03. Okt 2019   Bildung & Uni Personalia Recht

Die neuen Chefs und Chefinnen der Uni Graz

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Gattringer, Walter-Laager, Polaschek, Schaper-Rinkel, Riedler ©Uni Graz / Hoffmann

Universitäten. Bei Österreichs zweitgrößter Uni übernehmen Rektor Martin Polaschek und Team das Ruder: Zwei Juristen, eine Natur- und PolitikwissenschaftlerIn und eine Pädagogin.

Besonders im Fokus stehe in den nächsten vier Jahren Profilbildung, sowie der Ausbau der Infrastruktur und Internationalisierung. Die Karl-Franzens-Universität Graz, wie sie mit vollem Namen heißt, ist mit rund 30.000 Studierenden die größte Uni der Steiermark und die zweitgrößte Österreichs (nach der Uni Wien).

Die Hausaufgaben des neuen Rektors

„Wir streben nach Exzellenz in allen wissenschaftlichen Disziplinen“, so Rektor  Polaschek, der sein Amt am 1. Oktober 2019 in Nachfolge von Christa Neuper angetreten hat. Er war zuvor 16 Jahre lang Vizerektor für Studium und Lehre.

Ein besonderer Fokus liege künftig „auf den Profilbildenden Bereichen der Universität Graz. In diesen Exzellenzfeldern haben sich ForscherInnen zur Beantwortung von gesellschaftsrelevanten Fragen über die traditionellen Fächergrenzen hinweg zusammengeschlossen“, so Polaschek.

  • Der Bereich „Climate Change Graz“ untersuche den Klimawandel und Strategien auf dem Weg zu einer nahezu treibhausgasfreien Gesellschaft.
  • „BioHealth“ betreibe Grundlagenforschung zur Erhaltung der Gesundheit bis ins hohe Alter.
  • Weitere interdisziplinäre Forschungsbereiche befassen sich mit komplexen, tiefgreifenden Veränderungen der Lebenswelt, mit Dimensionen der Europäisierung mit Schwerpunkt Südosteuropa sowie mit den Auswirkungen technischer Innovationen auf Recht und Wirtschaft, heißt es bei der Uni.

Man wolle neben der laufenden Verbesserung der Betreuungsverhältnisse vermehrt zukunftsorientierte Studieninhalte anbieten und für eine Internationalisierung des Lehrangebots sorgen. Zwecks Internationalisierung ist die Uni Graz an der „Arqus European University Alliance“ beteiligt, gemeinsam mit den Universitäten in Granada (Spanien), Bergen (Norwegen), Leipzig (Deutschland), Lyon (Frankreich), Padua (Italien) und Vilnius (Litauen).

In Sachen Infrastruktur stehe das Projekt „Graz Center of Physics“ im Fokus: Es soll gemeinsam mit der Technischen Universität Graz errichtet werden und alle physikalischen Institute der TU und der Karl-Franzens-Universität vereinigen (Zeithorizont grob bis zum Jahr 2026, Finanzierung noch nicht geklärt). Auch die Fertigstellung des Zentrums für Wissens- und Innovationstransfer sei ein aktuelles Leuchtturmprojekt.

Eine Änderung im Management

Gleichzeitig zum Amtsantritt ihres neuen Rektors vollzieht die Uni Graz auch Neuerungen im Management bzw. in der Ressortverteilung:

  • Erstmals werde es für wesentliche Zukunftsfragen ein Vizerektorat für Digitalisierung geben, das von Petra Schaper-Rinkel besetzt wird. Sie war bis vor kurzem am Austrian Institute of Technology (AIT) tätig.
  • Vizerektor Peter Riedler übernimmt zusätzlich zu seinen bisherigen Verantwortungsbereichen der Finanzen und Standortentwicklung auch die Personalagenden.
  • Neuer Vizerektor für Forschung und Nachwuchsförderung wird der ehemalige Dekan der Naturwissenschaftlichen Fakultät und Professor für Physik, Christof Gattringer.
  • Die Professorin für Elementarpädagogik Catherine Walter-Laager folgt Polaschek im Vizerektorat für Studium und Lehre nach.

Die Lebensläufe der neuen Uni-Chefs

  • Rektor Martin Polaschek habilitierte sich nach dem Studium der Rechtswissenschaften im Jahr 2000 für Österreichische und Europäische Rechtsentwicklungen, Rechtliche Zeitgeschichte und Föderalismusforschung und wurde zum außerordentlichen Universitätsprofessor ernannt. Von 2003 bis 2019 war er Vizerektor für Studium und Lehre sowie Studiendirektor der Universität Graz. Darüber hinaus war Polaschek Sprecher der österreichischen VizerektorInnen für Lehre. Wissenschaftlich liege sein Fokus in den Bereichen der Nachkriegsjustiz, dem Universitätsrecht und der Kommunalforschung.
  • Petra Schaper-Rinkel, Vizerektorin für Digitalisierung: Die Politikwissenschafterin war seit 2009 als Forscherin am AIT – Austrian Institute of Technology in Wien tätig. Ihre Schwerpunkte liegen im Bereich der Zukunftstechnologien. Am AIT leitete Schaper-Rinkel unter anderem Forschungsprojekte dazu und war für die strategische Entwicklung des Forschungsfeldes „Societal Futures“ verantwortlich. Darüber hinaus koordinierte die 1966 geborene Wissenschafterin Forschungsrahmenverträge mit dem Österreichischen sowie Europäischen Parlament zu Foresight und Technikfolgenabschätzung.
  • Catherine Walter-Laager, Vizerektorin für Studium und Lehre, ist seit 2016 Professorin an der Universität Graz. Die Expertin für Erwachsenenbildung und Elementarpädagogik ist eine renommierte Erziehungswissenschafterin, die mit zahlreichen Aktivitäten ihr wissenschaftliches Know-how in die Praxis und Öffentlichkeit trage. Zudem verfüge Walter-Laager aufgrund der Leitung eines großen Berliner Forschungsinstituts sowie von Drittmittelprojekten über entsprechende Erfahrung in Führung und Management.
  • Christof Gattringer, Vizerektor für Forschung und Nachwuchsförderung: Der Professor für Theoretische Physik leitete zwischen 2015 und 2019 als Dekan die Naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Graz. Darüber hinaus fungierte der 1966 in Wien geborene Forscher zehn Jahre lang als Sprecher des vom österreichischen Wissenschaftsfonds FWF finanzierten Doktoratskollegs „Hadrons in Vacuum, Nuclei and Stars“. Neben rund 170 Publikationen könne Gattringer auf umfangreiche internationale Erfahrung verweisen. Unter anderem forschte der Teilchenphysiker am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston, an der University of British Columbia in Vancouver sowie an der University of Washington in Seattle.
  • Peter Riedler, Vizerektor für Finanzen, Personal und Standortentwicklung: Riedler promovierte im Bereich Völkerrecht und Europarecht an der Universität Graz. Seine beruflichen Stationen führten ihn unter anderem ins Europäische Parlament in Brüssel, in die Steiermärkische Landesregierung, 2002 ins Bundeskanzleramt mit den Schwerpunkten Wirtschaft und Forschung, sowie 2007 als Director of Public Affairs zur AVL List GmbH in Graz. Seit 2011 ist Riedler Vizerektor für Finanzen, Ressourcen und Standortentwicklung an der Universität Graz.

Link: Uni Graz

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