28. Feb 2017   Business Steuer Tech

Studie: Die Gründer-Wahrheit hinter der Start-up-Propaganda

Wien. Nur ein Bruchteil der Neugründungen in Österreichs sind Start-ups: Das hat jetzt eine Studie der KMU Forschung Austria im Auftrag der Wirtschaftskammer ergeben.

Demnach sind nur 1,5 bis drei Prozent der jährlichen Neugründungen als Start-ups einzustufen – das sind etwa 500 bis 1000 Unternehmen. Start-ups sind nämlich keineswegs alle Neugründungen, sondern nach international üblicher Definition nur solche, die eine technologische bzw. organisatorische Innovation einführen (und dafür meist auf Risikokapital setzen), erst einige Jahre alt sind und ein besonders rasches Wachstum anstreben.

Die Kehrseite der Medaille bei den Start-ups: Die meisten erreichen ihr Ziel nicht und verschwinden wieder in der Versenkung. Die auch in Österreich zunehmend von Förderungen der öffentlichen Hand unterstützte Start-up-Welle hat dennoch einen handfesten Hintergrund: Gesellschaft wie Risikokapitalgeber setzen darauf, dass in der großen Anzahl geförderter Unternehmen einige Treffer sind, die im Idealfall zu den Googles oder Teslas von morgen zählen, also umwälzende Neuerungen mit marktveränderndem Potenzial lancieren.

Auch Privatkapital will Österreichs Regierung verstärkt in die Start-ups investieren lassen. Da aber „nur ein bis zwei von 10 Start-ups“ es schaffen, sich am Markt durchzusetzen, müssen dafür die Rahmenbedingungen noch sehr genau betrachtet werden, hielt Elisabeth Stadler, CEO von Österreichs größter Versicherungsgruppe VIG, erst vor kurzem in einem Interview fest.

Eckdaten zu den Start-ups

Laut dem im November 2016 veröffentlichten „European Startup Monitor 2016″ (Country Report Austria) waren 92,9% der Start-up-Gründer männlich. Im Schnitt waren sie 30,8 Jahre alt und hatten ein Team von 2-3 Personen.

Fast 90 Prozent verwenden für die Gründung Eigenmittel, 55 Prozent erhalten Gelder der öffentlichen Hand, 30% erhalten Hilfe von Inkubatoren, Risikokapitalgebern etc. Die WKÖ-Jungunternehmervertretung Junge Wirtschaft fordert in diesem Zusammenhang steuerliche Verbesserungen für Investoren.

Link: Junge Wirtschaft

 

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