08. Mai 2017   Business Recht Veranstaltung

Lansky gibt mit AICC Tipps zur Terrorbekämpfung

Wien. Der Erfolg eines Terroranschlags liegt in der Berichterstattung darüber: Diese Erkenntnis – und das richtige Krisenmanagement für Unternehmen und Institutionen – waren jetzt Thema einer Veranstaltung der Austrian Israeli Chamber of Commerce (AICC).

Die AICC lud am 4. Mai 2017 Security-Technologieanbieter, Krisenmanagementexperten und AICC-Mitglieder zum Business Breakfast in die Kanzlei Lansky, Ganzger & Partner (LGP)

Die Veranstaltung in den Räumlichkeiten der Rechtsanwaltskanzlei wurde von ORF-Mitarbeiter Tarek Leitner moderiert. Krisenkommunikationsexperte Prof. Shlomo Shpiro fasste anhand von Praxisbeispielen die Erfolgskriterien im Krisenmanagement zusammen.

Außerdem informierten die israelischen Security-Anbieter Cyber Trap, Mifram, Octopus und TAM-C Solutions über Trends in der Sicherheitstechnologie, so die Veranstalter.

Auch Terroristen geht es um erfolgreiche Kommunikation

Nur wenige Länder düften so viel Erfahrung im Umgang mit Terrorgefahr haben wie Israel: Gastgeber Gabriel Lansky, Rechtsanwalt und Präsident der AICC, unterstrich in seinem Statement die zentrale Bedeutung professioneller Mechanismen der Krisenkommunikation.

Nur sie würden sicherstellen, dass Angreifer nicht in den Genuss ihres >Erfolgs< kämen und in der Öffentlichkeit eine Stimmung von Angst und Unsicherheit verbreiteten. „Die Herausforderung liegt also darin, adäquate Instrumente zur Prävention zu finden“, so Lansky.

Notfall ohne Reputationsschaden bewältigen

Anhand von Fallstudien gab Krisenmanagement-Experte Professor Shlomo Shpiro Einblick in die präventive Krisenkommunikation bei terroristischen Anschlägen. So verfolge zum Beispiel Safe Comms, eine Initiative der Bar-Ilan-Universität, das Ziel, öffentliche Einrichtungen in Europa mit einem präventiven Krisenkommunikationsplan für den Ernstfall vorzubereiten und kommunikative Folgen einzudämmen.

Kürzlich habe man mit dem sogenannten „Radicalization Radar“ ein neues Projekt gestartet, das auf die Identifikation von Radikalisierungstendenzen in der Gesellschaft abziele. „Früher haben sich die Medien angekündigt, heute berichtet der Smartphone-User live über Terroranschläge. Terroristen setzen Attacken gezielt ein, um über die mediale Berichterstattung die gesamte Gesellschaft zum Opfer zu machen“, so Shpiro.

Die Medienberichterstattung in der Primetime bringe den Angreifern einen enormen Impact. Tatsächliche Opferzahlen treten angesichts der >Media Coverage< und der Reaktion von Behörden in den Hintergrund.

Ziel der Terroristen ist Verunsicherung durch Aufregung

„Die Schäden eines Anschlags sind bei einem Gebäude schnell behoben, die Verunsicherung einer gesamten Gesellschaft bleibt“, warnte Shpiro. Es stelle sich immer die Frage: Wie hätte ein Anschlag verhindert werden können?

Als kritische Erfolgsfaktoren auf der kommunikativen Ebene nannte Shpiro:

  • Das Management müsse mit einer Stimme zeitnah an die Öffentlichkeit treten und für die Adressaten Relevantes schnell kommunizieren und mit geeigneten Bildern unterlegen.
  • Empathie mit den Opfern sei bei einer Terrorattacke oberstes Gebot der Stunde, Themen der Corporate Social Responsibility und des Corporate Trust seien fixe Bestandteile effektiven Krisenmanagements. „Noch kein Unternehmen hat Geld verloren, weil es das Richtige gemacht hat und den Opfern eines Anschlags geholfen hat“, so Shpiro.
  • Auch Social Media-Aktivitäten des eigenen Managements und die interne Kommunikation der Mitarbeiter seien im Auge zu behalten.
  • Letztlich sei für den Erfolg in der Schadensbegrenzung ausschlaggebend, ob in der jeweiligen Organisation entsprechende Standards mit Trainings implementiert seien.

Networking im Anschluss an Resilience-Event

Der Einladung zum AICC Business Breakfast und der anschließenden Firmenpräsentation der AICC folgten laut den Angaben rund 70 Entscheidungsträger aus Forschung, Politik und Wirtschaft.

Unter den Gästen waren demnach Julia Andras, Rechtsanwältin LGP und Generalsekretärin AICC; Tal Bar Or, Octopus; Gabrielle Costigan, OMV AG; Ronald Frankl, Managing Partner LGP; Elad Gadot, Geschäftsführer Corposec, Sicherheitsexperte und Präsidiumsmitglied AICC; Gerald Ganzger, Medienanwalt und Managing Partner LGP; Werner Heihal, PORR AG; Trade Officer Julia Jarolimek, Botschaft des Staates Israel; Peter F. Kollmann, Verbund AG; Avi Kravitz, Cybertrap und Robert Krepp, DenizBank AG.

Ebenfalls dabei: David Langhammer, Pallas Capital AG; Gabriel Lansky, Managing Partner LGP und Präsident AICC; Yotam Notrika, TAM-C; David Noy, Mifram; Professor Shlomo Shpiro, Bar-Ilan Universität Tel Aviv; Eveline Steinberger-Kern, Geschäftsführung The Blue Minds Company und VP AICC; Herbert Stepic, Unternehmensberater; u.v.m.

Link: AICC

 

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