13. Dez 2018   Business Recht

Größtes Risiko laut Managern: Datenschutzbestimmungen

Frankfurt. Cyber Security und Datenschutz-Verletzungen werden als das größte Bedrohungspotential für Unternehmen gesehen, so eine Noerr-Studie.

In der Studie „Crisis Management“ der Kanzlei Noerr und des Center for Corporate Compliance der EBS Law School sind laut den Angaben die Ergebnisse von mehr als 200 Interviews mit Entscheidern aus Unternehmen ab 250 Mitarbeitern eingeflossen.

Krisen sind nicht so selten

Für die nächsten zwei Jahre halten demnach 48% der Befragten eine Verletzungen der Datenschutzbestimmungen für möglich. 47 % sagen das über Cyber-Security-Vorfälle.

Fast 75% der Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern waren in den letzten zwei Jahren von einer Unternehmenskrise betroffen. Besonders häufig berichteten die Befragten von Cyber-Security-Vorfällen (36%), wie beispielsweise Angriffen von Hackern, operativen Risiken (30%) und Ermittlungen von Behörden (20%).

„Interessant ist, dass kapitalmarktorientierte Unternehmen nur ein geringes Vertrauen in ihre Kapitalmarkt-Compliance haben“, sagt die Frankfurter Noerr-Partnerin Sophia Habbe. So berichten zwar nur wenige der Befragten von Compliance-relevanten Vorfällen. Allerdings halten viele etwa die unbefugte Weitergabe von Insiderinformationen, die Nichtbeachtung von aufsichtsrechtlichen Verlautbarungen oder Fehler bei Ad-hoc-Mitteilungen und Insider Trading in den kommenden beiden Jahren für möglich. Hintergrund ist nach Meinung der Studienautoren die zunehmende Regulierung des Kapitalmarkts.

Unternehmen, die über eine eigene Abteilung oder Funktion für Krisenmanagement verfügen, berichten seltener von einschneidenden Auswirkungen als solche ohne eine entsprechende Stelle. „Dies zeigt, dass eine solche koordinierende Stelle sowie der Einsatz externer Berater Krisen vorbeugen können“, bricht Lars Kutzner, Partner von Noerr in Berlin, eine Lanze für die Anwaltschaft.

 

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