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Anstieg der Betrugsfälle im Online-Handel

Wien. 90% der Online- und Versandhändler im DACH-Raum waren schon einmal Opfer von Betrug oder Betrugsversuchen, so eine CRIF-Umfrage.

Wirtschaftsauskunftei CRIF hat auch heuer eine Umfrage zum Thema Betrug im Online-Handel durchgeführt. Befragt wurden für die Studie laut den Angaben rund 130 Online- und Versandhändler aus dem CRIF-Kundenstock in Deutschland (40), Österreich (20) und der Schweiz (70).

Die Eidgenossen sind im Sample also überdurchschnittlich stark vertreten, die Ergebnisse sind aber doch recht deutlich:

  • 79% der österreichischen,
  • 93% der Schweizer und
  • 97% der deutschen Onlineshop-Betreiber (also nicht ihrer Kunden)

waren schon einmal mit Betrug oder einem Betrugsversuch konfrontiert. Rund die Hälfte der Befragten aus Österreich (50%) und Deutschland (52%) erkennt einen Anstieg der Betrugsfälle während der letzten zwölf Monate.

In der Schweiz teilt allerdings nur ein Viertel diese Einschätzung. Während hier die Mehrheit (49%) kaum eine Veränderung sieht, sagen 13% der österreichischen und 19% der deutschen Online-Händler, dass die Betrugsfälle sogar stark zugenommen haben.

Betrugsformen werden ausgefeilter

„Mit der steigenden Zahl an Online-Shops geht leider auch eine Zunahme an professionellen und organisierten Betrugsversuchen einher. Diese sind meist schwer zu durchschauen und die Auswirkungen für die Händler reichen von finanziellen Einbußen über hohe juristische Kosten bis hin zu Reputationsschäden. Gerade für kleinere Betriebe kann das verheerend sein“, sagt Boris Recsey, Geschäftsführer von CRIF Österreich.

Identitätsdiebstahl und Zahlungsunfähigkeit

Die befragten heimischen Online- und Versandhändler sind am häufigsten von Identitätsdiebstahl betroffen:

  • So war die Hälfte der österreichischen Unternehmen bereits damit konfrontiert, dass sich ein Kunde als eine komplett andere reale Person ausgegeben hatte (Deutschland: 51%, Schweiz: 40%).
  • In Deutschland (67%) und der Schweiz (88%) stellt die Zahlungsunfähigkeit der Kunden das größte Problem dar: Dabei ist den Bestellern bereits beim Kauf einer Ware bewusst, dass sie die Rechnungen nicht begleichen können – in Österreich liegt hier der Anteil bei 43%.
  • Mit der Angabe verfälschter Namens- oder Adressdaten mussten sich 43% der österreichischen, 62% der deutschen und 63% der aus der Schweiz befragten Unternehmen bereits auseinandersetzen.

„Durch den stetigen Anstieg an Online-Transaktionen und der zunehmenden Digitalisierung treten auch vermehrt Fälle von Identitätsdiebstahl und vorsätzlichem Betrug auf. Immer mehr Unternehmen haben mit dieser Thematik zu kämpfen und die Verhinderung von Betrugsfällen rückt immer stärker in den Fokus“, sagt Boris Recsey.

Schadenshöhe häufig über 10.000 Euro

  • Für den Großteil der befragten Unternehmen aus der DACH-Region lag – wie bereits im Vorjahr – der höchste, je erlittene Einzelverlustbetrag durch Betrugsfälle bei unter 5.000 EUR bzw. CHF (Österreich: 50%, Deutschland: 70%, Schweiz: 81%).
  • Allerdings haben sowohl in Österreich (2018: 25%, 2017: 8%) als auch in Deutschland (2018: 20%, 2017: 12%) und der Schweiz (2018: 14%, 2017: 10%) heuer deutlich mehr Unternehmen angegeben, auch Verluste zwischen 5.000 und 10.000 EUR bzw. CHF erlitten zu haben. Während im Jahr 2017 keiner der heimischen Befragten den höchsten Verlust mit einem Betrag zwischen 10.000 und 25.000 EUR angab, waren es heuer 13%.
  • Gefragt nach der gesamten Schadenssumme, die in den letzten zwölf Monaten entstanden ist, lag dieser für 74% der Schweizer, 50% der Österreicher und 34% der Deutschen unter 5.000 EUR bzw. CHF. Allerdings erlitten in Österreich insgesamt 39% der Online-Händler einen Verlust von mehr als 10.000 EUR (Deutschland: 52%, Schweiz: 10%).

Großteil führt Maßnahmen zur Betrugserkennung durch

Einen Online-Betrug zu verhindern, ist nicht immer einfach. Für die Hälfte der österreichischen und deutschen Händler gilt als größte Herausforderung bei der Vorbeugung gegen Betrug die Bestimmung von risiko- und kundengerechten Methoden. In der Schweiz hingegen gestaltet sich die Findung des richtigen Kosten-Nutzenverhältnisses als schwierig (62%).

Das tatsächliche Risiko zu erkennen, ist vor allem für die Händler aus der Schweiz (51%) und Deutschland (38%) eine große Hürde – in Österreich ist dies nur bei 14% der Befragten der Fall.

Der Großteil der befragten Unternehmen (Österreich: 78%, Deutschland: 97%, Schweiz: 96%) führt Maßnahmen zur Betrugserkennung durch:

  • Dabei ist die manuelle Überprüfung durch Mitarbeiter die häufigste Maßnahme (Österreich: 50%, Deutschland: 64%, Schweiz: 79%).
  • Die Hälfte der heimischen Unternehmen gibt außerdem an, als Methode zur Betrugsprävention eine eigene Kundenliste zu führen (Deutschland: 33%, Schweiz: 56%).
  • Mehr als die Hälfte der Händler in Österreich (56%) und der Schweiz (54%) führen die Maßnahmen zur Betrugsprävention selbst durch (Deutschland: 30%). 53% der deutschen Unternehmen führen einen Teil selbst aus – den anderen Teil übernehmen externe Dienstleister.

Link: CRIF

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