26. Jun 2019   Business Tools

Bei 70 % der Arbeitsplätze ist die Digitalisierung angekommen

Digitalisierung. 94 % der Beschäftigten fühlen sich den Veränderungen durch Digitalisierung gewachsen. Interessanterweise ist dieser Wert bei über 50jährigen höher als bei Jüngeren.

Arbeiten mit Smartphone oder Tablet, Automatisierung, virtuelle Teams – die Digitalisierung führt dazu, dass sich der Arbeitsalltag erheblich verändert:

  • Bei rund sieben von zehn Arbeitnehmern (69 %) hat die Digitalisierung nach eigener Aussage bereits einen großen oder sehr großen Einfluss auf den Arbeitsalltag.
  • Gar keine Einwirkung spürt gerade einmal jeder 25. Arbeitnehmer (4 %).

Das sind Ergebnisse aus der aktuellen EY-Jobstudie, für die 1.001 Arbeitnehmer in Österreich befragt wurden.

Große Branchenunterschiede

Die Auswirkung der Digitalisierung variiert beträchtlich zwischen den Branchen:

  • In der Telekommunikationsbranche bewerten zwei von drei Beschäftigten (68 %) den Einfluss als sehr hoch.
  • Stark überdurchschnittlich ist die Bedeutung der Digitalisierung auch im Banken- und Versicherungswesen – für jeden Zweiten (48 %) ist der Arbeitsalltag vom digitalen Wandel geprägt.
  • Vergleichsweise gering ist der digitale Einfluss in der Bauwirtschaft (10 %) und im Handel (14 %).

Ingrid Rattinger, Managing Partnerin Talent bei EY Österreich, sieht auch in Zukunft zahlreiche Veränderungen durch die Digitalisierung: „Bei fast jedem zweiten Beschäftigten haben neue Technologien schon in der Vergangenheit Teile der Arbeit ersetzt. Drei Viertel der Beschäftigten gehen davon aus, dass sich durch die Digitalisierung ihr eigener Aufgabenbereich zukünftig verändern wird. Und jeder Vierte rechnet sogar mit einer erheblichen Veränderung.“

Mehrheit hält mit den Veränderungen Schritt

Mehr als neun von zehn Beschäftigten in Österreich (94 %) fühlen sich den Veränderungen meistens oder immer gewachsen. Interessant ist, dass sich ältere Arbeitnehmer als besser gewappnet einschätzen als jüngere: Bei jenen über 50 fühlen sich nur 5 % den neuen Anforderungen selten oder nie gewachsen, bei den 21- bis 50-Jährigen jedoch 7 %, bei den Arbeitnehmern unter 20 immerhin 6 %.

Im Handel und in der Bauwirtschaft fühlt sogar mehr als jeder zehnte Befragte (12 bzw. 11 %), dass er mit den Veränderungen nicht mehr Schritt halten kann. Im Banken- und Versicherungswesen sehen sich laut EY dagegen ausnahmslos alle Befragten gut aufgestellt (Alle? Wirklich alle? Anm. d. Red.). Wie dem auch sei, da wichtigste Heilmittel gegen Know-how-Mangel ist bekanntlich Lernen.

Nur 48 % der Unternehmen bieten Weiterbildung an

Mehr als jeder zweite Beschäftigte in Österreich (55 %) bildet sich regelmäßig themenspezifisch fort, um mit den technologischen Veränderungen mithalten zu können. Diese Weiterbildungen sind bei Führungskräften (61 %) vermehrt verbreitet. Jedoch bieten nur 48 % der Unternehmen Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen an und dies vorwiegend im öffentlichen Dienst (61 %) und bei Unternehmen über 500 Mitarbeitern (63 %).

Identifikation mit dem Job sinkt durch Digitalisierung

In den vergangenen fünf Jahren hat sich die Identifikation der Beschäftigten mit dem eigenen Job gemindert: Fast jeder fünfte Beschäftigte in Österreich (19 %) gibt an, dass er eine andere Karriere eingeschlagen hätte, wäre ihm zu Zeiten der Ausbildung bzw. des Studiums klar gewesen, wie sehr sich das angestrebte Berufsbild ändern würde.

Zudem sind die Arbeitsprozesse komplizierter statt einfacher geworden:

  • 47 % der Befragten müssen komplexere Arbeitsprozesse bewältigen, nur 21 % freuen sich dagegen über einfachere Prozesse.
  • Positiv ist hervorzuheben, dass sich die Kommunikation untereinander intensiviert hat: 31 % der Arbeitnehmer sagen, sie würden infolge der Digitalisierung im Team häufiger kommunizieren, zeitgleich geben 27 % an, sich seltener mit ihrem Vorgesetzten auszutauschen.

 

Der Inhalt ist nicht verfügbar.
Bitte erlauben Sie Cookies, indem Sie auf OK im Hinweis-Banner klicken.

    Weitere Meldungen:

  1. 3 Gründe, warum Steuerberater digital werden sollen
  2. Legal Tech punktet bei Steuern, Sozialrecht, Verträgen
  3. CMS-Chef Johannes Juranek: „Es ist die Ruhe vor dem Sturm“
  4. So gewinnen Sie Chinas Konsumenten als Kunden