20. Feb 2017   Finanz

Finanzwissen: Schweiz gegen Österreich 1:0

Vorsorge. Laut einer Studie der FH St. Pölten und der Hochschule Luzern kennen sich die Schweizer in punkto Vorsorge und Veranlagung besser aus als die Österreicher – und das hat Folgen.

Denn je mehr jemand über Finanzen Bescheid weiß, desto besser funktioniert die Pensionsvorsorge. Konkret ging es in besagter Studie um die sogenannte Financial Literacy. Darunter versteht man Kenntnis und Verständnis von Finanzprodukten, Finanzmärkten und finanzwirtschaftlichen Zusammenhängen, aber auch die Fähigkeit, dieses Wissen anzuwenden. Studien zeigen, dass es bei dieser Praxisanwendung sowohl zwischen den Ländern als auch innerhalb von Gesellschaften große Unterschiede gibt.  „Wir wissen, dass sich diese Unterschiede stark auf die Pensionsvorsorge, das Investitions- und Informationsverhalten auswirken, und in Folge den Wohlstand fördern, aber auch gefährden können“, sagt Monika Kovarova-Simecek, FH-Dozentin am Department Medien und Wirtschaft der FH St. Pölten und Co-Autorin der Studie.

Inflation & Fremdwährung

Wer sich auskennt, kann beispielsweise einschätzen, was die Inflation für die eigenen Ersparnisse bedeutet, welche Finanzprodukte derzeit sinnvoll sind oder wie sich Wechselkursänderungen bei Fremdwährungskrediten auswirken. Für die Studie wurden 442 Personen (336 in Österreich, 106 in der Schweiz) befragt. Dabei zeigt sich, dass das Finanzwissen der österreichischen Erwerbstätigen nicht allzu hoch ist und sie ihr Wissen eher überschätzen. Und genau das scheint sich auf die Pläne zur privaten Pensionsvorsorge auszuwirken: Mehr als die Hälfte der Schweizer sorgen vor, in Österreich hingegen treffen beinahe zwei Drittel der Befragten keine zusätzlichen Vorsorgepläne für die Pension.

Ein weiteres Ergebnis der Studie (Titel: „Financial Literacy and Pension Planning – A Comparative Study for Austria and Switzerland“): In Österreich gehen eher nur Personen an die Börse, die mehr Finanzwissen haben, die Skepsis gegenüber der Börse ist generell höher. „In der Schweiz hingegen ist die Affinität für die Börse unter allen befragten Personen höher, unabhängig vom Stand des Finanzwissens“, sagt Kovarova-Simecek.

Tipp: Überblick über aktuelle Sparzinsen

Link: FH St. Pölten

Link: Hochschule Luzern

(rp)

    Weitere Meldungen:

  1. Neuer „Consumer Day“ soll Kaufverhalten beleuchten
  2. Commerz Real kauft Immoprojekt VBC4: Die Kanzleien
  3. Auch zwei Mütter sind immer Eltern, so VfGH
  4. IFM GIF erhöht Flughafen-Anteil mit Kanzlei E+H