WU-Lobbying für Managerinnen: Anmeldung startet

Edeltraud Hanappi Egger Credit Katharina Schiffl WU
Edeltraud Hanappi-Egger ©Katharina Schiffl / WU

Wien. Mit „Wise Women of WU“ hat die Wirtschaftsuni (WU) ein Mentoringprogramm für Frauen gestartet: Es soll direkt in den Chefinnen-Sessel führen. Jetzt läuft die Bewerbungsfrist.

Die Unterrepräsentanz von Frauen in obersten Führungsgremien ist in Österreich nach wie vor eklatant, so die WU Wien: Der Uni und nicht zuletzt ihrer Rektorin Edeltraud Hanappi-Egger sei es ein großes Anliegen, Wirtschaftsfrauen mit Karriereambitionen zu unterstützen.

Daher wurde jetzt das Mentoringprogramm „Wise Women of WU“ ins Leben gerufen. Es richte sich an Top-WU-Alumnae, also Absolventinnen, die sich in einem frühen Karrierestadium befinden.

Unterstützung erhalten sie von erfolgreichen Managerinnen mit Vorstands-, Geschäftsführungs- oder Aufsichtsratserfahrung, die selbst ein WU-Studium absolviert haben. Das Ziel des Programms sei nicht nur die Verbesserung der Karrierechancen von Absolventinnen, sondern langfristig auch die Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen.

Dass hier nirgends ein großes Binnen-I steht, ist also absolut beabsichtigt: Die WU möchte mit dem Programm Absolventinnen direkt in den Chefinnensessel führen.

Worum es geht

Und so wird die zweifellos nicht unparteiische Strategie begründet: 81,5% der Aufsichtsratsmandate der 200 umsatzstärksten Unternehmen Österreichs gehen laut Frauen.Management.Report 2018 der AK Wien an Männer.

„Nach wie vor ist es für Frauen schwieriger, als Kandidatinnen wahrgenommen zu werden, weil sie nicht Teil der relevanten Netzwerke sind. Ihre Karrieren enden zu oft auf der zweiten oder dritten Führungsebene. Genau hier setzt das neue Mentoringprogramm ‚Wise Women of WU‘ an“, so Hanappi-Egger, die vor ihrer Bestellung zur Rektorin der WU selbst Gender-Forscherin war.

Im Rahmen des Programms werden jetzt einmal 10 Top-Absolventinnen der WU Wissen und Erfolgsstrategien mit WU-Alumnae teilen, heißt es. Dieser Erfahrungsaustausch finde in one-to-one-Beziehungen statt.

Das Programm basiere auf Gegenseitigkeit, sodass sowohl Mentees als auch Mentorinnen vom Wissens- und Erfahrungstransfer profitieren: Die Mentorinnen unterstützen die Frauen in ihrer Karriereentwicklung, vermitteln Einblicke in ihre eigenen Erfolgsstrategien und erweitern durch den generationen- und hierarchieübergreifenden Dialog gleichzeitig ihre eigenen Perspektiven.

Neben dem Aufbau tragfähiger Netzwerke unter WU-Alumnae gehe es auch darum, weibliche Führungskräfte als Role Models sichtbar zu machen. Und ein weiterer Effekt ist ebenfalls klar, auch wenn ihn die WU nicht ausdrücklich anspricht: Erfolgreiche Wise Women sollen in Zukunft ihren Kolleginnen wohl ebenfalls den Weg in die höheren Etagen des Managements bahnen.

Online-Bewerbung ist gestartet

WU-Absolventinnen, die sich als Mentees bewerben wollen, können dies seit kurzem nun online machen. Nach einem Auswahlverfahren erhalten die zehn besten Kandidatinnen einen Platz im Programm und bekommen jeweils eine Mentorin zur Seite gestellt, so die Uni.

Mindestvoraussetzung ist laut Anmeldeprozess, dass die Bewerberin WU-Absolventin mit mindestens 5 Jahren Berufserfahrung ist. Dazu will die Uni von ihren Kandidatinnen noch einiges wissen.

So sind „Wie gestalten Sie Ihre Freizeit?“ und „Wie beschreiben Sie sich selbst?“ Pflichtfelder, die im Interesse der Auswahlschancen wohl mit motivierendem Inhalt gefüllt werden sollten. Die Bewerbungsfrist endet am 30. September 2018.

Der Ablauf

Im Zentrum des Programms stehen individuelle Treffen zwischen Mentorin und Mentee, ein Networking-Dinner mit allen Beteiligten des aktuellen Programms sowie jährliche Vernetzungstreffen mit der Rektorin und Vortragenden aus Wissenschaft und Wirtschaft.

Die Laufzeit eines Durchgangs soll ein Jahr betragen, der Start der ersten Runde ist für November 2018 geplant.

Mentorinnen sind laut WU: Silvia Angelo, Elfriede Baumann, Christine Catasta, Bettina Glatz-Kremsner, Sabine Hogl, Monika Kircher, Sandra Kolleth, Tatjana Oppitz, Regina Prehofer und Birgit Rechberger-Krammer. Damit sind Vorständinnen von Casinos Austria, ÖBB, EY, PwC, Hutchison, Infineon u.v.m. in dem Programm versammelt.

Link: WU Wien

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