erwarten wir ein Plus an Transaktionen im Bankensektor. Niedrige Gewinne, die fortlaufende Restrukturierung griechischer Kreditgeber, Abgaben in Milliardenhöhe, die den Finanzinstitutionen auferlegt wurden, neue Branchenregulierungen und die italienische Bankenkrise werden mit Sicherheit einen verstärkten Verkauf von Beteiligungen und notleidenden Kreditportfolios in ganz CEE zur Folge haben.“

Die aktivsten Branchen in ganz CEE waren laut der Analyse die Immobilien- und Bauwirtschaft mit 357 Transaktionen im Wert von 17,8 Mrd. Euro (89%iger Zuwachs des Transaktionsvolumens), gefolgt von Industrial, Telekommunikation und IT.

Private Equity in CEE wird erwachsen

In den CEE-Märkten war 2016 ein gesteigertes Private-Equity-Interesse zu beobachten, heißt es weiter:

Der Gesamtwert an Investitionen und Exits von Private-Equity-Investoren wuchs um über 100 % auf insgesamt 28,4 Mrd. Euro an.

Insgesamt gab es doppelt so viele Einstiege von Private-Equity-Investoren wie Exits.

Ein Anzeichen für das wachsende Selbstbewusstsein der Region sei die Anzahl an Transaktionen, die ohne Zutun von Investoren außerhalb der Region zustande kamen. Viele Unternehmen und Private-Equity-Firmen der Region sind mittlerweile groß genug, um selbstständig grenzüberschreitende Transaktionen tätigen zu können. Dabei zählten Russland (575 Transaktionen), die Tschechische Republik (159), Polen (146) und die Türkei (112) zu den aktivsten Ländern.

Link: CMS

 

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