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Business, Recht

Großvermieter setzen auf Studenten, so CBRE

Immobilien. Studentenwohnheime und Mikroapartments boomen bei Investoren: Forward Deals sind verbreitet, so Immo-Berater CBRE.

In Deutschland wurden im ersten Halbjahr 2018 rund 1,6 Milliarden Euro – und damit um ca. 224% mehr als im ersten Halbjahr 2017 – in alternative Wohnformen wie Studentenwohnheime und Mikroapartments investiert.

In Österreich waren es im selben Zeitraum etwa 14 Mio. Euro, doch war das Aufkommen 2017 sehr stark, so CBRE. Im ersten Halbjahr 2018 wurde das Projekt „The Fizz“ am Wiener Hauptbahnhof noch vor Baustart verkauft (voraussichtliche Fertigstellung im Herbst 2019), die nächsten Transaktionen werden im zweiten Halbjahr 2018 erwartet.

Die Trends

Von 2015 bis 2017 wurden in Wien rund 3.700 studentische Wohneinheiten fertig gestellt, unter anderem in den Projekten „Linked Living“ im 2. Bezirk, „The Fizz“ im 20. und „base19“ in 19. Bezirk.

Insgesamt seien seit 2015 rund 370 Mio. Euro in Studentenwohnheime und Mikroapartments in Österreich investiert worden. Rund 86% der Transaktionen von Studentenheimen und Mikroapartments wurden im Rahmen eines Forward Deals verwertet: Dabei errichtet der Verkäufer die Immobilie schlüsselfertig und übergibt sie fertig zur Vermietung an den Investor.

„Alternative Wohnformen wie Studentenwohnheime oder Mikroapartments für Young Professionals sind in Österreich mittlerweile zu einem relevanten Investmentprodukt geworden. Wir sehen großes Interesse daran, da es in keinem anderen Immobiliensegment einen so hohen Anteil an Forward Deals gibt“, so Georg Fichtinger, Head of Investment Properties bei CBRE Österreich.

95% der Investoren in Studentenwohnheime und Mikroapartments in Österreich kommen aus dem Ausland. Während in Deutschland Portfolio Deals dominieren, sei Österreich in diesem Bereich ein Land der Einzeltransaktionen.

„Die nächsten Projekte im Bereich studentisches Wohnen mit rund 3.350 Wohneinheiten entstehen in den nächsten zwei bis drei Jahren, unter anderem in einem der drei TrIIIple Türme und im DC Tower 3 in der Donau City sowie im The Fizz am Hauptbahnhof. Zwei der drei Projekte sind bereits verkauft“, so Fichtinger.

Rekord in Deutschland

Insgesamt wechselten in Deutschland in den ersten sechs Monaten mehr als 8.800 Apartmenteinheiten (plus 110%) mit einer Wohnfläche von 277.000m2 (plus 118%) den Eigentümer. Auch hier präge zunehmend internationales Kapital die großvolumigen Transaktionen.

Die größte Transaktion war der Erwerb von mehreren Mikroapartmententwicklungen im Rahmen eines Forward Deals durch Corestate für einen für die Bayerische Versorgungskammer aufgelegten Fonds, gefolgt von dem Kauf von vier Studentenwohnheimen durch die britische Global Student Accomodation.

Konstantin Lüttger, Head of Residential Investment bei CBRE Deutschland, erläutert:  „Der Markt für Studentenwohnheime und Mikroapartments ist deutlich gewachsen. Investoren sind von der Professionalisierung des Marktes überzeugt und schätzen den attraktiven Renditevorsprung gegenüber klassischen Wohnimmobilien. Mittlerweile gibt es bereits mehrere Spezialfonds, die sich vollständig auf diese Assetklasse fokussieren. Auch mit sehr konservativen Schätzungen gehen wir von einem Investitionsvolumen oberhalb der Zwei-Milliarden-Euro-Marke bis zum Jahresende 2018 in Deutschland aus“.

Die Spitzenrenditen bei studentischem Wohnen bzw. Mikroapartments liegen laut den Angaben bei circa 3,75%. Dabei gebe es vor allem bei Bestandsobjekten in guten Lagen eine deutliche Renditekompression (minus 50 Basispunkte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum), die bei vielen Veräußerungen von Projektentwicklungen in Form von Forward Deals nicht in diesem Ausmaß zu beobachten sei.

 

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