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Business, Finanz, Recht

Wienwert-Gruppe: Prüfer und Verkäufer im Visier

Wien. Das Immobilienunternehmen WW Holding AG – die frühere Wienwert Holding – hat ein Insolvenzverfahren angekündigt. Advofin, Cobin claims u.a. wollen geschädigte Anleger um sich scharen.

Mehr als 1000 Anlegern droht ein Schaden von bis zu 40 Millionen Euro, heißt es: Prozessfinanzierer AdvoFin bietet nun öffentlich die Durchsetzung ihrer etwaigen Ansprüche im Rahmen einer Sammelklage an. Gläubigerschützer wie der KSV sehen die Schadenshöhe übrigens potenziell geringer an, weisen aber gleichzeitig darauf hin dass der Antrag noch nicht eingebracht ist – er sei in Vorbereitung.

Wo das Geld zu finden sein soll

Zwar ist zumindest laut den Aussagen der WW Holding die operative Tochter Wienwert AG nicht von der Insolvenz betroffen – doch stellt sich dennoch ganz generell die Frage, wo bei einer Pleite jene Geldmittel zu finden sind, die eine Sammelklage sinnvoll machen. Franz Kallinger, Vorstand der AdvoFin Prozessfinanzierung AG, hält jedenfalls fest: „Wir schauen uns aktuell die Bilanzen der Wienwert-Gruppe ganz genau an und haben auch den Wirtschaftsprüfer des Unternehmens im Visier.“

Die Anleger sollten sich durch die derzeitige öffentliche Diskussion nicht einschüchtern lassen und rasch handeln, meint Kallinger. Die Chancen, dass die Anleger zumindest einen Großteil ihres Geldes zurückbekommen, stünden gut. AdvoFin übernehme das Prozessrisiko und die Finanzierung sämtlicher Kosten – und sei im Erfolgsfall dafür mit einer Beteiligungsquote am Prozesserlös beteiligt.

Cobin Claims marschiert auf

Auch der Verein Cobin claims, der sich auf rechtliche Hilfe bei Massenschäden spezialisiert hat, marschiert im Fall Wienwert auf: Dabei seien grundsätzlich sowohl außergerichtliche wie gerichtliche Optionen abzuwägen – Ziel könne nur sein, dass zum Wohl der Anleger das bestmögliche Ergebnis erzielt wird. Die Vereinsvorstände Oliver Jaindl und Manfred Biegler: „Jede Lösung, die konstruktiv und nutzbringend für die Anleger ist, ist willkommen.“

Zuvor waren sie von den Freiheitlichen kritisiert worden, zur Insolvenz beigetragen zu haben und damit den Anlegern zu schaden. Allerdings hat die WW Holding die Insolvenzpläne ja selbst angekündigt, kontert Cobin claims. Der Verein ortet ein „multiples Kontrollversagen“ bei Wienwert.

Ansprüche in Sachen Wienwert prüft derzeit u.a. auch Anwalt Lukas Aigner, Spezialist für Anlegerschäden und früher Partner bei Kraft & Winternitz. „Abhängig von der jeweiligen Anleihe, dem Erwerbszeitpunkt, den persönlichen Fachkenntnissen, dem konkreten Verkaufsmodus (mit oder ohne Beratung durch z.B. Banken oder Finanzberater) und der Finanzierung des Investments“ seien möglicherweise unterschiedliche Anspruchsgegner greifbar, heißt es in einer Anlegerinformation von Aigners neuer Kanzlei Aigner – Partners.

Link: Advofin

Link: Aigner – Partners

Link: Cobin Claims

Link: KSV (Wienwert-Seite)

Link: Wienwert (Wienwert.at; nicht mehr aktiv)

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