WU mit neuem Schwerpunkt Kryptoökonomie

10. Okt 2017   Bildung & Uni Business Recht
©Johannes Zinner

Blockchain & Co. Die Wirtschaftsuniversität Wien (WU) richtet dank Spende des Wirtschaftsministeriums einen neuen Forschungsschwerpunkt Kryptoökonomie ein – von Technik bis Recht.

Gegenstand der Forschungen in diesem neu zu gründenden Schwerpunkt sollen die Bereiche Blockchain, Smart Contracts, Peer-to-Peer Geschäftsmodelle sowie „Crypto Law“ sein, so die WU.

In einer Kombination von Grundlagenforschung und angewandter Forschung soll die Schnittstelle von Blockchains und deren Anwendungen interdisziplinär aus den Blickwinkeln der Software Entwicklung, Machine Learning und Internet of Things (IoT), Makroökonomie, Mikroökonomie und Rechtswissenschaften erforscht werden.

Beinahe zufällig bei Bitcoin entstanden

Die Blockchain-Technologie ist eine neue Art der dezentralen Speicherung von nicht mehr änderbaren Datentransaktionen und ist unter anderem bekannt als Basis für Kryptowährungen wie BitCoin oder Ether sowie für Smart Contracts, also Verträge auf Software-Basis, die unterschiedliche
Vertragsbedingungen (z.B. Auszahlungen) selbstständig ausführen.

Experten schreiben dieser Technologie eine große Zukunft zu; sie werde auch die Basis für neue Geschäftsmodelle bieten. Der Bedarf an Forschung in diesem Bereich sei groß, bedürfe aber eines ganzheitlichen und interdisziplinären Ansatzes, so die WU.

„An der WU ist bereits umfassende Expertise vorhanden, die sich in multidisziplinären Ansätzen mit den verschiedenen Aspekten dieser Technologie der Zukunft und auch den Veränderungen und Auswirkungen, die diese mit sich bringt, auseinandersetzt. Insofern haben wir die besten Voraussetzungen, um dieses Thema in all seinen Facetten wissenschaftlich voranzutreiben und Akzente zu setzen“, so WU-Rektorin Edeltraud Hanappi-Egger.

Die zukünftigen Themen werden demnach u.a. die Erforschung der unterschiedlichen spieltheoretischen Anreizmechanismen für Blockchains, Geschäftsmodelle für dezentraleApplikationen (dApps), Integration mit dem Internet der Dinge, künstliche Intelligenz, Kryptografie und 3D Printing, Dezentralisierung & Governance, Crypto Law & Digitale Menschenrechte sein.

Dank dem großzügigen Spender

Das Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW) unterstütze den neuen Forschungsschwerpunkt mit 500.000 Euro. Ziel sei es, die interdisziplinäre Kompetenz der WU bei relevanten Forschungsfragen zum Thema Blockchain zu vertiefen.

„Blockchain wird in den kommenden Jahren den größten Paradigmenwechsel für die Digitalisierung mit sich bringen. Diese Technologie hat unglaubliches Potenzial und könnte die Zukunft des Internets schlechthin werden. Österreich muss daher diese zukunftsträchtige Nische besetzen, denn wenn wir hier zögern, fallen wir im Innovationswettbewerb zurück. Mein Ziel ist, dass Österreich bei der systematischen Erforschung der Kryptoökonomie und des Kryptorechts eine Vorreiterrolle einnimmt. Mit dem Forschungsschwerpunk an der Wirtschaftsuniversität setzen wir daher einen wichtigen Schritt in Richtung Innovationleader“, so Minister Harald Mahrer.

Link: WU Wien

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