Strasser und Totschnig neu in Bauern-Chefetage

18. Jul 2017   Business Personalia Recht Steuer
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Jakob Auer, Georg Strasser, Norbert Totschnig ©Harald Klemm

Wien. Georg Strasser soll Jakob Auer als Bauernbund-Präsident nachfolgen. Vizekanzler-Sekretär Norbert Totschnig wird zum neuen Direktor der ÖVP-Teilorganisation bestellt.

Die Übergabe sei geordnet, Strasser übernehme einen wohlbestellten Hof, formuliert es die offizielle Mitteilung des Österreichische Bauernbundes ganz im agrarischen Stil: Der Bauernbund ist die Dachorganisation der neun österreichischen Landesbauernbünde und mit über 236.000 Mitgliedern eine wichtige Teilorganisation der Neuen Volkspartei.

  • Auf Vorschlag des scheidenden Bauernbund-Präsidenten und Nationalratsabgeordneten Jakob Auer wurde im Bauernbund-Präsidium am 12.7.2017 als Nachfolger der Bürgermeister von Nöchling und Abgeordnete Georg Strasser, designiert.
  • Nach einer im Sommer stattfindenden Bundesländertour, bei der die künftigen Themenbereiche ausgearbeitet werden, werde sich Strasser der Wahl des Bundesbauernrates stellen, wird das weitere Verfahren beschrieben. Denn der Bundesbauernrat mit den Delegierten der Landeskammern ist jenes Gremium, das den Präsidenten wählt.

Der Neue ist Familiensprecher

„Georg Strasser hat eine beeindruckende Themen- und Kompetenzbreite. Sei es landwirtschaftlich als Betriebsleiter und Kenner der bäuerlichen Strukturen, als Bürgermeister aber auch als Nationalrat sowie als ÖVP-Familiensprecher“, so Auer: „Wer seinen Wahlkreis Mostviertel kennt, kennt die gesamte Palette der heimischen Land- und Forstwirtschaft.“

Als eine der wichtigsten Maßnahmen Auers, der seit 2011 im Amt ist, wird u.a. eine Reform der Einheitswerte für die Land- und Forstwirtschaft bezeichnet. Auer habe über die Parteigrenzen hinaus Ansprechpartner gefunden und dem Bauernbund auf bundespolitischer Ebene zu mehr Einfluß verholfen.

Ein zweistelliges Einkommensplus?

Derzeit sind die Bauern übrigens recht selbstbewußt: Ihre Branchenanalyse, der „Grüne Bericht“, hat ein durchschnittliches Einkommensplus von rund 14 Prozent im Jahr 2016 festgestellt – das stärkste seit langer Zeit.

Politische Gegner kritisieren bloß, dass der Bericht seit 50 Jahren von der Wirtschaftstreuhandgesellschaft LBG erstellt werde (die Landwirtschaftskammern-geprägt sei) und dabei Methoden zum Einsatz kommen würden, die im EU-Vergleich unüblich seien, was auch die Vergleichbarkeit erschwere.

Wie dem auch sei: Die Bauern-Einkommen bezeichnet auch der designierte neue Präsident als eines seiner wichtigsten Themen. Strasser will „speziell die Kooperation mit den bäuerlichen Organisationen und Institutionen verstärken wie auch die Bundesländer mit einbeziehen“. Als Themen für seine Bundesländer-Tour sieht Strasser „Unsere Heimat“ – die ländliche Region im Dialog mit dem urbanen Raum“ sowie ein Bekenntnis zu Europa, das aber den Regionen dienen müsse, die Sicherung der Einkommen, um dem Strukturwandel weiter entgegenzuwirken, ferner die soziale Sicherheit für die bäuerlichen Familien und schließlich die Anerkennung der Landwirtschaft in der Gesellschaft.

Totschnig neuer Bauernbund-Direktor

Um für diese künftigen Herausforderungen gewappnet zu sein, setze der designierte Bauernbundpräsident – schon vor der Wahl durch den Bundesbauernrat – auch personell neue Schritte: Norbert Totschnig, der im ÖVP-Klub die Agrar- und Umweltagenden koordiniert sowie zuvor in den Kabinetten von Vizekanzler Michael Spindelegger und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner tätig war, soll als neuer Bauernbund-Direktor Johannes Abentung nachfolgen.

„Norbert Totschnig ist durch seine bisherigen Aufgabenbereiche bestens vernetzt und kann ideal alle auf uns zukommenden Herausforderungen bearbeiten wie auch lösen“, so Strasser.

Mit dem Duo Strasser – Totschnig will der Bauernbund also in die kommende Nationalratswahl am 15. Oktober 2017 marschieren.

Link: Bauernbund

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