25. Jul 2017   Business Finanz

Baubranche trotz flauen Erträgen mit guten Aussichten

Wien. Europas Baubranche stabilisiert sich auf hohem Niveau, Österreich ist mit Strabag in den Top-10 vertreten, heißt es in einem Deloitte-Bericht.

Die Aussichten für Europas Baubranche sind trotz leicht rückgängigem Gesamtertrag positiv: Die europäischen Baukonzerne können sich weiterhin im globalen Wettbewerb behaupten, heißt es in dem aktuellen Deloitte Report, der die Unternehmen nach Umsatz sowie Börsenwert listet. Mit Strabag und Porr finden sich auch zwei Österreicher unter den europäischen Top 50.

Stabile Branche in Europa

Laut Deloitte Report „European Powers of Construction“ ist die Lage der europäischen Baubranche weitgehend stabil:

  • Der Gesamtumsatz der Baukonzerne fiel im Beobachtungszeitraum um zwei Prozent niedriger aus als im Jahr davor, der Börsenwert sank insgesamt um fünf Prozent.
  • Dennoch lag der Marktwert der meisten Unternehmen höher als vor der Finanzkrise 2007.
  • Strategisch setzt die Branche laut Studie zunehmend auf Internationalisierung. So erwirtschaften die 20 größten Unternehmen bereits mehr als die Hälfte der Umsätze abseits ihrer Heimatmärkte.

„Die Baubranche hat sich im Gesamtblick auf hohem Niveau stabilisiert. Vor allem die gute Marktentwicklung in Frankreich, Schweden und Österreich konnte negative Performances wie die Großbritanniens ausgleichen“, so Alexander Hohendanner, Partner bei Deloitte Österreich.

Umsatzstärkste Bauunternehmen aus Frankreich

Im Spitzenfeld ist das Deloitte Ranking im Vergleich zum Vorjahr größtenteils unverändert:

  • Frankreich führt die Rangliste mit VINCI SA auf Platz 1 an. Der Baukonzern erwirtschaftete einen Jahresumsatz von rund 38 Milliarden Euro. Auch zwei weitere französische Unternehmen behaupten sich unter den Top 5.
  • Die Briten sind mit 13 Bauunternehmen am häufigsten unter den 50 Umsatzstärksten vertreten, gefolgt von Spanien und Schweden.
  • Weltweit gesehen dominieren chinesische Konzerne: Die vier größten Bauunternehmen der Welt haben ihren Sitz in China. Die Volksrepublik findet sich mit insgesamt sieben Vertretern in den weltweiten Top 25. Frankreich und Japan folgen mit jeweils vier Unternehmen im globalen Ranking.

Österreich punktet mit Strabag und Porr

Unter den Top-50 sind zwei österreichische Baukonzerne:

  • Auf Platz 6 der umsatzstärksten Bauunternehmen behauptet sich die Strabag.
  • Die Porr konnte sich im Vergleich zum Vorjahr um drei Plätze steigern und belegt damit Rang 22.

Auch in Hinblick auf den Börsenwert kann Österreich Erfolge erzielen. „Trotz leicht rückläufiger Erträge konnten wir bei Österreichs Baubranche insgesamt einen deutlichen Anstieg des Börsenwerts beobachten“, berichtet Hohendanner. „Listet man die europäischen Bauunternehmen nach ihrem Börsenwert, so konnte die Strabag mit einer Marktkapitalisierung von 3,452 Milliarden Euro sogar vier Plätze dazugewinnen.“

Während die Strabag 2015 noch den 16. Platz belegte, findet sie sich aktuell auf Platz 12 im Marktkapitalisierungs-Ranking.

Insgesamt stabile Investitionen für Bauprojekte in EU

Betrachte man die Investitionstätigkeit im Baubereich in der EU, so gibt es noch Luft nach oben: Die Höhe der Gesamtinvestitionen für Bauvorhaben ist nach wie vor unter jenem Niveau, das vor der Finanzkrise in der Eurozone herrschte. Luxemburg konnte als eines der wenigen Länder seine Investitionsausgaben erhöhen. In Griechenland, Portugal, Irland, Spanien, Bulgarien und Italien zeigte sich hingegen ein signifikanter Rückgang an Investitionen.

Wie im Vorjahr beliefen sich die Gesamtinvestitionen in Europa 2016 auf rund 1,4 Billionen Euro. Deutschland, Frankreich und Großbritannien stellten dabei die größten Märkte dar.

Link: Deloitte

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