27. Aug 2019   Business Jobs Recht Steuer

Alternative Arbeitsformen werden beliebter

Elisa Aichinger Credit Deloitte Feelimage
Elisa Aichinger ©Deloitte / Feelimage

Arbeitswelt. Alternative Arbeitsformen etablieren sich zunehmend in Österreich, so eine Deloitte Studie. Jedenfalls rechnen 83 % der Befragten mit einer Zunahme. Doch sei das Arbeitsrecht zu unflexibel.

Die Arbeitswelt befindet sich weltweit im Umbruch – das macht auch vor Österreich nicht Halt, so Deloitte. Neue Arbeitsformen gewinnen hierzulande an Bedeutung. Bereits fast die Hälfte der Befragten arbeite mit alternativen Beschäftigungsformen.

Besonders verbreitet sind bekannte Modelle wie Leiharbeit, Werkverträge oder Unternehmenskooperationen. Gig Work und Crowdsourcing sind hingegen noch weniger bekannt. Generell erschweren die rechtlichen Rahmenbedingungen den Einsatz in der Praxis. Der Gesetzgeber sei gefordert hier Abhilfe zu schaffen.

Die Erwartungen sind klar

Im Rahmen der Studie wurden laut den Angaben im Sommer 2019 rund 200 österreichische Unternehmensvertreter zum Einsatz alternativer Arbeitsformen befragt. Das Ergebnis: Der Großteil der Unternehmen habe die Bedeutung neuer Beschäftigungsformen bereits erkannt. 83 % der Befragten rechnen damit, dass die Relevanz von alternativen Arbeitsmodellen in Zukunft weiter steigen wird.

„Wir erleben derzeit einen grundlegenden Wandel. Arbeit wird immer flexibler und Beschäftigungsformen verändern sich. So arbeiten bereits 47 % der befragten Unternehmen tatsächlich mit alternativen Modellen“, erklärt Elisa Aichinger, Director bei Deloitte Österreich.

Bei genauem Hinsehen zeige sich: Der Großteil setzt dabei auf klassische Alternativen wie die Kooperation mit anderen Organisationen, Leiharbeitskräfte oder Werkvertragsnehmer. Dagegen kennen 35 % jener Befragten, die noch nicht mit alternativen Arbeitsformen arbeiten, beispielsweise Crowdsourcing nicht. Mit Gig Work sind 52 % nicht vertraut.

Auch halten viele Befragte den Einsatz alternativer Arbeitsmodelle für nicht branchenüblich. „Heimische Unternehmen orientieren sich in vielen Fragen stark am direkten Mitbewerb. Für innovative Konzepte in einer neuen Arbeitswelt ist das aber nicht zuträglich“, so Aichinger.

Unter Crowdsourcing versteht man übrigens die Auslagerung von tendenziell kleineren Aufgaben an eine ganze Gruppe freiwilliger User – meist über das Internet. Gig Work bezeichnet ein Arbeitskonzept, bei dem zumeist über Online-Plattformen Arbeitsaufträge kurzfristig an einzelne, externe Personen vergeben werden.

56 % der Unternehmen nennen rechtliche Stolpersteine als die größte praktische Hürde bei der Einführung. „Arbeitsbeziehungen sind in Zukunft nicht mehr eindimensional, denn die junge Generation hat schlichtweg andere Bedürfnisse. Das rechtliche Rahmengerüst wird diesen Ansprüchen aber nicht immer gerecht“, so Director Aichinger.

 

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