Investitionen in Fintechs steigen um 25,5%

13. Feb 2018   Business Finanz Recht Steuer Tech
Michael Petritz ©KPMG

Banken, Blockchain, Insurtech. Die weltweiten Investitionen in Finanz-Start-ups (Fintechs) sind 2017 um 25,5% auf 31 Milliarden US-Dollar gestiegen, so KPMG. Im Kommen ist „Regtech“.

Wurden im Jahr 2016 in Summe konkret erst 24,7 Mrd. US-Dollar (20 Mrd. Euro) investiert, so kamen Fintechs im Jahr 2017 bereits auf 31 Mrd. Dollar.

Zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls die Studie „The Pulse of Fintech“ des Beratungsmultis KPMG, bei der die weltweiten Investitionen in diesem Start-up-Segment analysiert werden.

Der Trump-Effekt lässt nach

Waren die Investoren im letzten Jahr noch vorsichtig aufgrund von Brexit, der US-Präsidentschaftswahl und Schwankungen der Wechselkurse, legten sie im Jahr 2017 wieder kräftig zu, heißt es weiter.

„Der globale Fintech-Markt hat sich in den vergangenen Jahren rasant weiterentwickelt“, sagt Michael Petritz, KPMG Tax Partner und Spezialist für Start-ups in Österreich: Der Sektor habe einen Reifegrad erreicht, wo Investoren nicht länger experimentieren. „Ziel ist es, mithilfe von Fintechs die digitale Transformation ihres eigenen Geschäfts voranzutreiben“, so Petritz.

Die USA bleiben der Top-Investor

Geographisch betrachtet stechen laut KPMG Studie insbesondere die USA hervor:

  • In den Vereinigten Staaten wurde 2017 rund die Hälfte aller globalen Fintech-Investitionen im Wert von USD 15,2 Mrd getätigt.
  • In Europa kam es zu einer deutlichen Steigerung des Investitionsvolumens: von USD 2,2 Mrd im Jahr 2016 auf USD 7,44 Mrd im Gesamtjahr 2017.
  • In Asien fielen die Investitionen im Fintech-Sektor eher moderat aus und erreichten lediglich USD 3,85 Mrd. Im Jahr 2016 waren es noch USD 10 Mrd.

Im Kommen: Insurtech und Blockchain

Im Hinblick auf die Teilbranchen des Fintech-Sektors verzeichneten die Bereiche Insurtech und Blockchain im vergangenen Jahr ein rekordverdächtiges Investitions- und Venture Capital-Volumen, so die Studienautoren – wobei ihre Betonung nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass die beiden Bereiche in absoluten Zahlen noch deutlich nachhinken:

  • Flossen in Start-ups aus dem Versicherungsbereich im Jahr 2016 knapp USD 1,2 Mrd, konnte 2017 mit USD 2,1 Mrd (247 Deals) eine erneute Steigerung erzielt werden.
  • Im Bereich Blockchain wurden 92 Investmentgeschäfte in Höhe von USD 512 Mio getätigt.

„Derzeit passiert viel in der Branche – während der Fokus auf Insurtechs und Blockchain zunimmt, streben auch ausgereifte Player, wie zum Beispiel Challenger Banks, nach Wachstum und Expansion“, erklärt Victor Purtscher, KPMG Partner im Bereich Deal Advisory. „Durch die anstehenden Änderungen der gesetzlichen Vorgaben in Europa wird auch 2018 ein herausforderndes Jahr.“

Künstliche Intelligenz, Internet of Things & Co

Die KPMG Studie stellt auch Prognosen für das aktuelle Jahr 2018 an. Folgende Trends zeichnen sich laut den Studienautoren ab:

  • Weitere Innovationen und Einführungen von Technologien, die auf Künstlicher Intelligenz basieren.
  • Steigende Investitionen im Bereich Regtech – das sind konkret Start-ups, die regulatorische Anforderungen durch neue Technologien und Standards lösen.
  • Es soll auch verstärkt zu Partnerschaften zwischen den großen Anbietern der Branche kommen, um neue Produkte und Services auf den Markt zu bringen.
  • Außerdem wird mit einer Zunahme von Plattformen für Online-Darlehen gerechnet.

„Machine Learning, Internet of Things und Künstliche Intelligenz bestimmen bei Banken und Versicherungen auch weiterhin die Entwicklungen der Branche“, zeigt sich Jürgen Mellitzer, KPMG Partner im Bereich Management Consulting, überzeugt. „Wichtig ist, sowohl Wissen in der eigenen Organisation aufzubauen als auch außerhalb nach Anwendungsbeispielen und Talenten zu suchen.“

Link: KPMG

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.