Drohnen in der Luft sind Risiko für Hobbypiloten

Wien. Sie sind klein, preis­güns­tig und leicht zu bedie­nen: Immer öfter sieht man Droh­nen im öffent­li­chen Raum. Doch die dro­hen­den Schä­den sind nicht zu unter­schät­zen, so die VIG. 

Schät­zun­gen zufol­ge gibt es bereits zwi­schen 50.000 und 100.000 Droh­nen in Öster­reich – und lau­fend wer­den es mehr. Ihre Nut­zung ist viel­fäl­tig: Nicht nur Pri­va­te, auch Berufs­fo­to­gra­fen, Zivil­tech­ni­ker, die Film­in­dus­trie, Kar­to­gra­phen, Land­ver­mes­ser usw. nüt­zen Droh­nen für Luft­bild­auf­nah­men. Sie leis­ten u.a. gute Diens­te für Event­be­richt­erstat­tung oder Sachverständigen-Gutachten.

Auch der „Win­zer­fal­ke“ ist im Ein­satz: eine Droh­ne in Raubvogel-Form mit einer Spann­wei­te von zwei Metern und einem Sound­mo­dul zur Abschre­ckung von Sta­ren in Wein­gär­ten.

Der Drohnen-Boom bringt aber auch Nach­tei­le mit sich. „Die Besit­ze­rin­nen oder Besit­zer sind sich der Gefah­ren, die Droh­nen mit sich brin­gen kön­nen, viel­fach nicht bewusst“, sagt Doris Wend­ler, Vor­stands­di­rek­to­rin der VIG-Tochter Wie­ner Städ­ti­sche Ver­si­che­rung. „Außer­dem orten wir gro­ße Wis­sens­de­fi­zi­te punk­to Nut­zungs­ein­schrän­kun­gen, Bewilligungs- und Ver­si­che­rungs­pflich­ten.“

Die Schäden und Gefahren

Die Band­brei­te jener Schä­den, die durch Droh­nen ver­ur­sacht wer­den kön­nen, sei groß:

  • Von Beschä­di­gun­gen an Strom­lei­tun­gen, Bäu­men, Flug­zeu­gen und Gebäu­den bis hin zu Ver­let­zun­gen an Men­schen oder Tie­ren, kön­nen Droh­nen eini­ges anrich­ten.
  • Der Pro­pel­ler kann Schnitt­ver­let­zun­gen oder Hör­schä­den ver­ur­sa­chen, bei einem Kurz­schluss auf­grund defek­ter Elek­tro­nik in tro­cke­nen Gebie­ten droht Brand­ge­fahr.
  • Auch die Zahl der durch Droh­nen beschä­dig­ten Autos sei stark ange­stie­gen.
  • Zusätz­li­ch kann es auch zu Beein­träch­ti­gung von Per­sön­lich­keits­rech­ten, etwa durch das Fil­men von Per­so­nen, kom­men.

„Auf­grund der Kom­ple­xi­tät des The­mas soll­te man sich unbe­dingt sach­kun­dig bera­ten las­sen“, meint Wend­ler. „Die Wie­ner Städ­ti­sche ist bereits seit den 50er Jah­ren als Luft­fahrt­ver­si­che­rer tätig, unse­re Aviation-Spezialisten infor­mie­ren umfas­send zu Bewil­li­gungs­pflicht und Ver­si­che­rung und ste­hen ger­ne mit kom­pe­ten­tem, indi­vi­du­el­lem Ser­vice zur Ver­fü­gung.“

Drohnen-Vorschriften und -Polizzen

Die Städ­ti­sche macht nicht zufäl­lig jetzt auf die Drohnen-Gefahren auf­merk­sam, schließ­li­ch hat man seit kur­zem eine spe­zi­el­le „Droh­nen­ver­si­che­rung“ im Ange­bot: Die­se ersetzt laut den Anga­ben Sach- und Per­so­nen­schä­den durch Droh­nen. Ganz frei­wil­lig ist das übri­gens nicht: Eine Haft­pflicht­ver­si­che­rung ist gemäß Luft­fahrt­ge­setz (LFG) für Flug­mo­del­le, die kein Spiel­zeug sind, und für Droh­nen der Klas­se 1 und 2 (s.u.), ver­pflich­tend.

Vom Geschenk für Kin­der bis zum Land­ver­mes­sungs­ge­rät im Wert von fünf Mio. Euro ver­si­che­re man kon­kret alle Flug­mo­del­le – das sind sol­che, die aus­schließ­li­ch zum Flie­gen gedacht sind – und Droh­nen der Klas­se 1 mit der not­wen­di­gen Bewil­li­gung der Austro-Control, so die Städ­ti­sche. Die Prä­mi­en bewe­gen sich dem­nach zwi­schen 130 und 175 Euro jähr­li­ch – je nach­dem, ob pri­vat oder gewerb­li­ch genützt – für eine Ver­si­che­rungs­sum­me von 1,5 Mio. Euro.

Die Versicherungspflicht

Gene­rell gilt: Für alle Droh­nen, die nicht als Spiel­zeug (bis 250 g) defi­niert sind, bestehe Ver­si­che­rungs­pflicht und – sobald sie für z.B. Foto- oder Film­flü­ge ver­wen­det wer­den – zusätz­li­ch Bewil­li­gungs­pflicht durch die Flug­auf­sichts­be­hör­de Austro-Control.

Droh­nen wer­den laut Städ­ti­scher näm­li­ch in meh­re­re Klas­sen ein­ge­teilt: Spiel­zeu­ge, Flug­mo­del­le (ohne Kame­ra) sowie unbe­mann­te Luft­fahr­zeu­ge der 1. und 2. Klas­se. Die meis­ten Hobby- und Frei­zeit­droh­nen im Han­del fal­len in die Kate­go­rie der unbe­mann­ten Luft­fahr­zeu­ge der Klas­se 1.

Die Ein­tei­lung der Droh­nen im Detail:

  • Klei­ne Droh­nen mit max. 250 g Abflug­ge­wicht sind als „Spiel­zeug“ klas­si­fi­ziert. Sie müs­sen eine maxi­ma­le Flug­hö­he von 30 m ein­hal­ten und sind nicht ver­si­che­rungs­pflich­tig.
  • Flug­mo­del­le unter 25 kg sind kein Spiel­zeug im Sinn der oben ange­führ­ten Defi­ni­ti­on, es besteht Ver­si­che­rungs­pflicht und sie unter­lie­gen dem Luft­fahrt­ge­setz.
  • Für Flug­mo­del­le über 25 kg und Droh­nen der Klas­se 1 besteht Ver­si­che­rungs­pflicht, sie unter­lie­gen dem Luftfahrt-Gesetz und sie benö­ti­gen eine Bewil­li­gung durch die Austro-Control. Die Austro-Control legt die Ver­wen­dung, das Ein­satz­ge­biet und die Pilo­ten fest. Das Flug­ob­jekt muss mit frei­em Auge sicht­bar sein.
  • Droh­nen der Klas­se 2 schließ­li­ch sind sol­che, die selbst­stän­dig im Flug ver­wen­det und ohne Sicht­ver­bin­dung betrie­ben wer­den, z.B. wenn der Pilot in Wien sitzt und die Droh­ne Strom­lei­tun­gen in Tirol abfliegt. Für die­se Klas­se bie­tet die Wie­ner Städ­ti­sche kei­nen Ver­si­che­rungs­schutz.

Link: Austro-Control

Link: Wie­ner Städ­ti­sche