Partnervermittlungen sind oft Kostenfallen, warnt EVZ

Online-Dienste. Wer mit den Diens­ten von Online-Partnervermittlungen nicht zufrie­den ist und wider­ruft, steht vor Pro­ble­men, warnt das Euro­päi­sche Ver­brau­cher­zen­trum (EVZ): Wider­ruf kann teu­er wer­den, es gebe zahl­rei­che Fäl­le von über­höh­ten Zah­lungs­for­de­run­gen.

Wer sich bei einer Online-Partnervermittlung anmel­det, zahlt nicht zu knapp. Stol­ze 296,51 Euro zahl­te eine Kon­su­men­tin für eine 6-monatige Premium-Mitgliedschaft. Nur einen Tag nach der Anmel­dung wider­rief sie ihren Ver­trag. Gera­de ein­mal zwei Kon­tak­te kamen in die­ser Zeit zustan­de. Trotz­dem berech­ne­te ihr der Anbie­ter eine Nut­zungs­ge­bühr (so genann­ter „Wert­er­satz“) von 118,60 Euro.

Ver­är­gert wand­te sich die Ver­brau­che­rin an das Euro­päi­sche Ver­brau­cher­zen­trum (EVZ), das in Öster­reich beim VKI ange­sie­delt ist. Mit ihrer Beschwer­de war sie nicht die ers­te. Immer wie­der wen­den sich Ver­brau­cher mit Beschwer­den über Part­ner­bör­sen an das EVZ, heißt es.

Wie die Regeln aussehen

Gene­rell gilt laut EVZ:

  • Kun­den von Online-Partnerbörsen steht ein 14-tägiges Wider­rufs­recht zu (aber Vor­sicht, wenn die Mit­glied­schaft bereits genutzt wur­de).
  • Bei frist­ge­rech­tem Wider­ruf muss der Mit­glieds­bei­trag rück­erstat­tet wer­den.

Der Haken: Wur­de die Mit­glied­schaft bereits genutzt, indem man bei­spiels­wei­se mit ande­ren Sin­gles in Kon­takt getre­ten ist, kann der Anbie­ter einen soge­nann­ten Wert­er­satz ver­lan­gen, so das EVZ. Die Part­ner­bör­sen for­dern laut den Anga­ben oft über 50 Pro­zent der Kos­ten einer Mit­glied­schaft.

Begrün­det wird das damit, dass nicht die Lauf­zeit der Mit­glied­schaft ent­schei­dend sei, son­dern die Tat­sa­che, dass Kun­den schon mit ande­ren Mit­glie­dern Kon­takt auf­ge­nom­men hät­ten.

Unter Kon­takt ver­ste­hen die Part­ner­bör­sen das Schrei­ben von Nach­rich­ten, eine Foto­frei­ga­be und das Drü­cken von But­tons („Kom­pli­ment“, „Zuzwin­kern“). Ein Tref­fen oder län­ge­re Kor­re­spon­denz sind nicht erfor­der­lich, es genügt auch eine kur­ze Nach­richt.

Die wichtigsten Regeln

Auf der Web­site des EVZ geht Exper­te Rein­hold Schranz näher ins Detail. Gene­rell gibt er fol­gen­de Tipps im Umgang mit Part­ner­bör­sen (vie­le davon sind ganz all­ge­mein bei Ver­trags­ab­schlüs­sen im Inter­net nütz­lich):

  • Man kann es nicht oft genug beto­nen: Bevor Sie etwas unter­schrei­ben oder zah­len, lesen Sie sich das Klein­ge­druck­te, die AGB, auf­merk­sam durch. „Gera­de bei Part­ner­bör­sen ist es lei­der oft so, dass ein schein­bar güns­ti­ges oder sogar kos­ten­lo­ses Ange­bot den Kon­su­men­ten plötz­lich teu­er zu ste­hen kommt“, so Schranz.
  • Machen Sie Screen­shots von den ein­zel­nen Schrit­ten bis zum Ver­trags­ab­schluss und spei­chern Sie die AGB ab (die Fir­ma muss Ihnen die­se zur Ver­fü­gung stel­len). War­um? „Eine Web­site kann rasch geän­dert wer­den und dann wird es schwer, nach­träg­lich zu bewei­sen, wie die­se zum Zeit­punkt des Ver­trags­ab­schlus­ses gestal­tet und wie Inhal­te for­mu­liert waren“, so EVZ-Experte Schranz.
  • Erkun­di­gen Sie sich schon bei Ihrer Anmel­dung nach der Dau­er des Abos, den Kün­di­gungs­fris­ten und der Kün­di­gungs­form (form­lo­se Mail, Brief oder Fax).
  • Brin­gen Sie vor Ver­trags­ab­schluss in Erfah­rung, ob und wel­chen Wert­er­satz der Anbie­ter berech­nen wird, wenn Sie den Ver­trag been­den wol­len.
  • Wenn Sie gleich nach der Anmel­dung fest­stel­len, dass Ihnen der Ser­vice nicht zusagt, dann rät das EVZ, die Part­ner­bör­se nicht mehr zu besu­chen und kei­ne Mit­glie­der zu kon­tak­tie­ren. „Wider­ru­fen Sie den Ver­trag. So ver­mei­den Sie hohe Wert­er­satz­for­de­run­gen“, so Schranz.
  • Soll­te bei Ihrem Abo eine auto­ma­ti­sche Ver­län­ge­rung vor­ge­se­hen sein, rät das EVZ, die­se bereits beim Ver­trags­ab­schluss abzu­leh­nen. Auf die­se Wei­se ver­mei­den Sie spä­te­re Strei­tig­kei­ten mit der Part­ner­bör­se.
  • Ach­tung: Das blo­ße Löschen Ihres Pro­fils führt in der Regel nicht (!) zur Been­di­gung des Abos, warnt das EVZ.

Link: EVZ