FX-Kredite laut FMA seit der Eurokrise halbiert

23. Jun 2017   Finanz Recht

Wien. Die Finanzmarktaufsicht FMA sieht sich beim Rückbau der Fremdwährungskredite weiter auf Kurs.

Dies gehe aus der Erhebung der FMA zur Entwicklung der FX-Kredite im 1. Quartal 2017 hervor:

  • Konkret ist das aushaftende Volumen an Fremdwährungskrediten (FX-Kreditvolumen) an private Haushalte ist im ersten Quartal 2017 im Vergleich zum Quartal davor wechselkursbereinigt um € 1,07 Mrd. oder 5,1% gesunken. Im Vergleich zum Vorjahresquartal war es ein Rückgang um € 3,26 Mrd. oder 14,2%.
  • Damit konnte das an private Haushalte aushaftende FX-Kreditvolumen seit Verhängung des Neuvergabe-Stopps im Herbst 2008 und den begleitenden Maßnahmen zur Begrenzung des Risikos bei den bestehenden Krediten wechselkursbereinigt um € 28,66 Mrd. oder 62,2% gesenkt werden, so die FMA.
  • In absoluten Zahlen haften noch FX-Kredite an Private im Gegenwert von € 20,03 Mrd. aus; zum Höchststand 2011 waren dies € 38,8 Mrd. Damit hat sich der Bestand an FX-Krediten seit dem Höchststand also fast halbiert.

Während der Finanz- und Euro-Schuldenkrise hatte die FMA die Notbremse gezogen und mit stark verschärften Auflagen begonnen, die bis dahin beliebten FX-Kredite (vor allem in Schweizer Franken) zurückzudrängen.

Die neuen Regeln

Wie wichtig der FMA der geordnete Abbau des Risikos aus Fremdwährungskrediten für private Haushalte ist, zeige auch die Tatsache, dass man Ende April die Mindeststandards für Fremdwährungskredite und Kredite mit Tilgungsträgern noch einmal verschärft habe, so der FMA-Vorstand, Helmut Ettl und Klaus Kumpfmüller.

Beträgt die Restlaufzeit des Fremdwährungskredites weniger als acht Jahre muss die Bank den Kreditnehmer zumindest jährlich über die aushaftende Schuld in Euro sowie gegebenenfalls die zu erwartende Deckungslücke informieren. Weiters hat sie angemessene Maßnahmen zur Begrenzung des Risikos anzubieten.

Denn nach wie vor gebe es ein erhebliches Risiko, dass Wechselkursschwankungen die Rückzahlung des Kredites weiter verteuern.

Im ersten Quartal 2017 entfiel mit 96,0% der Großteil des FX-Forderungsvolumens auf Schweizer Franken und der Rest beinahe zur Gänze auf Japanische Yen. Seit Anfang 2008 hat der Schweizer Franken (bis 31.03.2017) um 54,7% aufgewertet und pendelte sich im ersten Quartal 2017, nach Aufhebung des Mindestkurses von 1,20 im Jänner 2015, zwischen 1,0637 und 1,075 ein.

Link: FMA

 

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