Junganwälte-Tag in NÖ zu aktuellen Entwicklungen

©RAK NÖ / Wer­ner Jäger

St. Pöl­ten. Beim Junganwälte-Tag der Rechts­an­walts­kam­mer NÖ (RAK NÖ) ging es um Know-how für Berufs­ein­stei­ger. Im Fokus stand u.a. das neue Erwachsenenschutz-Gesetz, dass 2018 ein­ge­führt wer­den soll. Es ändert die Spiel­re­geln, belas­tet aber auch die Anwäl­te, kri­ti­siert Prä­si­dent Schwarz.

15 neu zuge­las­se­ne Anwäl­te aus dem Bun­des­land nutz­ten die Ver­an­stal­tung in St. Pöl­ten zum gegen­sei­ti­gen Ken­nen­ler­nen und um sich über aktu­el­le Rechts­the­men und die Ser­vice­leis­tun­gen ihrer Stan­des­ver­tre­tung zu infor­mie­ren, so ihre Kam­mer.

(Im Bild: v.l.n.r. Dr. Chris­ti­ne Riess, Mag. Mar­lies Teu­fel, RAK NÖ-Vizepräsident Dr. Fried­rich Nuste­rer, Mag. Valen­ti­na Murr, Mag. Danie­la Wip­pel, RAK NÖ-Präsident Dr. Micha­el Schwarz) 

Ins­ge­samt gibt es der­zeit in Nie­der­ös­ter­reich 441 Rechts­an­wäl­te (davon 22 % weib­lich) und 141 Rechts­an­walts­an­wär­ter (davon 44 % weib­lich).

Gesprächsthema Erwachsenenschutz-Gesetz

Micha­el Schwarz, Prä­si­dent der RAK NÖ: „Wir hei­ßen die jun­gen Rechts­an­wäl­tin­nen und Rechts­an­wäl­te will­kom­men in unse­rer Bran­chen­ver­tre­tung. Erfah­rungs­ge­mäß hat es sich bewährt aktu­el­le The­men bzw. bevor­ste­hen­de Neue­run­gen zu die­sem Anlass zu dis­ku­tie­ren. Heu­er das neue Erwach­se­nen­schutz­ge­setz, das jeden von uns betref­fen kann und sehr wich­tig ist.“

Anfang des Jah­res wur­de das neue Erwachsenenschutz-Gesetz vom Minis­ter­rat beschlos­sen. Mit der Neue­rung wird Men­schen, die nicht mehr in der Lage sind, ihre Ange­le­gen­hei­ten, wie z. B. Behör­den­we­ge, selbst zu erle­di­gen, mehr Auto­no­mie zuge­spro­chen.

„Betrof­fe­ne Per­so­nen wer­den nun, stär­ker als bis­her, beglei­tet und unter­stützt. Ein wich­ti­ger Punkt ist auch, dass die Ver­trau­ens­per­son im Vor­hin­ein selbst­be­stimmt aus­ge­wählt wer­den kann und nicht zwin­gend durch ein Gericht bestimmt wird“, sagt Schwarz.

Kritik am Gesetz

„Wie jede Geset­zes­än­de­rung ist auch die Neue­rung des Erwachsenenschutz-Gesetzes nicht unum­strit­ten. Die Repu­blik hat für kei­nen pau­scha­len Kos­ten­er­satz bei einkommens- und ver­mö­gens­lo­sen Erwach­se­nen­ver­tre­tun­gen gesorgt: wie bis­her müs­sen Rechts­an­wäl­te kos­ten­los tätig wer­den und erhal­ten auch ihre Bar­aus­la­gen nicht ersetzt. Ein untrag­ba­rer Zustand, da eine Berufs­grup­pe hier ein Son­der­op­fer erbrin­gen muss“, so Schwarz.

Die RAK NÖ ver­tre­te nicht nur die Inter­es­sen der Berufs­grup­pe der Anwäl­te. Sie erfüllt auch öffentlich-rechtliche Auf­ga­ben und dient der Bevöl­ke­rung als Anlauf­stel­le für die „Ers­te Anwalt­li­che Aus­kunft“, die Ver­fah­rens­hil­fe oder für all­ge­mei­ne Rechts­in­for­ma­tio­nen.

Eine spe­zi­el­le Akti­on der RAK NÖ ist ihr Schul­pro­gramm „Anwäl­te machen Schu­le!“, das Leh­rer bei der Ver­mitt­lung von Rechts­the­men im Unter­richt unter­stützt.

Link: RAK NÖ