Österreich ist zweitbestes EU-Land bei Forschung

06. Sep 2018   Bildung & Uni Business Tech

Wien. Österreich liegt mit einer Forschungsquote von 3,09% auf Platz 2 in der EU, auch wenn nicht alle Standort-Rankings das so sehen.

Seit dem Jahr 2011 verfolgen die österreichischen Bundesregierungen eine FTI-Strategie, um Österreich bis 2020 in die Spitzengruppe der innovativsten Forschungsländer Europas zu führen.

Wie der Forschungs- und Technologiebericht 2018 darlegt, hat Österreich in den letzten Jahren bei wichtigen FTI-Indikatoren den Weg in Richtung Innovation Leader weiter fortgesetzt:

  • Mit einer gesamtwirtschaftlichen F&E-Quote im Jahr 2016 von 3,09% weist Österreich den zweithöchsten Wert in der EU-28 auf, nur übertroffen von Schweden und deutlich vor Deutschland oder Finnland.
  • Unter allen Ländern der Welt hat Österreich den siebthöchsten Wert und zählt damit zu den forschungsintensivsten Ländern weltweit.
  • Auch bei anderen zentralen Indikatoren der technologischen Leistungsfähigkeit – etwa den internationalen Patentanmeldungen – gab es jüngst merkliche Verbesserungen.

Die aktuelle Lage

Der Abstand zur Spitzengruppe habe sich damit deutlich verringert, auch wenn sich das nicht in allen internationalen Innovationsrankings niederschlägt, berichtet die Parlamentskorrespondenz.

Der österreichische Forschungs- und Technologiebericht 2018 sieht darin eine Bestätigung, dass mit einer langfristig orientierten Strategie und nachhaltigen und erheblichen Anstrengungen von Wirtschaft und Staat messbare Erfolge erzielt werden können.

Allerdings sehen die Verfasser des FTI-Berichts noch Potentiale der Steigerung des Innovationsoutputs in Österreich. Für die Erreichung des gesteckten Ziels bzw. auch, um nicht wieder gegenüber anderen Ländern zurückzufallen, seien jedenfalls fortgesetzte Investitionen und ein langer Atem notwendig, heißt es in dem Bericht, der vom Bildungs-, Verkehrs- und Wirtschaftsministerium in Auftrag gegeben wurde.

Und wo liegen wir derzeit?

  • Die prognostizierten Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) in Österreich werden nach der Globalschätzung der Statistik Austria mit Stand April 2018 rund 12,34 Milliarden Euro betragen. Sie liegen damit um 657,6 Mio. € über dem Wert für 2017.
  • Der erwartete Zuwachs von +5,6% der F&E-Ausgaben liege damit auch deutlich über jenem des prognostizierten Bruttoinlandsproduktes von 4,9% zwischen 2017 und 2018.
  • Die geschätzte F&E-Quote (Bruttoinlandsausgaben für F&E im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt) für 2018 beträgt somit voraussichtlich 3,19% des BIP. Österreich übertrifft damit voraussichtlich das fünfte Jahr in Folge den europäischen Zielwert von 3% und bleibt eines der Länder mit der höchsten F&E-Quote in Europa.
  • Gemäß Eurostat lag Österreich im EU-Vergleich mit einer Forschungsquote von 3,09% im Jahr 2016 an zweiter Stelle hinter Schweden (3,25%) und vor Deutschland (2,94%), Dänemark (2,87%) und Finnland (2,75%).

Wer bezahlt wieviel?

Die F&E-Ausgaben des staatlichen Sektors werden 2018 mit 4,2 Mrd. € veranschlagt und betragen 34,1% der österreichischen F&E-Ausgaben (1,1% des BIP). Davon entfällt der größte Anteil mit 28,9% der Gesamtausgaben auf den Bund.

Der stärkste Anstieg wird 2018 bei den F&E-Ausgaben des Unternehmenssektors mit einem voraussichtlichen Plus von 6,8% bzw. 391,5 Mio. € im Vergleich zu 2017 erwartet, was einen prognostizierten Gesamtfinanzierungsbetrag von 6,11 Mrd. € bedeutet. Damit werde 2018 ein Finanzierungsanteil der Unternehmens-F&E-Ausgaben an den Gesamtausgaben von 49,5% (rd. 1,58% des BIP) erwartet.

Das Ausland finanziert 2018 F&E im Ausmaß von voraussichtlich 1,95 Mrd. €, ein Finanzierungsanteil an den gesamten F&E-Ausgaben von 15,8% bzw. 0,5% des prognostizierten nominellen BIP.

Der private gemeinnützige Sektor spielt mit einem F&E-Finanzierungsbeitrag von voraussichtlich 70,8 Mio. € (+6,0 Mio. €) bzw. 0,6% der gesamten F&E-Ausgaben nach wie vor nur eine verhältnismäßig geringe Rolle.

Die Bildungsfrage

Hochschulen nehmen unter anderem durch die Vermittlung von Wissen und Kompetenzen in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) eine Schlüsselrolle für die Weiterentwicklung des Innovationsstandortes Österreichs ein. Der FTI-Bericht geht in einem eigenen Kapitel auf die Frage des Mangels an Graduierten im MINT-Bereich für den heimischen Arbeitsmarkt ein.

Dabei zeige sich, dass die Nachfrage insbesondere in den Ausbildungsfeldern Informatik und Ingenieurwissenschaften das Angebot übersteigt. Geringer ist die Nachfrage nach AbsolventInnen der Biowissenschaften, Naturwissenschaften oder Architektur.

Diese Situation wird laut FTI-Bericht aller Voraussicht nach auch in Zukunft anhalten. Aktuell vorhandene Rekrutierungsprobleme in den Bereichen Informatik, Maschinenbau, Elektrotechnik und Elektronik könnten sich in den nächsten Jahren noch verschärfen. Empfohlen wird, mit geeigneten Bildungsmaßnahmen gegenzusteuern.

Link: Parlament

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