31. Aug 2017   Business Recht

Großpleite bei Wozabal: 800 Jobs, 680 Gläubiger betroffen

Linz. Sechs Unternehmen der Wozabal-Gruppe aus Oberösterreich gehen ins Sanierungsverfahren, die übrigen Firmen des Textilspezialisten sind laut KSV derzeit nicht betroffen.

Ein außergerichtlicher Rettungsversuch bei der Textilreinigungs- und Wäschegruppe ist gescheitert, nun brauchen sechs Firmen der Wozabal-Gruppe – aber nicht alle, wie der KSV1870 betont – ein Sanierungsverfahren.

Bei diesen Unternehmen sind laut den Angaben knapp 800 Mitarbeiter und 680 Gläubiger betroffen; insgesamt beschäftigt Wozabal rund 950 Mitarbeiter. Es ist die größte Insolvenz seit vier Jahren in Oberösterreich und auch bundesweit eine der größten der letzten Zeit.

Insolvente Wozabal-Unternehmen laut KSV:

  • Wozabal Management GmbH (4040 Linz)
  • Wozabal Textilservice GmbH & Co KG (4040 Linz)
  • Wozabal MPZ Medizinproduktezentrum GmbH & Co KG (4040 Linz)
  • Wozabal Textile Logistik GmbH & Co KG (4040 Linz)
  • Wozabal Sterilgut – Systeme GmbH & Co KG (4860 Lenzing)
  • Wozabal Mietberufsbekleidung GmbH & Co KG (4860 Lenzing)

(Quelle: KSV1870)

Standorte der Firmen befinden sich Linz, Enns, Lenzing und Rankweil, außerdem gibt es ein Verteilerzentrum in Wien.

Die Entwicklung

Seit Mitte August 2017 sei es bei Wozabal kein Geheimnis mehr, dass die Firmengruppe des Textilreinigers und Anbieters von Mietwäsche und Berufskleidung in argen finanziellen Schwierigkeiten stecke, so der KSV in seinem Insolvenzbericht: 725 Löhne für Juli konnten bereits nicht mehr ausbezahlt werden.

Die Hausbanken haben mittlerweile die Konten gesperrt, nachdem die zwei seit Jahresbeginn eingeschalteten Sanierungsexperten Andreas Gaisbauer und Tassilo Gruber das Unternehmen Anfang August wieder verlassen haben, so die Gläubigerschützer.

Firmenchef Christian Wozabal (46) übernahm damals mit sofortiger Wirkung die operative Geschäftsführung der Unternehmensgruppe; als zweiter Geschäftsführer amtiert Mirsad Muric. Wozabal habe sich zwar zuversichtlich gezeigt, die Insolvenz abwenden zu können, doch habe sich dies bereits nach kurzer Zeit als nicht machbar herausgestellt.

Nun wurden die Insolvenzanträge gestellt. In den beantragten Sanierungsverfahren müsse als gesetzliches Mindesterfordernis den Gläubigern eine Quote von mindestens 20% (innerhalb von zwei Jahren) angeboten werden. Darüber werde dann mit den Gläubigern in einer eigenen Tagsatzung verhandelt werden, so der KSV. Es komme damit zur größten Insolvenz seit vier Jahren in Oberösterreich (konkret seit der Pleite der Drogeriekette „dayli“ im Juli 2013).

Link: KSV1870

Link: Wozabal

 

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