08. Jul 2019   Business Tools

Gefahren der Cloud: Microsoft schaltet seine eBooks ab

Digitalisierung. IT-Riese Microsoft hat seinen eBook-Store wegen zu geringen Erfolgs abgeschaltet. Für die Kunden bedeutet das den Verlust ihrer bereits gekauften Bibliothek.

Ohne großes Tamtam hat Microsoft bereits im April 2019 den Verkauf von eBooks über die Online-Vertriebsplattform Microsoft Store eingestellt. Im Juli 2019 sind nun auch die bereits getätigten Käufe dort nicht mehr verfügbar (Link: offizielle Informationsseite von Microsoft).

Für die Kunden hat das die unangenehme Konsequenz, dass sie ihre bereits gekauften eBooks verlieren – da sie mit einem sehr restriktiven Kopierschutz (Digital Rights Management, DRM) versehen sind. Gelesen werden können solche eBooks nämlich nur, wenn beim Öffnen der DRM-Server von Microsoft grünes Licht (bzw. die nötigen Daten für die Entschlüsselung des Inhalts) liefert. Da Microsoft die Unterstützung für eBooks aus dem Store entfernt hat, schlägt diese Entschlüsselung nun fehl.

Kein Support mehr für Ihr Buch

Der Schritt zeigt die Gefahren von DRM, sobald der Anbieter die Unterstützung einstellt. Ein weiteres Beispiel hat Microsoft im Fall seiner Online-Musikplattform Zune gegeben, wo ebenfalls Service und Unterstützung gekappt wurden.

War Zune seinerzeit im Wettbewerb mit Apples iTunes gescheitert, konnte sich der eBook-Verkauf von Microsoft nun laut Medienberichten nicht gegen die übermächtige Konkurrenz aus dem Hause Amazon durchsetzen.

Für die Kunden bedeutet dies eine unfreiwillige Wette darauf, dass es den einmal gewählten Anbieter auch in Zukunft noch am Markt geben wird – es sei denn, die betreffenden eBooks oder anderen digitalen Einkäufe sind nicht kopiergeschützt.

Microsoft bietet seine eBook-Kunden nun immerhin eine Refundierung des seinerzeitigen Kaufpreises an, dabei tun sich laut IT-Informationsdienst heise allerdings Fragen auf.

 

Der Inhalt ist nicht verfügbar.
Bitte erlauben Sie Cookies, indem Sie auf OK im Hinweis-Banner klicken.

    Weitere Meldungen:

  1. 3 Gründe, warum Steuerberater digital werden sollen
  2. Legal Tech punktet bei Steuern, Sozialrecht, Verträgen
  3. CMS-Chef Johannes Juranek: „Es ist die Ruhe vor dem Sturm“
  4. Wie werden digitale Bücher am besten besteuert?