15. Mrz 2017   Bildung & Uni Nova Recht

Die Steirer stellen ihr Kultur- und Wissenschaftserbe online

Digitale Plattform. Das Online-Repositorium „Steirisches Wissenschaftserbe“ bietet Gründungsurkunden, Handschriftensammlung, digitale Postkarten und virtuelle Rundgänge – von steirischen Kriminalfällen bis klassischer Antike. 

Neben dem strukturierten Suchzugang zu über 25.000 Einträgen werden virtuelle Rundgänge angeboten: Besucher können beispielweise durch das Hans Gross-Kriminalmuseum spazieren oder sich über die Campusgeschichte der TU Graz sowie den Komponisten und Schubert-Zeitgenossen Anselm Hüttenbrenner informieren.

Das Projekt

Erstmals seien Sammlungen zahlreicher steirischer Universitäten mit Beständen anderer Kulturerbeinstitutionen, wie der Postkartensammlung des GrazMuseums oder der Urkundensammlung des Diözesanarchivs Graz-Seckau vernetzt.

Vor drei Jahren startete die Karl-Franzens-Universität Graz gemeinsam mit der Technischen Universität Graz, der Kunstuniversität Graz, dem GrazMuseum, dem Universalmuseum Joanneum sowie dem Land Steiermark das Großprojekt „Repositorium Steirisches Wissenschaftserbe“. Es wurde durch die Hochschulraumstrukturmittel-Vergabe mit 1,1 Millionen Euro finanziert.

Ziel war es, explizit steirisches Kultur- und Wissensgut digital aufzubereiten, zu sichern und öffentlich zugänglich zu machen, so die Uni: Nun ist die daraus entstandene Plattform „Kultur- und Wissenschaftserbe Steiermark“ für die Wissenschaft und Öffentlichkeit online und kostenlos verfügbar.

„Seit 2014 konnten zahlreiche Objekte nach neuestem technischen Standard digitalisiert und wissenschaftlich bearbeitet werden, bei allen PartnerInnen wurde entsprechende Infrastruktur geschaffen und weiterentwickelt. Der Kultur- und Forschungsstandort Steiermark ist nun in einer gemeinsamen Sammlung virtuell vereint und international noch besser sichtbar“, sagt Univ.-Prof. Peter Scherrer, Uni-Graz-Forschungsvizerektor und Projektleiter.

Digitale Sammlungen und virtuelle Rundgänge

„Es waren Daten bei den Partnerinstitutionen zwar digital vorhanden, einiges musste aber erst erfasst werden. Die Herausforderung war es, die Objektdaten zu vereinen, einheitlich durchsuchbar zu machen und zu veröffentlichen“, so Projektkoordinatorin Elisabeth Steiner vom Zentrum für Informationsmodellierung – Austrian Centre for Digital Humanities (ZIM-ACDH) an der Uni Graz: „Durch das Webportal wird selten oder einmalig vorhandenes Wissenschafts- und Kulturerbe der Steiermark für Lehrende, Forscher und Studierende, aber auch für die interessierte Öffentlichkeit bereitgestellt und gesichert.“

Österreichweit sieht sich das ZIM-ACDH als Vorreiter auf dem Gebiet der intelligenten Wissensspeicherung: Eine eigene Professur für Digital Humanities wurde etabliert, im Wintersemester 2017/18 startet das neue Masterstudium „Digitale Geisteswissenschaften“.

Link: Kultur- und Wissenschaftserbe Steiermark

 

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