14. Jul 2017   Business Recht Tech

Cyber Security: So arbeitet die Kammer-Hotline

Graz/Wien. Die WKO hat mit der Cyber-Security-Hotline ein neues Service für Mitglieder gestartet. Was alles getan wird, unterscheidet sich allerdings je nach Bundesland.

Unter der Tel. 0800 888 133 kann jedes österreichische Unternehmen bei Cyberattacken die WKO um Rat fragen. Antworten bekommen alle Mitglieder der Wirtschaftskammern Österreichs, also alle Unternehmen, heißt es weiter.

In derzeit 6 Bundesländern gibt es neben der Callcenter-Nothilfe auch einen Bereitschaftsdienst durch 27 spezialisierte IT-Security Firmen, die bei Bedarf zum geschädigten Unternehmen fahren und konkret helfen, so Wolfgang Schinagl, Projektleiter und CIO bei der Wirtschaftskammer Steiermark. Getragen und finanziert wird das Pilotprojekt gemeinsam von den Wirtschaftskammern Steiermark, Burgenland, Kärnten, Oberösterreich, Vorarlberg sowie Tirol.

Der Bedarf besteht

Laut Umfrage war bereits fast jedes vierte Unternehmen einmal Opfer einer Cyberattacke. Aus diesem Grund habe die WKO ihr Serviceportfolio nun um die Cyber-Security-Hotline erweitert. WKO Steiermark Präsident Josef Herk: „Wir werden im Zuge der WKO-4.0-Reform nicht nur die Beiträge zu senken, wir wollen auch zusätzliche Services an-bieten. Die neue Cyber-Security-Hotline ist ein erstes solches Angebot.“

Während die Gesamtzahl der in der Steiermark angezeigten Straftaten im Vorjahr um 1,6 Prozent auf insgesamt 55.497 gesunken ist, sind einige für die Wirtschaft relevanten Kriminalitätsformen zuletzt gestiegen: Allen voran der Bereich Cyberkriminalität, hier gab es im vergangenen Jahr 1.425 angezeigte Fälle – das entspricht einem Plus von 31,1 Prozent gegenüber 2015. Rund 1,6 Milliarden Euro kosten Österreichs Wirtschaft alljährlich die Folgen aus Cyberkriminalität und Betriebsspionage, heißt es weiter.

So funktioniert die Hotline

Die Cyber-Security-Hotline unterstützt in allen kritischen Fällen von Sicherheitsvorfällen mit Bezug auf IKT-Infrastruktur (PC, Server, Handy etc.), beispielsweise bei Virenbefall, Verschlüsselungstrojanern oder digitaler Erpressung, zum Beispiel Zahlung mit Bitcoins – also bei allen Fällen, die unter dem Begriff Cyber-Kriminalität zusammengefasst werden, berichtet WKO-Projektleiter Wolfgang Schinagl. Die bisherigen Erfahrungen zeigen den Bedarf, sagt er:

  • So rief ein Unternehmer aus der Steiermark an, dessen Daten von einem Verschlüsselungstrojaner verschlüsselt wurden – inklusive Forderung, 300 Euro pro Tag zu bezahlen.
  • Ein weiteres Unternehmen hatte im letzten Jahr ebenfalls durch einen Verschlüsselungstrojaner großen Schaden erlitten (12.000 Adressen waren verlorengegangen) und wollte wissen, was die Wirtschaftskammer diesbezüglich unternehmen will.
  • Ein Unternehmer hatte Fragen zu rechtlichen Schritten bezüglich Internetbetrug. Er wurde informiert, dass die Hotline für Notfälle gedacht ist und die WKO unter dieser keine rechtlichen Auskünfte in diesem Bereich geben kann.
  • In OÖ wurde am 12.6.2017 eine Anfrage an ein IT-Security Unternehmen weitergeleitet: Ein Unternehmer hatte bereits im November 2016 seine Daten an einen Verschlüsselungstrojaner verloren und war nun durch Werbung auf die Hotline aufmerksam geworden. Er hatte bis dahin nur Eigenversuche mit Entschlüsselungstools aus dem Internet unternommen, die leider erfolglos geblieben waren. Ein Servicebertrieb konnte ihm aber nun erfolgreich bei der Entschlüsselung helfen, so die Wirtschaftskammer.

Link: WKO (Cyber Security-Hotline)

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