29. Jan 2019   Business Motor

Neuer Skoda Kodiaq RS fordert Audi & VW Tiguan heraus

Skoda Kodiaq RS Credit Skoda
Skoda Kodiaq RS ©Skoda

Verfolgungsjagd. Mit dem neuen Skodia Kodiaq RS verpasst Skoda seinem großen SUV eine noble Turbo-Ausführung. Besser als Tiguan, Audi oder BMW?

Der Kodiaq ist einer der Bestseller aus dem Wagenpark von VW-Tochter Skoda. Nun bringt die Marke den Kodiaq in einer deutlich aufmotorisierten Version auf den Markt. Groß heißt groß in jeder Hinsicht: Bis zu sieben Sitze, 240 PS, von null auf 100 km/h in 6,5 Sekunden.

Sogar einen offiziellen Nürburgring-Rekord hat der RS aufzuweisen: Exakt 14 Hundertstel weniger als neuneinhalb Minuten brauchte der Skoda-Pilot, um das zwei Tonnen schwere Gefährt um die berühmte Strecke zu wuchten. Ein Sportwagen (etwa ein Porsche aus demselben Konzern) schafft das zwar einige Minuten schneller. Andererseits: Wie bringt man im Porsche sieben Personen unter?

Langsam ist der RS also nicht. Der Motor allerdings ist zwar stark, aber eben ein Diesel, wenn auch einer, der schon beim Konzernbruder Tiguan Punkte geholt hat (Emissionsnorm Euro 6d-TEMP).

Skoda Kodiaq RS Innenansicht Credit Skoda
©Skoda

Für jene FahrerInnen, die bei Diesel weniger an Abgasskandal als an unsportlichen Sound denken, hat man sich bei Skoda etwas überlegt und das „Dynamic Sound Boost System“ dazu gepackt: Eine Sound-Anlage, die nicht Musik macht, sondern dem Motor den richtigen Sound verpassen soll. Klingt ein bisschen künstlich, aber Skoda ist keinesfalls die einzige Marke, die das im Angebot hat. Fast schon selbstverständlich in der Preisklasse sind Sportlenkrad, Leder (Alcantara), Leichtmetallfelgen, LED-Scheinwerfer und weitere Extras.

Wie groß ist groß?

Der Kodiaq RS bringt rund 2 Tonnen auf die Waage und ist mit 4,7 m Länge auf der Straße nicht leicht zu übersehen (Kofferraumvolumen 600 bis 1.950 l). Erhältlich ist der RS in zwei Varianten, Allrad bzw. Allrad siebensitzig (mit gleichen Abmessungen).

Natürlich schlägt sich das Ganze beim Preis nieder: Während der Kodiaq in der Normalsterblichen-Ausführung ab 28.520 Euro zu haben ist (ebenfalls mit 4,7 m Länge übrigens), beginnt der Skodia Kodiaq RS in Österreich bei 55.590 Euro.

Spannend ist der Vergleich mit dem Konzern-Konkurrenten VW Tiguan, der gerade offiziell 5 Millionen verkaufte Fahrzeuge gefeiert hat. In der Tiguan Allspace-Variante sind Länge bzw. Leergewicht mit 4,7 m und rund 2 Tonnen nicht zufällig praktisch identisch mit dem RS. Auch eine 7-sitzige Version ist beim Allspace vorhanden, der preislich bei rund 41.000 Euro beginnt. Mit 190 PS ist man ab rund 50.460 Euro dabei.

Wer mit rund 22 cm weniger Länge leben kann, der hat bei der klassischen Tiguan Austria-Variante, die VW aktuell bewirbt, einen deutlich geringeren Einstandspreis zu tragen (ab rund 24.000 Euro). Extras wie LED-Scheinwerfer, automatische Distanzregelung ACC u.a. sind teilweise auch an Bord. Bloß die PS sind mit 150 Pferden deutlich tiefer gestapelt.

RS gegen Cupra und Audi Q5

Spannend ist schließlich auch der Vergleich mit der neuen Seat-Sportmarke Cupra. Der neue Cupra Ateca, ein TSI-Benziner mit 300 PS, schafft den Sprint auf 100 km/h in 5,4 Sekunden. Die Optik ist bei dem sportlichen Spanier Cupra-typisch schärfer und vielleicht etwas eigenwilliger als beim RS.

Doch während der Preis bei rund 46.700 Euro beginnt, sieht der Ateca  gegen den Skoda Kodiaq RS bei den Maßen kein Land: Die Länge von rund 4,36 Metern spielt ebenso wie das Gewicht (1280 – 1610 kg) in einer viel flinkeren SUV-Liga als der Skoda.

Daher vergleichen wir den Kodiaq RS jetzt noch mit den teureren Preisklassen – also jenen, wo der tschechische Bulle sich selbst eindeutig ansiedelt. Um zunächst noch im Konzern zu bleiben: Werfen wir einen Blick auf den Audi Q5.

Der Q5 hat wie der VW Tiguan Allspace und der RS sozusagen das VW-typische Konzernmaß für ein großes SUV, nämlich 4,7 Meter Länge und 2 Tonnen Gewicht. Was die verfügbare Motorisierung betrifft, so schwebt der Q5 auf den ersten Blick mit bis zu 400 PS zwar in höheren Sphären. Andererseits: Eine typische Q5-Variante wie der 2.0 TDI bietet nur 190 PS (gegenüber den 240 beim RS) und kostet mehrere tausend Euro mehr.

Was kann der Dickste? BMW X7 gegen Kodiaq RS

Zum Schluss noch einen spaßigen Vergleich: Wer nobel unterwegs sein und dabei so richtig viel Platz haben will, der kann demnächst auch zum BMW X7 greifen, der ab März 2019 erhältlich sein wird.

Der X7 ist als SUV gemeinsam mit dem Mercedes GLS beinahe eine Kategorie für sich – jedenfalls für europäische Verhältnisse. Während BMW für seine Neuschöpfung den Slogan „Raum für Inspiration“ bevorzugt, haben respektlose Motorjournalisten schon die Frage gestellt: „Ist das der erste Bus von BMW?“

Kein Wunder, bei einer Länge von knapp 5,16 Metern, einer Breite von 2 m, einem Gewicht von rund 2,5 Tonnen und einem entsprechenden Treibstoffverbrauch. Dafür bietet der X7 sieben Sitze mit wirklich viel Platz, bis zu 400 PS, und einen erwarteten Österreich-Preis von 100.000 Euro aufwärts. Kurz gefasst, der X7 wird rund doppelt so teuer sein wie der Skoda Kodiaq RS.

Doch wird er seine Besitzer auch doppelt so glücklich machen? Volkswirte fühlen sich vielleicht an das Gesetz vom abnehmenden Grenzertrag erinnert. Andererseits, ein Autokauf ist sowieso Gefühlssache, oder?

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