Börse-Sprüche im Check: The Trend is your friend?

13. Mrz 2019   Finanz
Arkadius Materla Credit GKFX Giovanpietro
Arkadius Materla ©GKFX / Giovanpietro

Finanzmärkte. Fünf gängige Börsenweisheiten für Anleger hat sich Online-Broker GKFX angesehen: Untermauert die Kursentwicklung Sprüche wie „Sell in May and go away?“

Anlageformen wie Sparbücher und Tagesgeldkonten sind weiterhin beliebt, die Performance ist wegen der seit Jahren anhaltenden Niedrigzinsphase aber mehr als unattraktiv. Dagegen haben Aktieninvestments in den letzten Jahren weitaus mehr Ertrag gebracht – aber diese Regel gilt nur im Durchschnitt, nicht für die Einzelperson. Als AnlegerIn kann man mit Aktien ordentlich danebengreifen, Garantie für Kursgewinne gibt es keine.

In ihrer Not orientieren sich viele Investoren an griffigen Börse-Weisheiten. Diese sind als Faustregeln für ein bestimmtes Investmentverhalten zu verstehen. Doch kann man diese Aussagen wirklich für bare Münze nehmen? Der Online-Broker GKFX hat fünf der gängigsten Börsenweisheiten auf den Prüfstand gestellt.

1. The trend is your friend

Diese Regel legt Investoren nahe, sich nicht gegen einen Trend zu stellen, sondern Gewinne laufen zu lassen. Demnach sollte man einer anhaltenden Entwicklung also möglichst lange treu bleiben. „Die große Herausforderung besteht darin zu erkennen, wann ein Trend gestartet ist und wann er sich bereits dem Ende zuneigt“, meint Arkadius Materla, Chef des Online-Brokers GKFX in Österreich und Deutschland.

Denn wer zu spät einsteigt, profitiert womöglich kaum noch von diesem Trend. Dennoch ist diese Regel gerade für Börsenneulinge ein wichtiger Leitspruch. „Das meiste Geld verlieren Investoren an der Börse dadurch, dass Gewinne zu schnell mitgenommen und Verluste zu lange laufen gelassen werden“, so Materla.

2. Sell in May and go away…

Dieser Börsenweisheit liegt die Annahme zugrunde, dass die Wintermonate an den Börsen lukrativer sind als der Sommer. Daher würde es sich auszahlen, seine Positionen im Mai zu verkaufen und erst zu einem späteren Zeitpunkt wieder einzusteigen. Laut GKFX greift diese Regel aber zu kurz. „Diese Vorgehensweise funktioniert zu etwas mehr als 50 Prozent. Es ist jedoch unmöglich zu prognostizieren, in welchen Jahren das klappt und in welchen nicht“, warnt Materla.

Dass es zwei Varianten dieser Börsenweisheit gibt, sei für Investoren womöglich ein Indikator, sie nicht pauschal zu beherzigen. Während manche an „Sell in May and go away… but remember to come back in September“ glauben, sind andere der Auffassung, dass man erst im November zurückkehren sollte.

3. Buy the rumor, sell the fact

Kaufe bei Gerüchten und verkaufe bei Tatsachen, legt diese Börsenweisheit Investoren ans Herz. Dafür spricht, dass Gerüchte über bevorstehende Firmenübernahmen Kurse teils immens steigen lassen.

„Diese Regel zielt auch darauf ab, dass eine Nachricht, wenn sie publik wird, eigentlich bereits schon wieder veraltet ist“, kommentiert Materla. Unangenehm wird dieses Verhalten sehr schnell dann, wenn sich die Gerüchte als falsch herausstellen.

4. Man soll gierig sein, wenn die Welt ängstlich ist

Dieser Regel liegt ein Zitat des „Orakels von Omaha“ (Investoren-Legende Warren Buffet) zugrunde: „Seien Sie gierig, wenn die Welt ängstlich ist, und ängstlich, wenn die Welt gierig ist.“ Das steht jetzt natürlich im Widerspruch zur Regel Nr. 1, „The trend is your friend“, verlangt mutiges Handeln und ist daher tendenziell etwas für Fortgeschrittene.

„Die Vergangenheit hat immer wieder gezeigt, dass wenn alle mit einem Kollabieren der Märkte rechneten, ein guter Einstiegszeitpunkt war“, stimmt Materla zu. Die GKFX-Analyse verweist zur Untermauerung auf den 11. September 2001 samt anschließendem Irak-Krieg sowie auf die Finanzmarktkrise. Doch der Börse-Spruch selbst ist viel älter. Folgender Satz wird Carl Mayer von Rothschild (1788 – 1855) zugeschrieben: „Kaufen, wenn die Kanonen donnern, verkaufen, wenn die Violinen spielen.“ (Anm. d. Red.: Klingt doch eleganter, oder?)

Allerdings sind dazu Geduld und die Bereitschaft gefragt, etwaige Kursverluste auszusitzen. Oder anders ausgedrückt: Anleger brauchen für diese Strategie Nerven wie Drahtseile. Das investierte Kapital muss als Spielgeld betrachtet werden können, sonst wird es früher oder später doch mit hohen Verlusten abgezogen.

5. Hin und her macht Taschen leer

Diese Regel warnt vor unruhigem Handeln und überhasteten Panikkäufen und –verkäufen, vor allem Verfechter der „Buy & Hold“-Strategie argumentieren damit. Wer zu schnell nervös wird, macht in der Tat Fehler und hat darüber hinaus höhere Handelskosten zu bezahlen, heißt es bei den Studienautoren. Gerade beim Daytrading sei es auch eine mentale Herausforderung, permanent zwischen long und short zu switchen, also einmal von steigenden und dann gleich wieder von fallenden Kursen auszugehen.

„Das bedeutet aber nicht, dass man keine Kurskorrekturen vornehmen sollte, wenn man wirklich von einer Entwicklung überzeugt ist“, so Materla. Denn Trends zu folgen ist ja prinzipiell nicht verkehrt, so wie die Börsenweisheit Nr. 1 besagt…

Ein Fazit

Wenn Sie jetzt zu dem Schluss gekommen sind, dass das alles sehr kompliziert ist – nun, dann sind wir als Extrajournal.Net-Redaktion voll und ganz bei Ihnen. Andererseits liest man solche Analysen doch immer wieder gern. Einmal investieren wie Warren Buffett…

Link: GKFX

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