19.000 Kapital-Zufluss-Meldungen aus Schweiz, Liechtenstein

Mario Schläch­ter ©Mich­als­ki / BDO

Wien. Bereits über 19.000 „Kapi­tal­ab­schlei­cher“ aus Öster­reich haben dem Fis­kus Geld­er gemel­det, die sie in der Schweiz oder in Liech­ten­stein gebun­kert hat­ten, schil­dert BDO-Experte Mario Schläch­ter. 

Mit dem Steu­er­re­form­ge­setz 2015/2016 wur­de die Grund­la­ge zur Ent­de­ckung der soge­nann­ten Kapi­tal­ab­schlei­cher geschaf­fen, wel­che ihr Ver­mö­gen vor Inkraft­tre­ten der Steu­er­ab­kom­men mit der Schweiz und mit Liech­ten­stein nach Öster­reich rück­ge­führt haben, so Schläch­ter: Bis spä­tes­tens 31. Dezem­ber 2016 muss­ten näm­li­ch öster­rei­chi­sche Ban­ken Kapi­tal­zu­flüs­se ab EUR 50.000 aus die­sen Län­dern an die Finanz mel­den, wenn nicht eine straf­be­frei­en­de, frei­wil­li­ge Ein­mal­zah­lung geleis­tet wur­de.

Die ersten Ergebnisse

Wie eine par­la­men­ta­ri­sche Anfra­ge­be­ant­wor­tung von Finanz­mi­nis­ter Schel­ling vom 10. März 2017 zeigt, sind bei der Finanz­ver­wal­tung ins­ge­samt 19.189 Zufluss-Meldungen ein­ge­langt. Der gemel­de­te Kapi­tal­zu­fluss betrug ins­ge­samt über EUR 3,3 Mrd. Für einen Kapi­tal­zu­fluss von rd 80 Mio. EUR haben Steu­er­pflich­ti­ge die Mög­lich­keit der anony­men Ein­mal­zah­lung (iHv 38%) gewählt.

Die Abga­ben­be­hör­den müs­sen die ein­lan­gen­den Mel­dun­gen über Kapi­tal­zu­flüs­se lücken­los prü­fen, schil­dert Schläch­ter weiter: „Soweit von den Steu­er­pflich­ti­gen nicht ohne­hin eine Selbst­an­zei­ge abge­ge­ben wur­de, wer­den sicher­li­ch wei­ter­ge­hen­de Ermitt­lungs­ver­fah­ren und abga­ben­be­hörd­li­che Prü­fun­gen erfol­gen.“

In der par­la­men­ta­ri­schen Anfra­ge­be­ant­wor­tung habe Finanz­mi­nis­ter Schel­ling erklärt, dass sich die Daten­aus­wer­tung in der Ana­ly­se­pha­se befin­det, Ver­fah­ren wur­den bis­her nicht ein­ge­lei­tet.

Die Regeln bei der Selbstanzeige

Grund­sätz­li­ch gel­te, dass auch dann, wenn noch kein Ver­fah­ren sei­tens der Finanz­be­hör­den ein­ge­lei­tet wur­de, eine Selbst­an­zei­ge mit straf­be­frei­en­der Wir­kung abge­ge­ben wer­den kann, solan­ge kei­ne Tatent­de­ckung vor­liegt und sei­tens der Finanz noch kei­ne Ver­fol­gungs­hand­lun­gen gesetzt wur­den.

Schläch­ter: „Ver­fol­gungs­hand­lun­gen sind alle nach außen erkenn­ba­re Amts­hand­lun­gen eines Gerich­tes oder einer Behör­de, auch wenn die­se dem Ver­däch­ti­gen (noch) nicht bekannt sind. Sofern daher bis­her weder eine Selbst­an­zei­ge gemacht, noch die anony­me Ein­mal­zah­lung geleis­tet wur­de, soll­te sehr schnell reagiert wer­den und die kon­kre­ten Umstän­de mit einem Finanz­straf­rechts­ex­per­ten erör­tert wer­den.“

Link: BDO

Link: Finanz­mi­nis­te­ri­um

 

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