22. Mai 2019   Finanz Recht

FMA: Ein Mitarbeiter für je 2,5 geprüfte Unternehmen

Wien. Die FMA zeigt sich zufrieden mit ihrer Leistung 2018: Zusätzliche Aufgaben seien mit gleichbleibenden Personal erfüllt worden, der Finanzmarkt sei stabil.

  • 2018 hat die österreichische Finanzmarktaufsichtsbehörde FMA demnach mit 380 Mitarbeitern insgesamt 976 Unternehmen beaufsichtigt (im Durchschnitt also 2,5 Unternehmen pro Mitarbeiter).
  • Weiters hat sie 64 Mio. Transaktionen in Wertpapieren börsennotierter Unternehmen sowie rund zwei Milliarden Derivativgeschäfte überwacht sowie in 1.654 Fällen einen Anfangsverdacht analysiert.
  • Die FMA hat risikobasiert bei 250 Unternehmen Vor-Ort-Maßnahmen vorgenommen und schwerpunktmäßig die Einhaltung der gesetzlichen Normen geprüft, 136 Sanktionen verhängt und 120 Sachverhaltsdarstellungen an die Staatsanwaltschaft übermittelt.

Insgesamt sei der Arbeitsaufwand in den letzten Jahren deutlich gestiegen, so habe die FMA bei ihrer Gründung im Jahr 2002 17 Gesetze zur Aufsicht übertragen bekommen, heute seien es bereits 37. Zusätzlich sei der Umfang der Gesetze massiv erweitert und die Dichte der Regulierung signifikant vertieft worden.

Zufriedenheit mit dem Finanzmarkt

„Die Regulierungs- und Aufsichtsmaßnahmen greifen, der österreichische Finanzmarkt ist heute stabil und widerstandsfähig aufgestellt“, so die FMA-Vorstände Helmut Ettl und Klaus Kumpfmüller.

Einen wesentlichen Beitrag dazu hätten die aus der mittelfristigen Risikoanalyse sechs Aufsichtsschwerpunkte geleistet: Stärkung der Kapitalbasis der Unternehmen, aktives Management der Chancen und Risiken der Digitalisierung, Ausbau des kollektiven Verbraucherschutzes, Weiterentwicklung der Governance und internen Kontrollsysteme in den beaufsichtigten Unternehmen, Erweiterung der präventiven Krisenmanagementinstrumente, sowie Vertiefung der Prävention der Geldwäsche.

Wie geht es weiter in der FMA-Vorstandsetage?

Nach dem Willen der bisherigen ÖVP-FPÖ-Regierung sollte Ettl mit Jahresende seinen Posten verlieren und es nur mehr einen Vorstand geben- vorausichtlich den ÖVP-nahen Kumpfmüller. Die entsprechenden Pläne, die zum FMA-Umbau ein Gesetz benötigen, wurden allerdings lange vor dem „Ibiza“-Video enthüllt. In Finanzkreisen war die Idee, ausgerechnet bei der Finanzmarktaufsicht vom sonst branchenüblichen Vier-Augen-Prinzip abzugehen, auf herbe Kritik gestoßen. Wie die künftige österreichische Expertenregierung mit dem Thema umgehen wird, bleibt abzuwarten.

 

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