16. Sep 2019   Recht Veranstaltung

„KI rückt in den Brennpunkt des Datenschutzes“

Wien. Das 33. bpv Hügel-Breakfast Briefing befasste sich mit aktuellen Herausforderungen für Unternehmen im digitalen Kontext.

Sonja Dürager, Partner und Leiterin der Praxisgruppe IT/IP- und Datenschutzrecht bei bpv Hügel, gab bei dem Event Einblick in die rechtlichen Aspekte bei der Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI): Diese stehe im Spannungsverhältnis zu den datenschutzrechtlichen Grundsätzen und deren Anwendungen auf moderne Technologien, wie Chatbots, Smart Wearables, Automotive Cars oder Digital Twins, so die Kanzlei.

KI beschreibt im Wesentlichen Technologien und Systeme, die anhand von großen Datenmengen Handlungsabläufe erlernen können. Es gehe dabei nicht nur um technische Daten, wie etwa bei Predictive Maintenance, sondern in vielen Fällen auch um die persönlichen Daten der Nutzer solcher Techniken, die u.a. von Herstellern für die Produktentwicklung als wertvoll betrachtet werden.

Auch Profiling (die Bewertung persönlicher Aspekte, um bestimmte Prognosen über die Person treffen zu können) stelle einen wichtigen Verarbeitungsvorgang bei Smarten Anwendungen dar.

„Der Inbegriff der maximalen Ausnutzung“

KI sei der Inbegriff von maximaler Ausnutzung der Informationen, die aus Daten in allen – auch unbekannten und nicht vorhergesehenen – Lebenslagen gewonnen werden können. Dagegen geht das Datenschutzrecht vom Verbot der Datenverarbeitung aus und lässt eine solche nur unter strengen Voraussetzungen zu.

Sonja Dürager ©Peter Rigaud

Zahlreiche datenschutzrechtliche Herausforderungen stellen sich daher bei der Entwicklung und beim Einsatz von KI, heißt es weiter: etwa die Frage nach der Datenhoheit und der Rollenverteilung, oder nach den Möglichkeiten zur Sicherstellung von Betroffenenrechten – z.B. die Löschung von persönlichen Daten in Big Data Anwendungen.

 

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