Online-Shopping. Der europäische Markt für internationale Kurier-, Express- und Paketdienste ist dank E-Commerce 2016 rasant gewachsen, so A.T. Kearney.
„Mittlerweile werden jährlich 720 Millionen Sendungen verschickt, bis 2019 erwarten wir sogar 908 Millionen. Die Erholung der europäischen Wirtschaft und die Tendenz zu E-Commerce füllen die Auftragsbücher“, sagt Ferry Salehi, Partner in der Logistik- und Transportsparte bei A.T. Kearney.
Die rund 1,97 Millionen Pakete pro Tag bedeuten Umsatzsteigerungen von 5% auf 16,2 Mrd. Euro und eine 10%ige Zunahme der Sendungen. Um profitabel zu bleiben, müsse die Industrie jedoch auf Trends wie Last Mile Logistik und Zusatzdienste eingehen.
Studie zum E-Commerce in Europa und Übersee
Im Rahmen der globalen Studie wurde der internationale Kurier-, Express- und Paketmarkt (KEP) analysiert. Auf Basis von mehr als 500 Interviews mit Industrieexperten gebe die Studie einen Lagebericht, benenne Trends und Potenziale für die Zukunft.
Für den europäischen Markt wurden dabei konkret 13 Länder beleuchtet und die Ergebnisse in dem Bericht „Europe’s International CEP Market: Solid Growth With Challenges Ahead” zusammengefasst.
9 Prozent Wachstum in Österreich
- Die Europäer verschicken immer häufiger international – in Österreich z.B. 9% mehr als im Vorjahr.
- Die fünf größten Märkte (Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Italien, Niederlande) sind weiterhin auf Wachstumskurs und zeigen Zunahmen von 10-15%. Damit transportieren sie fünfmal mehr Sendungen als die restlichen acht untersuchten Länder zusammen.
- Die osteuropäischen Länder holen rasant auf: Polen, Rumänien und Tschechien erreichen mit einem Plus von 31%, 19% bzw. 14% Spitzenwerte.
Damit diese Entwicklung weitergeht, sollten Unternehmen derzeitige Trends im Blick behalten, meinen die Berater: Das Geschäft mit Privatkunden wächst dank der Beliebtheit von Online-Shopping stärker als B2B. Jedoch machen den Unternehmen sinkende Einnahmen pro Sendung zu schaffen: -5% für Standard-Sendungen, -2% für Express-Sendungen.
„Immer mehr leichte Pakete, fallende Kraftstoffpreise und der Trend zu Transporten innerhalb Europas drücken die Einnahmen pro einzelner Sendung nach unten“, warnt Jan Matuska, Manager und Transportexperte bei A.T. Kearney.
Die aktuellen Baustellen
Die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass es trotz positiver Trends einige Herausforderungen zu bewältigen gilt:
- Last Mile Logistik. Mit der neuen Bedeutung von Online-Shopping werden innovative Konzepte für die letzten Meter der Lieferung bis zur Haustür immer wichtiger. Kosten pro Stopp müssen durch höhere Frequenzen gesenkt sowie profitablere Lösungen für E-Commerce-Sendungen gefunden werden. Ein neuer „State-of-the-Art“ für die letzten Meter soll Neukunden anziehen.
- Kostenmanagement. Viele Kunden sind nicht bereit höhere Grundpreise für Dienstleistungen zu bezahlen. Europäische KEP-Unternehmen müssen sich daher mittelfristig darauf einstellen, Zuschläge zu erheben – wie beispielsweise zu Hochphasen wie Weihnachten.
- Alleinstellungsmerkmale gesucht. Mit zunehmender Kommodifizierung von Transportprozessen werden zusätzliche Angebote wie Versicherung oder Zollzahlungen zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Neben neuen Services seien auch maßgeschneidert E-Commerce-Produkte mit Einheitspreisen von zentraler Bedeutung.
„Wer es schafft, dem Kunden ein unkompliziertes, schnelles und transparentes Liefererlebnis zu bieten und gleichzeitig Kosten effizient zu managen, kann die derzeitigen Trends gewinnbringend für sich nutzen“, meint Salehi.
Link: A.T. Kearney
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