12. Jul 2019   Business

Österreicher sind seltener, aber dafür höher verschuldet

Studie. 1,3 % der Österreicher haben offene Forderungen bei Unternehmen, im Durchschnitt sind es 354 €. Die Zahlungsmoral hat sich aber weiter verbessert.

Der Bevölkerungsanteil mit offenen Forderungen ist im Vergleich zum Vorjahr von 1,53 % auf 1,30 % gesunken. Im Gegensatz dazu ist die durchschnittliche Forderungshöhe über alle Bundesländer hinweg um 10 Prozentpunkte auf 354 € (Vorjahr: 323 €) gestiegen. Das ergibt eine Erhebung von CRIF Österreich.

„Die aktuelle Entwicklung ist eine gute Nachricht für heimische Unternehmen – der Großteil ihrer Kundinnen und Kunden begleicht Rechnungen fristgerecht. Auch sind die Rückstände von durchschnittlich 354 € pro Inkassomeldung immer noch als relativ niedrig zu bewerten“, so Boris Recsey, Geschäftsführer von CRIF Österreich und erklärt weiter: „Fakt ist jedoch, dass jeder Geschäftsabschluss – vor allem aber der Kauf auf offene Rechnung – für das Unternehmen ein gewisses Risiko birgt.“

Unterschiede nach Bundesländern

  • Wie schon in den Jahren zuvor führt das Burgenland das Bundesländerranking an. Der Anteil der Personen mit offenen Forderungen liegt hier bei 1,01 % und damit unter dem Österreichschnitt von 1,30 %.
  • Dahinter folgen Tirol (1,05 %) und Oberösterreich (1,12 %).
  • Das Schlusslicht bildet Wien mit 1,80 %.

Die durchschnittliche Forderungshöhe ist in allen Bundesländern etwas angestiegen, nur Vorarlberg kann einen Rückgang verzeichnen, bei dem die Forderungshöhe von 363 € auf 359 € gesunken ist. Das Bundesland mit der niedrigsten durchschnittlichen Forderungshöhe ist Kärnten. Oberösterreich bildet mit der höchsten durchschnittlichen Forderungshöhe das Schlusslicht im Ranking.

Männer haben höhere Forderungen als Frauen

  • Frauen verfügen insgesamt über niedrigere Zahlungsrückstände als Männer. Die Höhe des offenen Rechnungsbetrags liegt bei Männern im Schnitt bei 409 € (Vorjahr: 378 €) und somit um 37 % höher als bei Frauen mit 299 € (Vorjahr: 268 €).
  • Die meisten Personen mit offenen Forderungen sind ähnlich wie im letzten Jahr in der Altersgruppe der 25- bis 29-Jährigen zu finden. Mit 3,29 % liegt der Anteil der Personen mit offenen Forderungen hier am höchsten. Allerdings verfügen sie mit durchschnittlich 317 € auch über den zweitniedrigsten Schuldenstand, nur die Altersgruppe der 80- bis 84-jährigen hat einen noch niedrigeren Schuldenstand (316 €) vorzuweisen.

Wie auch in den vergangenen Jahren zeichne sich ab, dass mit zunehmenden Alter die durchschnittliche Forderungshöhe steigt, diese ab 60 Jahre aber wieder sinkt.

 

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