Das Jahrzehnt der Finanzkrise ist wohl vorbei

Kauf­lau­ne und Wachs­tum. Ver­brau­cher­ver­trau­en und Kon­junk­tur­kli­ma sind in Öster­reich im 10. Jahr seit Aus­bruch der gro­ßen Finanz­kri­se deut­li­ch in den posi­ti­ven Bereich zurück­ge­kehrt.

Das zeigt jeden­falls – nach den Pro­gno­sen der Wirt­schafts­for­schungs­in­sti­tu­te – nun auch das neue Wirt­schafts­ba­ro­me­ter des Spec­tra Insti­tuts, das auf einer brei­ten Mei­nungs­um­fra­ge (jähr­li­ch 10-12 „Meß­punk­te“ zu je 1000 Inter­views von Öster­rei­chern über 15 Jah­ren) basiert.

Die neue Lage

Das pri­va­te Kon­sum­kli­ma befin­det sich im ers­ten Quar­tal 2017 wei­ter­hin auf einem sehr anspre­chen­den Niveau und bestä­tigt, was sich über das gesam­te Jahr 2016 ange­deu­tet und abge­zeich­net hat: Der posi­ti­ve Trend ist nach­hal­tig, so Spec­tra.

  • Kon­kret lag der Anteil jener Öster­rei­cher, der beim Geld­aus­ge­ben zurück­hal­tend agie­ren, im 2016er-Jahresschnitt bei 43% und genauso war es jetzt auch im 1. Quar­tal 2017.
  • Die „Nicht-Sparer“ bzw. „Geld­aus­ge­ber“ – also jene, die der Wirt­schaft beson­de­re Freu­de machen – mach­ten 2016 bereits 24% der Bevöl­ke­rung aus, zu Jah­res­be­ginn 2017 waren es dann 25%. Im zehn­ten Jahr nach dem Aus­bruch der Finanz­kri­se dür­fe man daher davon aus­ge­hen, dass das Kon­sum­kli­ma auf einem Niveau gefes­tigt sei, das sogar bes­ser sei als jenes vor dem Aus­bruch der Kri­se: 25% ist näm­li­ch der höchs­te Wert seit dem Vorkrisen-Jahr 2006.
  • Auch beim Wirt­schafts­op­ti­mis­mus – also der Ein­schät­zung der Wirt­schafts­ent­wick­lung – zei­ge der Jah­res­trend mit gro­ßer Klar­heit nach oben. Der Pes­si­mis­mus ist von 2016 auf 2017 um 5 Pro­zent­punk­te gesun­ken (von 37% auf 32%), der Opti­mis­mus um 3 Pro­zent­punk­te gestie­gen (von 10% auf 13%). Die Erho­lung des Wirt­schafts­kli­mas ist also – aus der Sicht der Bevöl­ke­rung – nach­hal­tig.

Im Gegen­satz zum pri­va­ten Kon­sum­kli­ma feh­le aber beim Wirt­schafts­op­ti­mis­mus doch noch ein ordent­li­ches Stück auf das Vor­kri­sen­jahr 2007. Denn damals kann­te die Wirt­schafts­eu­pho­rie kaum Gren­zen. Das ers­te Mal seit 14 Jah­ren gab es damals mehr Opti­mis­ten als Pes­si­mis­ten.

Soweit ist es 2017 noch lan­ge nicht, der Wirt­schafts­op­ti­mus hat aber immer­hin das Niveau der Jah­re 2012 bis 2014 erreicht, also vor der letz­ten Ein­trü­bung.

Das Fazit

Dass die (an sich sehr erfreu­li­che) Ent­wick­lung des Wirt­schafts­op­ti­mis­mus nach wie vor hin­ter dem pri­va­ten Kon­sum­kli­ma etwas nach­hin­ke, sei sym­pto­ma­ti­sch für die Nach­kri­sen­jah­re. Denn es war unter ande­rem die nach der Kri­se schnell wie­der gewon­ne­ne Kon­sum­freu­de, die Öster­reich trotz tris­ter Wirt­schafts­da­ten in Fahrt gehal­ten hat, mei­nen die Spectra-Forscher.

Link: Spec­tra

 

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