Amazon will mit Click and Collect Händler an Bord holen

15. Mai 2019   Business

Online kaufen, im Shop abholen. Handelsriese Amazon will mit „Click and Collect“ die Lieferung zu stationären Läden verstärken und sucht dafür Bündnispartner.

Der Online-Handelsriese Amazon setzt mit seinem neuen Service „Counter“ in Europa künftig vermehrt auf das „Click and Collect“-Prinzip. Dabei handelt es sich um einen Vorgang, bei dem Kunden eine Online-Bestellung in einem stationären Geschäft abholen. Dadurch kann eine Lieferung zu flexiblen Zeiten am Ziel ankommen.

Partnerschaft mit lokalen Ketten?

„Für die Kunden hat Click and Collect den Vorteil, dass sie Kontrolle darüber haben, wann ihre Lieferung eintrifft. Sie können diese zu ihrer gewünschten Zeit abholen und müssen sich nicht darauf verlassen, dass der Nachbar zu Hause ist“, sagt Stefan Hertel vom Handelsverband Deutschland im Gespräch mit pressetext. Durch diese Abholungen würden mehr Kunden in den Laden kommen, was ein Vorteil für die Geschäfte sei. Schließlich könnten die Konsumenten auch noch etwas anderes kaufen, wenn sie schon im Laden sind.

Amazon hat in Großbritannien eine Partnerschaft mit der Kleidungskette Next begonnen. In deren Läden sollen Amazon-Lieferungen in Zukunft abholbar sein. Dabei erhält der Kunde eine E-Mail, sobald die Lieferung da ist sowie die Öffnungszeiten des Geschäftes und einen Strichcode, den er bei der Abholung präsentiert. Die Lieferung kann man innerhalb von 14 Tagen abholen.

Next hat hunderte Läden in Großbritannien und ist ein Pionier auf dem Gebiet von Click and Collect. Jedoch hatte die Kette in den vergangenen Jahren Probleme mit der Verlagerung des Marktes auf den Online-Handel. Laut Next-CEO Simon Wolfson soll die Zusammenarbeit mit Amazon die Relevanz und Lebendigkeit der stationären Geschäfte sichern.

Vertrauensbonus durch stationäre Abholung

Patrick Supanc, Amazons Leiter für Pick-up-Dienste, sieht die Partnerschaft mit Next als wichtige Möglichkeit, die Kauferfahrung der Kunden bequemer zu machen und eine Win-Win-Situation für die Geschäfte zu schaffen. Amazon habe bereits 2.500 automatische Abholstationen in Großbritannien, die sich in Supermärkten und auch in Shell-Tankstellen befinden.

„Counter“ soll auch in Italien in Partnerschaft mit lokalen Geschäftsketten starten. Amazon plant dem Guardian zufolge, seine Kooperationen mit lokalen Händlern auf ganz Europa auszuweiten.

„Die Online-Händler profitieren von Click and Collect, weil dadurch mehr Bestellungen aufgegeben werden. Sie bekommen immer einen gewissen Vertrauensbonus, wenn sie in der realen Welt anfassbar werden. Die Kunden müssen allerdings die Vorteile von Click and Collect voll ausschöpfen, die Lieferung muss verlässlich zum vereinbarten Zeitpunkt da sein. Es darf auf keinen Fall jemand umsonst in den Laden fahren“, meint Hertel.

Ob alle Handelsbetriebe von den neuen Perspektiven des Click and Collect-Programms begeistert sein werden, bleibt abzuwarten: In Österreich hat etwa der Handelsverband medienwirksam zum Sturm auf den Feudalherrn Amazon geblasen. (pte/red)

 

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