01. Feb 2019   Recht

Drittes Geschlecht? Arbeitgeber riskieren Klage

Deutschland. Das dritte Geschlecht „divers“ ist bei Stellenanzeigen jetzt zu berücksichtigen. Jeder zweite Arbeitgeber verstößt dagegen und riskiert eine Klage.

Seit Jahresbeginn ist das dritte Geschlecht „divers“ in Deutschland gesetzlich verankert (auch in Österreich ist es als Bezeichnung im Personenstandsregister mittlerweile höchstgerichtlich anerkannt), doch in deutschen Stellenangeboten wird es nur in 55 Prozent der Fälle angesprochen – womit zahlreiche Arbeitgeber eine Klage riskieren.

Zu dem Ergebnis kommt eine Arbeitsmarkt-Analyse der Jobsuchmaschine Adzuna. In der Studie wurden laut den Angeboten Stellenangebote in allen deutschen Bundesländern, den 100 größten Städten sowie verschiedenen Branchen auf die Kennzeichnung hin untersucht.

„Diskriminierung ist ein Risiko“

„Ein Verstoß gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz kann zu einer Klage führen, falls der abgelehnte Bewerber sich diskriminiert fühlt. Das trifft derzeit für knapp jedes zweite Inserat zu. Wir empfehlen daher Unternehmen dringend, ihre Stellenanzeigen zu überprüfen“, so Inja Schneider, Country Managerin Deutschland bei Adzuna.

Einige weitere Ergebnisse aus der Studie zeigen freilich, dass große Unterschiede zwischen Regionen und Branchen bestehen:

  • Im Vergleich der Bundesländer wird „divers“ in Sachsen mit einem Anteil von rund 61 Prozent am häufigsten berücksichtigt. Knapp dahinter folgen Thüringen (60,4 Prozent) und Bremen (59,2 Prozent). Den letzten Platz belegt Schleswig-Holstein mit einem Anteil von 48,8 Prozent, dicht gefolgt von Hamburg mit 51,5 Prozent, so das Ergebnis der Auswertung.
  • Der Anteil unter den Städten unterscheidet sich um bis zu 35 Prozentpunkte. Den niedrigsten Wert unter den 100 verglichenen Städten verzeichnen Arbeitgeber in Recklinghausen (33,9 Prozent). Auf Platz eins befindet sich das in Baden-Württemberg gelegene Villingen-Schwenningen mit einem Anteil von 68,4 Prozent.
  • In der Logistikbranche wird das dritte Geschlecht in 69,7 Prozent aller Stellenangebote angesprochen – bester Wert des Branchen-Vergleichs. Im Bereich Handel und Bau berücksichtigen mit einem Anteil von 68,5 Prozent jedoch ähnlich viele Arbeitgeber die neue Option. Am niedrigsten ist der Anteil bei Inseraten aus dem Gesundheitswesen: „divers“ wird hier nur in 45,6 Prozent der Inserate angesprochen. (pte/red)
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